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Mad TV PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
06.05.2006

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Wenn man sich das Fernsehprogramm heutzutage so ansieht, kann man meistens nur noch weinen. Irgendwie läuft zu 90% Müll und ich denke, dass jeder eine Idee hat, wie der ultimative Fernsehsender aussehen könnte. Leider kann man sich ja nicht mal eben einen eigenen Fernsehsender kaufen, so bleibt nur der Griff zur Simulation am PC. Im Gegensatz zu z.B. den doch recht zahlreichen Fußballmanagern gibt es bis heute aber nur ganz wenige WiSims, die das Thema Fernsehsender haben und die meisten davon sind doch eher verdammt schlecht. Einzig Mad TV sticht da positiv hervor, so dass es auch nach 15 Jahren immer noch sehr viel Spaß macht.

Nur - woran mag das liegen? Hauptsächlich wohl daran, dass sich das Spiel nicht sonderlich ernst nimmt. So wird man schon gleich bei Spielstart von einem Chef begrüßt, der überzeichnet bösartig ist, die Filmbeschreibungen sind eher witzig und die meisten Räume des Hochhauses, wo die 3 Fernsehsender Mad TV, Fun TV und Sun TV untergebracht sind, sind herrlich sinnlos. Gut, nicht völlig sinnlos, ab und zu kommt ein arabischer Bombenleger vorbei, der eigentlich das Konsulat von Duban sprengen will, aber es gibt da eine nette Hinweistafel im Erdgeschoß wenn man diese manipuliert, in dem man das Schild von Duban nun auf einen Raum des Gegners legt, so wird dieser stattdessen gesprengt. Leider wissen das auch die beiden Gegner und so kann man selbst schnell das Opfer werden. Abseits des Bombenspaßes gibt Mad TV dem Spieler zwei Ziele vor: Einerseits einen erfolgreichen Sender aufbauen und die Konkurrenz verdrängen und andererseits die Gunst der Kulturreporterin Betty Botterblom zu gewinnen. Dies erreicht man durch Geschenke und das Senden von „Kultur Heute“ und anderer kultureller Beiträge, schrecklichen Sendungen, die wirklich niemand sehen will, was man eben auch sehr schnell an der Einschaltquote sehen kann… Aber was tut man nicht alles um das Herz einer Frau zu erobern...

Anfangs startet man mit wenig Geld und einem Sender mit geringer Reichweite, durch günstige aber quotenträchtige Filme und gewinnbringende Werbung verdient man jedoch schnell Geld und kann so teurere Filme und Sendetürme bzw. Satelliten kaufen. Je mehr Zuschauer, desto besser dotierte Werbung kann man schalten und somit gibt es mehr Geld. Neben dem Kauf von Filmen und Serien, kann man auch eigene Shows und komplette Serien produzieren, das ist wesentlich zeitaufwändiger und preisintensiver, kann mitunter aber sehr hohe Einschaltquoten bringen. Anfangs hat man nur ein Studio der Stufe 1, damit kann man nur kleine Shows kaufen. Für mehr, braucht man wieder den Bombenleger, den setzt man auf die überflüssigen Räume an (je weiter Rechts im Haus desto größer), die dann gesprengt werden und dann angemietet oder gekauft werden können, um größere Produktionen zu erstellen. Jeder Spieltag beginnt um 17 Uhr und bereits eine Stunde später ist Sendestart, das Programm geht dann bis 1 Uhr, der Tag endet. 5 Minuten vor jeder vollen Stunde folgt ein Werbeblock und zur vollen Stunde kommen die Nachrichten. Nachrichten sind auch generell ein wichtiges Thema, anfangs hat man nur Politiknachrichten, mit etwas Geld kann man sich dann später auch Entertainment und Vermischtes dazu kaufen, diese werden zumindest zu Spielbeginn geupdatet und ab und zu zur vollen Stunde. Nachrichten mögen im ersten Augenblick eher unwichtig erscheinen, aber sie können einigen Einfluss auf die Einschaltquote des nächsten Films haben und außerdem werden ab und zu die so genannten Sammys vergeben, Auszeichnungen für das beste Kulturprogramm, die besten selbst produzierten Serien oder eben die Nachrichten.

Spielerisch zählt Mad TV zu jenen Spielen, die absolut simpel zu bedienen sind, aber eine große Spieltiefe haben. Es macht einfach Spaß ein eigenes Fernsehprogramm zu gestalten und zu sehen wie erfolgreich man ist. Nachteilig ist hierbei lediglich die KI. Die beiden Computergegner sind auch auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad keine allzu große Konkurrenz, sie machen zu viele Fehler und senden Filme zu oft und nach 2 Wochen sind sie meistens nicht mehr existent. Aufgrund des hohen Alters des Spiels gibt es auch keinen Multiplayermodus, das ist relativ schade und trübt den guten Eindruck ein wenig. Das Alter macht sich auch beim Umfang bemerkbar, insgesamt gesehen, gibt es doch etwas zu wenige Serien und Filme. Entwickler Rainbow Arts hat das schon damals erkannt und wollte ein Add-on mit neuem Material veröffentlichen, leider ist das aber nie erschienen und einen Editor gibt es natürlich auch nicht. Das sind aber eigentlich die einzigen beiden Kritikpunkte am Spiel.

Die Grafik war für die damalige Zeit recht ok. Es ist eben nur VGA-Grafik, mit wenigen Animationen, aber die paar die es gibt, sind doch recht gelungen wie z.B. bei der Fernsehfamilie oder der strickenden Oma. Auch sonst ist alles schön übersichtlich und klar designed. Die Musik besteht aus Midi-Gedudel, zwar haben die Räume alle unterschiedliche Musik, aber nach einiger Zeit nervt sie dann doch. Bei der Steuerung greift man auf die Maus zurück, mehr braucht man für das Spiel nicht (außer beim Anlegen von Spielständen) und die ist sehr gut gelungen. Mit der Tastatur kann man das Ganze aber nicht wirklich steuern – aber wer will das schon?

Insgesamt ist Mad TV immer noch die ultimative Fernseh-WiSim, es gibt kein anderes Spiel, das den enormen Spielwitz und Unterhaltungswert erreicht und auch nach so vielen Jahren so viel Spaß macht. Da wohl auch nie mehr ein Fernsehmanager da ran kommt, sollte man Mad TV unbedingt mal gespielt haben.

 

Publisher: Rainbow Arts
Developer: Rainbow Arts
Erschienen für: PC, Amiga, Atari ST
Erscheinungsjahr: 1991
Anzahl Spieler 1
Schwierigkeitsgrad: 3stufig Wählbar, Mittel

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Grafik7/10  Spielspass
Sound5/10
9/10
Gameplay 9/10
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Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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