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King's Bounty - The Legend PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.12.2009

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King’s Bounty erschien 1990 und war der Vorläufer der Heroes of Might & Magic (HoMM) Reihe. Da es diese gibt, stellt sich natürlich die Frage, ob man ein Remake dieses alten Vorläufers unbedingt braucht. Das russische Entwicklungsstudio Katauri sah es jedenfalls so und veröffentlichte nun The Legend.

Als Held hat man es ja meist nicht leicht. Ständig muss man gegen böse Feinde kämpfen, Menschen retten und muss immer gut und brav sein. Der Held in King’s Bounty hat es da schon leichter. Zum einen ist er offiziell der königliche Schatzjäger und darf ungeniert plündern und zum anderen hat er eine große Armee im Schlepptau die sich im Kampf die Hände dreckig macht, während der Held zusieht und ab und zu einen Zauberspruch aus dem Ärmel schüttelt.

Vor dem Start gilt es für den Spieler aber erst einmal den Held zu wählen. Drei gibt es die natürlich in Klassen unterteilt sind: Kämpfer, Palladin und Magier, leider nur männliche Vertreter. Diesem gibt man dann noch einen Namen und schon geht es los. Man fängt vor dem königlichen Schloss an und bekommt den ersten Auftrag sowie eine handvoll Einheiten. Für ein paar Dollar mehr gibt es dann Nachschub, allerdings gibt es eine Begrenzung. Sind die Einheiten ausverkauft muss man entweder einen anderen Einheitentyp wählen oder hoffen, irgendwo ein Gebäude zu finden, der diese verkauft. Insgesamt kann man 5 unterschiedliche Einheiten ständig dabei haben. Weitere kann man in den jeweiligen Gebäuden verstauen und dort dann abholen wenn man sie braucht.
Da man keine Heimatstadt hat und auch nichts ausbauen muss, geht es bei King’s Bounty eigentlich nur darum viel zu reiten, viel zu plündern, noch mehr zu kämpfen und nebenbei 43 Millionen Quests zu lösen.
Man ist quasi wieder das Mädchen für alles, von jedem wird man angequakt und mit einer Mission belastet. Reite dort hin und hole das, reite dort hin und bekämpfe jenes. Man kennt das ja.

Das schöne an King’s Bounty ist, dass sich das Spiel nicht ernst nimmt. Humor ist etwas, das in vielen Spielen entweder gänzlich fehlt oder völlig übertrieben ist. Hier aber passt es. Man trifft auf schräge Charaktere die schräge Sachen sagen und in Quests gilt es schonmal, einen sprechenden Vogel zu suchen oder eine Horde Frösche zu befreien, da der örtliche Graf immer Frösche küsst die sich daraufhin in hübsche Frauen verwandeln. Da seine Liebe aber nicht echt ist, verwandeln sie sich zurück – und finden sich daraufhin im Burgverlies wieder, denn „da ist es kalt und dunkel, da fühlen sich Frösche doch wohl“. Das schöne ist auch, dass man Quests auf unterschiedliche Weise lösen kann. So kann man bei besagter Froschmission entweder die letzte Froschprinzessin des magischen Sumpfs in einen Sack stopfen und beim Graf abliefern oder man kann ihr helfen die gefangenen Frösche zu retten. Bei anderen Quests hat man die Wahl ob man friedlich vorgeht oder kämpfend alles abschlachtet. Schön, wenn man die Wahl hat. Auch im weiteren Spielverlauft trifft man auf einige nette Einfälle, wie einen Piraten namens Bill Murray oder Captain Hook der nun eine Strandbar betreibt. Einige andere Fantasyklischees hat man dagegen umgedreht, so beklagen sich die in den Bergen arbeiteten Zwerge (Die mitunter auch gemeinerweise ausgebeutet werden) über die Goldgier der Menschen.

Der Held levelt sich natürlich in bester Rollenspielmanier auf, jeder Kampf und jede abgeschlossene Quest gibt Erfahrung. Zusätzlich kann man Charakterwerte auch mit Artefakten hochleveln. Von Schilde über Schwerter zu Umhängen gibt es viel Plunder zu finden und zu kaufen. Im späteren Verlauf kann man auch eine Frau heiraten, die ebenfalls ein paar Bonusfähigkeiten mit sich bringt und Platz für weitere Artefakte bietet. Irgendwann kann sie dann auch mit dem Kinderwunsch nerven, wobei dieses ein reines Lotteriespiel ist. Manche Kinder sind hilfreich, andere überflüssig. Dazu findet man natürlich auch viele Spruchrollen, die meist so in der Gegend rumliegen oder in Kisten sind, die man ausgräbt. Eine der wichtigsten Charaktereigenschaften ist die Leadership, je höher dieser Wert ist, desto mehr Einheiten kann man einpacken, auch diesen kann man durch einsammelbare Flaggen steigern.

