|
"Hi, my Name is Larry, Larry Laffer" so stellt sich Larry bei jeder Frau vor und erhält zumeist direkt eine Abfuhr. Er kann einem schon leid tun, dieser kleine Mann in einem schlecht aussehenden Polyesteranzug. Er war schon immer der typische Nerd und so wurde er natürlich Softwareentwickler. Sein Leben änderte sich, als er mit 38 Jahren endlich mal in die Pubertät kam und nur noch an Sex denken konnte. Was natürlich direkt dazu führte, dass er seinen Job verlor und da seine Mutter das gemeinsame Haus verkauft und in Urlaub gefahren ist, steht er nun ganz allein da. Er will jetzt aber sowieso das "wilde Leben" genießen und macht sich auf nach Lost Wages (Eine Art Las Vegas), dort verkauft er seinen Volkswagen und findet sich mit knapp 100 Dollar in der Tasche vor einer schmierigen Bar wieder. Lefty's ist auch der Startpunkt des Adventures, wo man als Spieler die Steuerung Larrys übernimmt. Sein eigentliches Ziel ist es, innerhalb von 2 Stunden das erste Mal Sex zu haben. Diese 2 Stunden laufen in Echtzeit ab, schafft man das Ziel nicht, bringt sich Larry vor lauter Selbstmitleid um. 1987 erschien dieser erste Teil der Adventurereihe und um es überhaupt erstmal spielen zu dürfen, muss man sein Alter unter Beweis stellen und das in einem Quiz beantworten. Die Fragen sind nicht nur rein auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten sondern auch völlig veraltet. Hat man diese Hürde hinter sich gebracht, stellt man als nächste fest, dass die Maus als Eingabegerät damals nicht so angesagt gewesen ist. Gesteuert wird Larry nämlich wahlweise per Joystick (bzw. heutzutage Gamepad) oder die Tastatur. Letztere braucht man aber so oder so, da es keine anklickbaren Verben wie etwa bei den Lucas Arts Adventures gibt sondern eine Textzeile. Will man also eine Tür öffnen, muss man Larry davor platzieren und "open door" eingeben. Der Parser allein ist schon ein Adventure, da man eben die richtigen Begriffe finden muss und das steuern Larrys ist auch alles andere als einfach. "You're to far away" oder "Move Larry closer to…" wird man sehr oft lesen dürfen. Man besucht viele Örtlichkeiten, neben der schmierigen Bar auch den Raum eines Zuhälters samt Prostituierter (die richtig fies aussieht), ein Casino, eine Kirche, ein Minimarkt und eine Disco. Diese Gebäude sind mit vielen Details ausgestattet, im Casino kann und muss man Blackjack oder am einarmigen Banditen spielen und man kann sich die schlechten Witze eine Stand-Up Comedian anhören. Auch wenn Larry immer als Spiel für Erwachsene bezeichnet wird, wird eigentlich alles zensiert was auch nur im geringsten mit Sex zu tun hat (Ein dicker Balken mit dem Wort Censored erscheint). Der Humor ist auch eher von der harmlosen Sorte, bietet aber viele lustige Szenen. Etwa wenn Larry eine Frau heiratet und diese ihn in der Liebesnacht nicht nur ausraubt sondern gleich noch ans Bett fesselt oder wenn Larry im Minimarkt (Der Quikki Markt heißt und von einem Inder geleitet wird - ich frage mich, ob Matt Groening Larry kennt…) Kondome kauft und der Ladenbesitzer das lauthals publik macht, so dass die anderen Kunden Larry auslachen. Leider ist das Spiel relativ kurz, wenn man weiß, was man machen muss, kann man es gar in knapp 15 Minuten durchspielen. Lediglich das Geld verdienen im Casino kann länger dauern, da man auf das Glück angewiesen ist. Trotzdem wird man beim ersten Mal spielen wohl kaum direkt zum Ende kommen, denn anders als bei etwa den Lucas Arts Adventures kann man hier sterben. Man muss nur einen Bildschirm zu weit nach rechts oder links gehen und wird direkt von einem Schläger verprügelt oder man vergisst im Taxi zu zahlen (oder geht mit einer Flasche Alkohol ins Taxi…) und wird vom Taxifahrer zur Strafe überfahren. Diese Sterbeszenen sind immer recht witzig und einfallsreich in Szene gesetzt. Viele kleine Easter Eggs gibt es auch zu entdecken. Grafisch ist das Spiel natürlich keine Offenbarung und war es damals schon nicht. Die EGA Grafik in grober Auflösung bietet zwar viele Farben, aber das macht es mitunter sogar schwer, Gegenstände zu erkennen. Die Animationen sind auch nicht der Rede wert. Beim Sound das gleiche, der PC Speaker piepst fröhlich vor sich hin, zwar kann man erkennen, das es so was wie Musik geben soll, aber es ist weit entfernt von Soundblaster Musik. 1991 erschien ein Remake dieses Spiels. Das bietet 256 Farben VGA Grafik, anständige Musik, Soundeffekte sowie eine Maussteuerung. Technisch ist das zwar besser, aber leider hat man aber einige Easter Eggs und sogar Sterbeszenen wurden raus genommen, was schon etwas schade ist. Leisure Suit Larry ist Kult und dieses erste Spiel legte den Grundstein für eine doch recht gute Serie. Es mag nicht Monkey Island sein, aber ein unterhaltsames Adventure ist es allemal. Publisher: Sierra Developer: Sierra Erscheinungsjahr: 1987 Erschienen für: PC, Amiga, Apple, Atari Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel
| Grafik | 6,5/10 | | Spielspass | | Sound | 5,5/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 7/10 |
Im Forum kommentieren |