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Mit Unfinished Business erschien 2000 das einzige offizielle Add-on zu Jagged Alliance 2, welches allerdings auch ohne das Hauptprogramm spielbar ist.
Die neue Hauptkampagne schickt unsere Söldner nach Tracone, dort ist die Ricci Mining Corporation beheimatet und die ist sauer. Denn ihnen gehörten alle Minen in Arulco, bis man das Land im Hauptspiel befreit hat. Das böse Unternehmen droht nun mit Raketenangriffen und das sollte man doch verhindern.
Unfinished Business setzt genau da ein, wo das Hauptprogramm aufhörte, weshalb man auch die Möglichkeit hat, den Spielstand des Hauptprogramms zu konvertieren und seine Söldner, vor allem seinen selbst erstellten, weiter zu verwenden. Man hat aber auch die Möglichkeit komplett von vorn zu beginnen. Dann startet man wie gehabt damit, Söldner zu verpflichten. AIM und MERC stehen dafür wieder zur Verfügung und MERC hat sogar einige neue Kämpfer im Angebot. Die erste Neuerung, die bereits hier auffällt, ist, dass man Söldner nicht mehr unter Vertrag nimmt sondern quasi kauft. Man zahlt nun einmal einen festen Betrag für den Söldner und seine Startausrüstung. Die nächste große Veränderung ist die Limitierung auf 6 Soldaten. Konnte man Arulco noch mit maximal 18 Kämpfern stürmen, ist man jetzt mit einer kleinen Einheit unterwegs. Ansonsten hat sich am eigentlichen Gameplay in den Kampfhandlungen nichts verändert. Der große Unterschied ist allerdings das Fehlen der ganzen Wirtschaftsteile. Milizen gibt es nicht mehr, insofern muss man sich auch nicht um das Ansehen in der Bevölkerung kümmern. Auf Minen wird verzichtet und das Geld ist mehr oder weniger überflüssig.
Hat man sich seine sechs Freiheitskämpfer zusammengestellt, sieht man in einen kleinen Film wie der Transporthubschrauber gegen einen Berg kracht und abstürzt. Shit happens und wenn, dann auch richtig. So geht auch gleich noch der Laptop kaputt. Völlig von der Außenwelt abgeschnitten, muss man sich so erstmal durch die eisige Schneelandschaft Richtung Stadt kämpfen. Mit der billigen Standardausrüstung (kein Laptop – kein Bobby Rays und man wird den Shop schmerzlich vermissen) trifft man recht bald auf eine große Zahl Gegner, die wesentlich besser ausgerüstet sind. Unfinished Business macht keine Gefangenen, der Schwierigkeitsgrad ist um einiges höher als im Hauptprogramm, die feindlichen Söldner nicht nur ständig in der Überzahl sondern auch etwas intelligenter und vor allem besser ausgerüstet. So waren die ersten Gegner im Hauptprogramm noch mit 38ern und anderen Pistolen oder maximal vielleicht einer MP5 ausgerüstet, wogegen sie hier schon mit CAWS oder G3A3s anrücken und auch gute Rüstungen tragen. Auf manche Feinde musste ich 6-7x schießen, bis sie sich endlich entschlossen haben, zu sterben. Immerhin lassen sie aber ihre guten Waffen fallen und so kann man sich schnell besser ausrüsten.
Durch Schneegebiete kommt man schnell wieder in grüne Landschaften und erreicht einen kleinen Stützpunkt. Hier trifft man auch wieder auf eine große Zahl an Gegnern, einige kann man allerdings ausschalten, da sie sich geschickt neben Benzinkanistern verschanzen, auf die man natürlich sofort schießen sollte. Ganz anders sieht es dagegen in der Stadt Varrez aus. Hier kämpft man zwischen Gebäuden und Zivilisten gegen eine Übermacht, die meist in Pärchen auftaucht. Man weiß gar nicht, auf wen man überhaupt schießen soll und die Tatsache, dass die Feinde von den Charakterwerten her überlegen sind, macht das Ganze nicht einfacher. So viele Interruptions habe ich selten in einem Sektor erlebt.
Spaß macht das aber schon. Wenn man taktisch klug vorgeht, hat man hier das Gefühl was erreicht zu haben, wenn die feindlichen Soldaten endlich tot im Dreck liegen.
Was mir bei dem Spiel auch noch gefallen hat, sind die kleinen Cameos bekannter Söldner, je nachdem wie man den ersten Sektor betritt, taucht einer von zwei auf. Betritt man den Sektor aus dem Westen, erlebt man Tex. Der asiatische Cowboy ist zum Westernstar geworden und gibt in einem kleinen Laden eine Autogrammstunde.
Grafisch hat sich natürlich nicht wirklich was verändert. Die gleiche Isoansicht, die gleichen Animationen. Es gab allerhöchstens ein paar neue Texturen, die aber nicht besser aussehen als die alten. Beim Thema Sound muss man nun unterscheiden: Die Musik ist gewohnt gut und die Soundeffekte gewohnt realistisch. Das wichtigste ist aber die Sprachausgabe, da die Söldner dadurch ja quasi erst zum Leben erwachen. In der englischen Version ist alles gut. Die gleichen Sprecher, das gleiche Verhalten. Alles wie gehabt. Die deutsche Version dagegen ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Man hat alle Sprecher komplett ausgetauscht und durch wesentlich schlechtere ersetzt. Diese sagen auch richtig dumme Sätze, die teilweise schon gar nicht mehr zum jeweiligen Söldner passen. Der ehemals harte Biker Nailz wird hier richtig zum Weichei und Fox hat soviel Sexappeal wie eine Scheibe Toast. Für die deutsche Version beträgt die Soundwertung deshalb 5,5/10.
Aber auch in den normalen Texten haben sich einige Übersetzungsfehler eingeschlichen und insgesamt ist die Übersetzung einfach katastrophal misslungen. Man sollte also eher zum Original greifen.
Dem Spiel liegt noch ein Map- sowie ein Campaigneditor bei. Eigene Karten und Kampagnen kann man damit nach etwas Einarbeitungszeit erstellen.
Für echte Fans von Jagged Alliance ist Unfinished Business einen Blick wert, allerdings nicht unbedingt ein Muss. Das liegt zum einen daran, dass es sich eben wie „JA2 Light“ spielt und zum anderen am hohen Schwierigkeitsgrad. Hinzu kommt eben die etwas arge Linearität, da die Welt Tracones kleiner ist und es eben nur eine einzige größere Stadt gibt. Für Einsteiger bleibt das Hauptprogramm mit seinen zahllosen Mods aber erste Wahl.
Eine Empfehlung für UB wäre noch der Mod Back 2 Business, der sich sehr gut spielt.
Publisher: Innonics Developer: Sir-Tech Erscheinungsjahr: 2000 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 10/10 | 7/10 | | Gameplay | 8/10 |
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