Die Reiterei bzw. spätere Bootsfahrerei findet in Echtzeit durch eine frei dreh- und schwenkbare Welt  statt, das bedeutet, das auch die herumstreunenden Gegner in Echtzeit unterwegs sind und anders als in HoMM stehen die nicht blöd rum und warten das man sie angreift, sondern sie reagieren auf den Spielern und rennen in Kamikazemanier an. Selbst wenn sie hoffnungslos unterlegen sind, sind sie so aggressiv. Bei stärkeren Gegnern hilft nur die Flucht, bis sie aufgeben und von dannen ziehen.
Der Kampf wiederum findet dann im klassischen Rundensystem auf dem Hexfeld statt. Das Schlachtfeld kann mitunter auch einige Gegenstände aufweisen. Im Weg liegenden Steine oder Holzstämme, Kisten die Gold oder andere Boni beinhalten oder Gegenstände die hilfreiche Magie an in der nähe stehende Einheiten abgeben oder sie attackieren. Die Kämpfe gestalten sich so schon recht abwechslungsreich, werden durch die zahllosen Einheiten aber noch spannender gestaltet. Die Einheiten haben allesamt spezielle Fähigkeiten die sie einsetzen können und mitunter wird man schon mal überrascht, wenn die Wölfe losheulen und so die gegnerische Kämpfer in Schrecken versetzen, was bedeutet das sie automatisch agieren und nur schwächere Einheiten attackieren oder die Marauder die auch über 2 Felder hinweg angreifen können und fies lachen wenn sie eine Einheit zerstört haben. Sehr interessant gestalten sich auch die Kämpfen gegen riesige Zwischengegner wie eine große widerliche Spinne oder eine monströse, den ganzen Bildschirm füllende, Schildkröte.

Die Steuerung per Maus geht leicht und locker von der Hand. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar in drei Stufen wählbar, muss aber trotzdem als extrem unausgewogen bezeichnet werden. So kann es schon im Startbereich vorkommen, das man auf, zu dem Zeitpunkt, unbesiegbar starke Einheiten trifft, während der weitere Spielverlauf leichter wird. Auch die Turmkämpfe, wo man nicht nur gegen zig Einheiten kämpft sondern auch noch starke Türme sind eine Herausforderung. Einsteiger könnten hier wohl schnell frustriert sein.

Auch ist King’s Bounty eine reine Einzelspielergeschichte, allerdings könnte ich mir auch nicht vorstellen, wie man hier vernünftig einen Mehrspielermodus hätte einbauen können. Aber dafür gibt es ja eben Heroes of Might & Magic.

Die Grafik ist sehr bunt und überzeugt durch Abwechslung. Es gibt Wälder und Eislandschaften, man fährt über das Meer an piratenbelagerten Stränden vorbei und erfreut sich an den hübschen Grafiken. Auch die Schlachtfelder sind immer passend in Szene gesetzt und generell überzeugt das Spiel durch viele kleine Details, wie etwa Tiere die am Rand vorbeihüpfen. Auch die Animationen sind sehr gut gelungen, vor allem manche Sterbeanimationen von Einheiten sind sehr niedlich.
Bei der Musik gibt man sich betont episch. Mir gefällt die Musik besser als etwa von jene von HoMM 5. Die Soundeffekte sind auch sehr gut gelungen. Etwas schade, gerade bei den teilweise abgefahrenen Charakteren ist, dass auf Sprachausgabe konsequent verzichtet wurde. Alles wird in Textform präsentiert. Schade.

Insgesamt ist King’s Bounty – The Legend ein sehr unterhaltsames, spaßiges Spiel das mich doch viele Stunden gut unterhalten hat. Auch wenn nicht jeder Witz zündet und manche Kämpfe schon fast unfair schwer sind, macht die Goldsucherei doch sehr viel Spaß und das typische unbezahlbare „Nur noch dieser Kampf, nur noch diese Quest, also das Gebiet will ich noch sehen...hey warum ist es plötzlich 4 Uhr früh?“-Feeling stellte sich bei mir nur allzu oft ein. Die Welt ist abwechslungsreich genug so das man über die oft nur allzu ähnlich gestalteten Quests genauso hinwegsehen kann, wie die doch etwas fehlende Sprachausgabe. Für Abenteurer, Kämpfernaturen und Fans der HoMM-Reihe ist King’s Bounty auf jeden Fall das richtige Spiel.

Publisher: Atari
Developer: Katauri
Erscheinungsjahr: 2008
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8,5/10  Spielspass
Sound7/10
9/10
Gameplay 8,5/10

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