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Mag!!! PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
24.06.2006

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Deutschland, Mitte der 90er, ein Genre regiert den PC: Wirtschaftssimulationen. Nirgendwo sonst war damals dieses Genre so erfolgreich, welches aktuell eine Art Revival unter der Bezeichnung Tycoon erlebt. Greenwood war eines jener Unternehmen, die praktisch nur solche Spiele entwickelten und so brachten sie 1996 Mag!!! Heraus. Wie man es am Titel ja schon erahnen kann, geht es um Magazine, genauer Spielemagazine. Das war auch sehr gut, weil ja wohl jeder Leser eines Magazins ganz genau weiß, was man verbessern kann, und da die Marktforschung ja immer alle guten Ideen vernichtet, muss man eben selbst etwas machen. Spielbar sind die Jahre 1986 bis 1995, also praktisch die Zeit, als bei Spielen noch Innovation und Gameplay im Vordergrund standen und nicht Grafik. Man kann sich das Startjahr aussuchen oder einfach eine Kampagne, also alle Jahre am Stück, spielen.

Durch einen Patch, der auf der CD dabei ist, kann man dafür sorgen, dass alle Redakteure, Magazine und Spiele, sowie deren Hersteller die Originalnamen haben, was sehr stark die Atmosphäre verbessert.

Hat man also das krampfhaft „lustige“ Introvideo der PC Games überstanden, startet man mit der Magazingründung und wählt erstmal einen Namen, das Cover, das Layout und die Grundthemen. Dann findet man sich im Redaktionsbüro wieder und braucht Angestellte. Die meisten Redakteure nehmen den Job natürlich dankend an und wenn man seine 5-6 Redis gefunden hat, beginnt der Alltag. Dieser beginnt jeden Tag im Büro, von dort geht es in die Redaktionsräume, in denen man den Angestellten die neuesten Testmuster aufs Auge drückt. Die Redis haben alle unterschiedliche Fähigkeiten und auch Genrevorlieben, außerdem sind sie ja auch nur Menschen und können so nur bis 150% belastet werden, wobei man mehr als 100% nur in Ausnahmefällen machen sollte. Jedes Spiel und jede Magazinrubrik wie News oder Hardware haben eine unterschiedliche Auslastung und ein Rollenspiel natürlich mehr als ein 08/15 Ego-Shooter.

Der Spieler selbst, darf leider nichts testen (aber von vielen Spielen gibt es eingescannte Tests aus der ASM zu lesen), in der übrigen Zeit kümmert man sich um Kontaktpflege, z.B. um Exklusivtests der Hersteller zu bekommen oder um Werbung zu machen. Nebenbei kann man auch noch viele andere Dinge bestimmen: Über den Verkaufspreis, die Auflage bis hin zum Preis für Abonnenten und ob es vielleicht eine Prämie für diese gibt. Natürlich gibt es auch die genretypischen Zufallsereignisse, dass z.B. herauskam, dass man vom Hersteller für eine gute Bewertung eine Hawaiireise bekommen hatte. Ab und an gibt es auch den Leserbrief des Monats, der dann entweder voller Lob ist oder konstruktive Kritik bringt. Ab und zu wird das Magazin darin aber auch einfach nur zerrissen.

Ist ein Monat zu Ende, geht es zur Redaktionskonferenz. Hier sieht man, wie viele Seiten das Magazin hat und wie diese verteilt sind. Sind z.B. zu viele Newsseiten, kann man diese auch kürzen. Ebenfalls sieht man alle Tests und deren Bewertungen. Wurde aber der neueste Hit von Electronic Arts schlecht bewertet, möchte man wohl doch lieber die Bewertung hoch setzen, damit man es sich mit denen nicht verscherzt. Ganz wie in der Realität möchte man fast sagen. Damit das Spiel nicht zu arm an Abwechslung wird, schlagen die Redakteure auch ab und an neue Dinge vor, wie z.B. die Einführung einer CD-Rom, Poster oder einen Verlagsshop wie ihn auch früher der PC Joker hatte. Da kann man dann die abenteuerlichsten Sachen einkaufen, um sie dann über das Magazin wieder gewinnbringend zu verkaufen. Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist generell sehr hoch, vor allem in späteren Jahren, wenn die Cover CD kommt, die immense Kosten verursacht und man trotzdem nicht mehr verkauft. Man braucht schon etwas Glück und Wissen, was wann wie beliebt ist. Richtig stressig wird es, wenn man 2 oder mehr Magazine auf dem Markt hat und sich um alle gleichzeitig kümmern darf. Trotzdem ist das Spiel nicht unfair schwer.

Grafisch präsentiert es sich im Comiclook, wie fast jede WiSim damals und das Ganze ist auch sehr schön anzusehen, nur mangelt es an Animationen. Der Sound ist auch typisch für das Genre: Sehr nervig aber zum Glück abstellbar.

Insgesamt ist Mag!!! eine sehr gelungene, aber auch unbekannte Wirtschaftssimulation, die sehr viel Spaß macht und eigentlich nur einen entscheidenden Nachteil hat: Die Begrenzung auf die Jahre 1986-95 und man kann im mitgelieferten Editor zwar alles verändern, aber nicht mehr Jahre hinzufügen. Sehr schade, aber Retrofans dürfte das ja nicht stören.

Grafik: 7/10
Sound: 5/10
Gameplay: 8/10
Spielspaß: 8/10

Publisher: Greenwood
Developer: Greenwood
Erscheinungsjahr: 1996
Erschienen für: PC, Amiga
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Schwer

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Grafik7/10  Spielspass
Sound5/10
8/10
Gameplay 8/10

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Letzte Aktualisierung ( 20.07.2008 )
 
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