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Mafia PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.08.2006

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Mafia ist mal wieder ein gutes Beispiel für ein Spiel an dem sich die Geister scheiden. Die einen meinen, es mit GTA vergleichen zu müssen und die anderen nehmen das Spiel einfach so, wie es ist. Die Geschichte des Taxifahrers Tommy Angelo, der durch einen Zufall in die ehrenwerte Familie von Don Saleri gerät und die Chance nutzt, um sich hochzuarbeiten, ist in vielen Zwischensequenzen genial erzählt. Mitunter erinnert das Ganze etwas an Goodfellas, wogegen das 30er Jahre Setting mehr mit Godfather zu tun hat. Auf jeden Fall ist das eine gelungene Mischung.

Angesiedelt ist dies in der fiktiven Stadt Lost Heaven, die ein wenig an New York erinnert. Die Stadt ist groß und mit den lahmen Autos der damaligen Zeit dauert es auch recht lange, bis man von einem Ende zum anderen Ende der Stadt kommt. Hier kann man durch die Straßen fahren, sowohl mit dem Auto, als auch mit der Straßenbahn. Eben hier kommt die große Kritik an dem Spiel zum tragen: Man kann nicht viel machen. Gebäude sind nur dann betretbar, wenn sie in der Mission gebraucht werden, ansonsten sind die Häuser nur Kulisse. Persönlich stört mich das nun nicht so sehr, da die Story packend ist und die Missionen recht abwechslungsreich. Aber zumindest ein paar Standardgebäude, wie Waffenläden, die Rennstrecke oder Saleris Lokal hätte man offen lassen können.

Fährt man nun also so durch die Stadt, muss man sich brav an das Gesetz halten. Anders als in GTA ist die Polizei nicht völlig dämlich und kennt die Gesetze. Schon die minimalste Geschwindigkeitsübertretung hat zur Folge, dass sich die Polizei an die Stoßstange klebt und erst dann klein beigibt, wenn man sie abgehängt hat, was am besten dadurch ermöglich wird, in dem man raus aus der Stadt in die Botanik fährt. Rund um die Stadt ist ein großes Straßennetzwerk mit sehr schöner Umgebungsgrafik angelegt worden.

Leider ist die Polizei nicht gerade intelligent und cheaten tun sie auch noch. Die passt sich der Geschwindigkeit des Spielerautos an. Fährt man mit einer lahmen Gurke, sind sie auch langsam, hat man dagegen ein Hochgeschwindigkeitsauto, schalten sie scheinbar auch den Turbo ein. Wird man von ihnen gejagt und hält an, springen sie so gleich aus ihrem Auto und versuchen den Spieler zu verhaften. Das klappt nicht, wenn man mit der Fahrerseite neben einem Haus parkt. Von der Beifahrerseite haben diese „Superbullen“ noch nie etwas gehört.

Natürlich wird das Hauptaugenmerk auf die Missionen gelegt. Diese sind recht abwechslungsreich. Mal muss man eine Person sicher nach Hause befördern, dann muss man Schutzgeld erpressen, Mitglieder der feindlichen Bande zusammenschlagen usw. Hier haben sich die Entwickler recht viel Mühe gegeben. Unterbrochen wird der normale Missionsstrang dann noch von einem Rennen, das mir persönlich gut gefiel. Den meisten Spielern aber nicht, weil sie wohl dachten, dass sie das auch mit Tastatur spielen können…

Was bei den Missionen sehr deutlich auffällt ist, das alles einen festen Ablauf hat. Man arbeitet hier also klassisch mit Scripten, weil man wohl keine anständige KI zusammen bekam. KI gibt es wirklich nicht. Man ist manchmal mit anderen Mafiosis unterwegs, die sind aber so dämlich, dass sie immer mitten ins Feinfeuer rennen oder nur dumm rumstehen. Blöd, dass man die Mission verliert, sobald sie sterben. In anderen Missionen muss man Fahrer aufhalten. Auch hier wieder ein Script und der Fahrer fährt brav immer die gleiche Strecke ab und wenn man ihn verjagt, flüchtet er ein paar Meter, nur um dann wieder zu seinem Scriptweg zurück zu kehren.

Grafisch ist Mafia sehr gelungen, auch wenn das Schadensmodell an den Fahrzeugen nicht wirklich realistisch aussieht. Die Stadt ist riesig und schön, die Personen sehen auch recht gut aus, ein paar Animationen hätten es hier sein dürfen. Aber die Atmosphäre passt auf jeden Fall. Musikalisch wird Jazz und Swingmusik geboten, was anderes wäre wohl auch eine Überaschung. Die Soundeffekte sind recht gut und die Sprachausgabe, sowohl in deutsch als auch englisch absolut gelungen.

Wie bewertet man nun Mafia? Auf der positiven Seite stehen eine gut designte Stadt, eine tolle Story, interessante Charaktere, gute Musik, stimmungsvolle Grafik und einige gelungene Missionen, die abwechslungsreich sind. Auf der negativen Seite hat man dafür eine katastrophale KI ,die diese Bezeichnung nicht verdient, absolute Linearität dank viel zu vieler Scripte, wenig Freiheiten im Gamedesign und kaum Wiederspielenswert. (Und auf den Konsolen ist das Spiel so katastrophal schlecht, das es nicht mal 1€ wert ist). Trotzdem ist Mafia beim ersten Mal durchspielen sehr gut. Es macht Spaß und wenn man sich nicht durch den Hype um das Spiel blenden lässt, hat man dabei sogar ziemlichen Spaß. Aber nach dem man den Abspann sah, wird das Spiel wohl für lange Zeit im Schrank verschwinden. Mafia ist ja mittlerweile sowieso sehr günstig erhältlich.

Publisher: Take 2
Developer: Illusion Softworks
Erscheinungsjahr: 2002
Erschienen für: PC, PS2, Xbox
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8,5/10  Spielspass
Sound9/10
7/10
Gameplay 8/10

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Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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