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Jagged Alliance 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
06.05.2006

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5 Jahre nach dem ersten Jagged Alliance veröffentlichte Sir-Tech 1999 den richtigen Nachfolger. 1995 wurde zwar Jagged Alliance - Deadly Games veröffentlicht, aber das war mehr ein selbstlaufendes Add-on bzw. im Musikbereich würde man das als EP bezeichnen. 1999 kam dann endlich Teil 2 und bot viele Neuerungen und war der endgültige Beweis dafür, dass sich gute Spiele nicht verkaufen und zu einem Schattendasein verdammt sind. JA gehört ins Genre der Rundenstrategie, vermischt mit etwas Rollenspiel und Adventure.

In Jagged Alliance 2 ist es die Aufgabe des Spielers, eine Söldnertruppe zusammenzustellen und mit dieser das kleine 3. Welt - Land Arulco von der bösen Diktatorin Deidranna zu befreien. Arulco besitzt zwar einige Minen und sehr viele Bödenschätze, aber die Bevölkerung hat nichts davon und dagegen muss eben etwas getan werden. Also machen wir uns auf zur Befreiung. Bei Spielstart darf man erstmal den Schwierigkeitsgrad wählen und zusätzliche Optionen wie mehr Waffen (reichlich überflüssig, je mehr Waffen desto besser, das sollte ja klar sein) oder den Sci-Fi Modus wo irgendwann im Spiel riesige Insekten auftauchen und Ärger machen. Ich empfehle ja lieber auf realistisch zu spielen, weil die Monsterkäfer einfach nur nerven und meist dann auftauchen wenn man am anderen Ende des Landes feststeckt. Man beginnt mit einem kleinen Geldbetrag und einem Laptop, dort surft man als erstes die Seite der Söldnerorganisation A.I.M an und sucht sich ein paar Freiheitskämpfer aus. Anfangs muss man sich natürlich mit den schlechteren zufrieden geben, weil man eben kein Geld hat. Bereits hier merkt den starken Rollenspieleinfluss, alle Söldner haben verschiedene Fähigkeiten um z.B. als Arzt oder Mechaniker eingesetzt zu werden und auch unterschiedliche Werte bei Eigenschaften wie Schussgenauigkeit oder Weisheit. Erstmals bei JA kann man auch einen eigenen Kämpfer erstellen. Dazu muss man eine menge unsinniger Fragen beantworten, daraus wird dann der Charakter generiert. Bei mir ist das immer ein gewalttätiger Psycho, das macht am meisten Spaß, wenn dieser ab und an ausrastet und an einem Gegner ein ganzes Magazin verschwendet. Später kommt noch eine 2. Söldnerorganisation dazu. Diese bietet eher ausgefallene Charaktere wie den leicht doofen Bubba oder Razor der stolz darauf ist, mit einem Messer das Alphabet in den Körper seines Opfers zu schneiden bevor dieser verblutet…

Generell fällt auf, das die Söldner keine farblosen Figuren sind. Jeder hat einen eigenen Charakter, verhält sich in Kampfsituationen anders und auch bei A.I.M. gibt es Freund- und Feindschaften. Dank einer tollen Sprachausgabe geben die Söldner ständig Auskunft darüber wie es ihnen geht oder was sie nervt. Steckt man 2 Soldaten in ein Team, die sich absolut nicht ausstehen können, kriegt man immer lustige Dialoge zu hören und auch sonst haben manche Söldner wie der Kubaner Fidel oder der durch geknallte Haywire echtes Kultpotential. Ausserdem macht das Spiel so einfach mehr Spaß, weil man quasi eine Beziehung zu seiner Truppe aufbaut.

