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Gigs, Groupies und Millionen – Rockstar zu sein, hat schon so seine Vorteile und (scheinbar) hat man ein ganz leichtes Leben. Den Traum vom Rockstar haben viele Menschen, nur die wenigsten können ihn in die Tat umsetzen. Zum Glück gibt es Spiele, die das zumindest simulieren können und einen Einblick in das Musikgeschäft bieten. Rock Legend stammt von Positech Games, ein kleiner Independententwickler, der mittlerweile so einige Spiele veröffentlicht hat.
In Rock Legend erstellt man sich erstmal selbst und gibt seiner Band einen Namen. Dann geht es erstmal an das Suchen nach weiteren Musikern. Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Saxophon stehen zur Wahl und um jeden Posten reißen sich die Musiker. Diese haben nicht nur eine Fähigkeit sondern auch bis zu drei Charaktereigenschaften. Da gibt’s den Pessimisten, der beim kleinsten Felschlag aufgibt ebenso wie den Chaot, der jeden Umkleideraum in ein Trümmerfeld verwandelt und auf der Bühne wie Keith Moon agiert. Aber auch positive Eigenschaften gibt es und man muss die perfekte Mischung finden. Manche Musiker mögen sich, andere nicht. Konfliktpotential sollte man beseitigen. Hat man die Band zusammengestellt, geht es an die Karriere. Original dauert das Spiel lediglich 5 Jahre, dank der Tatsache, dass man praktisch jeden Parameter frei verändern darf, kann man auch praktisch unendlich lange spielen. Nach dem Ende, erfolgt eine Bewertung der Karriere.
Am Anfang ist man ganz unten, mit ein wenig Geld und man muss erstmal Instrumente besorgen. Ein paar Lichteffekte wären auch nicht verkehrt und Musik CDs bringen Inspiration für eigene Lieder. Hat man später viel Geld, kann man sich den Luxus leisten. Aus der billigen Klampfe wird eine mehrere tausend Dollar teure E-Gitarre, die langweiligen Farbstrahler werden durch Laser ausgetauscht, Roadies tragen die Instrumente und Manager sorgen dafür, das man einen Plattenvertrag bekommt. Selbst an „Spinal Tap“mäßige Accessoires wie ein großer Totenschädel, ein Stonehenge Bühnenset und Kuhglocken wurde gedacht.
Danach geht es an die Songproduktion. Vielleicht sollte man vorher aber erst üben, damit man die Instrumente im Griff hat. Dies erfolgt über ein kleines Minispiel. Eine Tastenfolge wird vorgegeben, man muss sie nachmachen. Das kennt man aus zig anderen Spielen. Das Songwriting ist ebenfalls ein Minispiel, man hat kleine Notenzettel, die man sinnvoll aneinanderfügen sollte. So, dass es vom Stil her passt und das die farbigen Noten verbunden sind. Je nachdem hat man dann einen langweiligen Schrottsong oder den All-Time Classic (Den jeder kennt und beim Konzert hören möchte, aber die Band nicht mehr spielen will, weil sie genervt davon sind). Die Rehersals zum einüben der Stücke werden absolviert und hierbei hat man die Wahl zwischen verschiedenen Locations. Von der kleinen Garage zum Protzstudio, haben diese Örtlichkeiten Auswirkungen auf die Motivation der Musiker.
Hat man alles erledigt, geht es an die Gigs. Ab 6 fertigen Songs darf man Konzerte bestreiten. Natürlich erstmal in Bars, vor ein paar gelangweilten Zuschauern. Erarbeitet man sich einen guten Ruf und macht genug Werbung, wird man bekannter. Interviews mit Radio, Zeitung, Fernsehen und Internetseiten folgen und von den kleinen Bars geht es in die Arenen der Welt. Hier kann es passieren, dass Manager von Plattenlabels kommen und einen Vertrag anbieten. Ab dann darf man Alben kostenlos produzieren und verkauft mehr von diesen. Ansonsten muss man für das Studio bezahlen und kann CDs nur bei Konzerten verkaufen. CDs muss man selbst produzieren. Man wählt die Songs und mischt dann die Musiker ab. Das Ganze hat Auswirkungen auf die Qualität und natürlich will jeder, dass sein Instrument am lautesten ist. Hier muss man auch wieder die passende Mischung finden. Ist man berühmt, kommen auch Anfragen für Charitygigs, wo alle Einnahmen (auch aus verkauftem Merchandise) für wohltätige Zwecke gesammelt werden. Das macht die Band beliebt beim Publikum. Nicht ganz so gut kommen Sponsorenverträge an, aber auf das Geld ist man angewiesen.
Das weitere Rockstarleben wird mit dem Anhören der CDs und Besuchen anderer Konzerte verbracht. Das sorgt für die nötige Inspiration und neue Notenzettel, die man für Songs verwenden kann.
Leider gibt es aber dann noch ein paar Kritikpunkte. Mir fehlen vor allem Charts. Wie verkauft sich das Album? Kommt es gut an und was machen die anderen Bands, deren Konzerte man besuchen kann? Ebenfalls schade ist, dass man jede Instrumentenposition nur einmal besetzen kann. Kein 2. Gitarrist und keine Experimente. Auch ist es recht schwer, Bekannt zu bleiben. Für Gigs macht man Werbung per Plakate und Handzettel. Dieser Bekanntheitsgrad verschwindet recht schnell und irgendwann bringt diese Werbemöglichkeit nichts mehr. Durch Interviews steigt der Bekanntheitsgrad aber auch nur sehr gering und weitere Werbemöglichkeiten für Gigs gibt es nicht. So ist man irgendwann an der Spitze und kann dann zusehen, wie nach und nach immer weniger Zuschauer kommen.
Grafisch wird nicht sonderlich viel geboten. Ein Desktop, ein paar Bilder und der Konzertscreen, der zumindest ein paar Effekte bietet. Richtig großartig ist dagegen die Musik. Einige kleine Bands stellten Songs zur Verfügung, die durchaus recht gut klingen. Ein paar Soundeffekte wie der Jubel der Zuschauer gibt es auch noch.
Kudos: Rock Legend ist ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Spiel, das zwar recht herausfordernd ist, aber Spaß macht. Zwar fehlt die absolute Langzeitmotivation, es ist kein Spiel für Monate, aber bei dem günstigen Preis, der für dieses Spiel verlangt wird, darf nicht gemeckert werden.
Offizielle Webseite
Publisher: Positech Games Developer: Positech Games Erscheinungsjahr: 2007 Erschienen für: PC, Mac Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Mittel-Hoch
 
| Grafik | 4,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9/10 | 7/10 | | Gameplay | 7,5/10 |
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