Hat man sich für sein Team entschieden, wird man in den Startsektor befördert. Das Land Arulco ist in Sektoren unterteilt, die man nach und nach durchstreift. Auch Städte sind so aufgeteilt und man hat diese erst dann befreit, wenn man die Bösewichter aus allen Quadranten entfernt hat. In der ersten Stadt muss man erstmal Bekanntschaft mit der Guerilla Truppe machen und dann fängt das Spiel richtig an. Von nun an kann man praktisch tun und lassen was man will. Es ist natürlich immer noch das Ziel, Deidranna zu stürzen aber wie man zu ihr kommt, bleibt dem Spieler überlassen. Es ist empfehlenswert, erstmal die anderen Städte zu erobern, da dadurch die Söldner nicht nur an Erfahrung gewinnen, sondern man auch immer bessere Waffen findet. Nebenbei muss man auch noch dafür sorgen, das man Geld verdient, um eben die Söldner bezahlen zu können. Dies geschieht, in dem man Städte mit Minen erobert, diese arbeiten dann für den Spieler. Auch kann man Geld in einigen Nebenquests verdienen. Es gibt zahllose NPCs die meist mit Aufträgen nerven. Mal muss man einen entlaufenen Jungen finden, dann muss man Touristen, die sich im Land geirrt haben zum Flughafen bringen. Dafür enthält man eben meist eine Belohnung in Form von Ausrüstung oder Geld. Waffen sind natürlich das wichtigste, es gibt eine große Auswahl an Schießprügeln, von der Glock 18 über die M-14 bis hin zur Panzerfaust ist alles vertreten was laut und böse ist. Es gibt auch dafür noch Ausrüstungsgegenstände, damit sie mehr Power bekommen, egal ob Laufverlängerung, Laserscope oder Granatwerfer, da gibt es alles. Man kann auch MacGyver spielen und aus einem Stahlrohr und Klebeband selber eine Laufverlängerung basteln.

Natürlich wird nach kurzer Zeit auch Deidranna aufmerksam, das sie unwillkommenen Besuch im Land hat. Nach dem man die erste Stadt erobert hat, schickt sie ihre Truppen raus um die Stadt zurückzuerobern. Da man mit seinen Söldnern aber ständig unterwegs ist in anderen Gebieten zu kämpfen, sind diese Städte schutzlos ausgeliefert. Deshalb sollte man dort eine Miliz aufstellen. Diese kostet etwas Geld und wird von den eigenen Kämpfern trainiert, je erfahrener diese sind desto schneller und besser geht das. Die Kämpfe gestalten sich sehr abwechslungsreich. Da die KI der gegnerischen Soldaten sehr gut ist, steht man vor allem später im Spiel vor großen Herausforderungen. Die Gegner reagieren auf selbst auf kleinste Geräusche, werfen recht treffsicher Granaten und agieren auch in Truppen.

Grafisch kann Jagged Alliance 2 leider nicht wirklich überzeugen. Klar ist mittlerweile fast 7 Jahre alt, aber schon bei erscheinen war die Grafik nicht mehr zeitgemäß und die recht geringen Auflösung lässt sich auch nicht ändern. Man sieht die Maps aus einer isometrischen 2D-Perspektive. So hat man zwar eine große Übersicht, aber öfters gibt es auch Probleme, wenn man einen Söldner an eine Tür, die nach oben rechts zeigt, stellen will. Durch die Iso-Perspektive muss man direkt auf die Tür klicken und so wird sie geöffnet. Trotz dieses Problems ist die Grafik recht zweckmässig, man erkennt alles und wenn die Köpfe der Gegner platzen sieht das doch gar nicht so übel aus. Ganz anders siehts bei der Musik und dem Sound aus. Die Musik ist gut und passt sich dem Spielgeschehen an. Die Effekte, vor allem die Schußgeräusche der Waffen klingen sehr gut. Die Sprachausgabe ist in der Originalfassung perfekt und in der deutschen zumindest gut. Bei einigen Söldnern darf man sich da einen recht peinlichen Deutsch-Englisch Dialekt anhören. Die Steuerung ist sehr gut, hauptsächlich wird die Maus benutzt und nur einige Befehle werden über die Tastatur angewendet.

Bleibt abschließend noch zu sagen, das Jagged Alliance 2 eines der genialsten Spiele aller Zeiten und ganz sicher das beste Rundenstrategiespiel ist. Es ist sehr bedauernswert, das es bei Release so wenig Beachtung bekam und mittlerweile ist es recht alt, was die meisten Spieler ja abschreckt. Trotzdem kann ich es nur empfehlen und da es mittlerweile für 5€ zu haben ist, ist das Anspielen wirklich kein Problem

Eine Anmerkung zur Goldversion: Diese enthält das offizielle Add-on Unfinished Business, das auch recht gut gelungen ist. Dafür ist die Goldversion aber leicht zensiert, man kann seine Söldner nicht mehr ins Bordell schicken.

Publisher: Topware
Developer: Sir-Tech
Erschienen für: PC
Erscheinungsjahr: 1999
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound10/10
10/10
Gameplay 9,5/10

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Letzte Aktualisierung ( 06.04.2007 )
 
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