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Max Payne PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
06.04.2007

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„They are all dead“ und das Ende ist der Anfang. Max Payne beginnt quasi mit dem Outro und das ist nach wie vor recht ungewöhnlich. Alles, was man im Spiel erlebt, ist ein Flashback Paynes.
Nach dem Outro folgt natürlich das Intro. Wir lernen Max Payne kennen, einen Detective und man merkt sofort, dass man es hier mit einer wohl etwas härteren Version von Dirty Harry zu tun hat und doch, ist Max Payne kein gnadenlos harter Mensch. Er hat eine Familie, eine Frau und ein Kind und lebt mit ihnen in einem Haus in Jersey. Der amerikanische Traum, so nennt er das Ganze. Träume sind wie Seifenblasen, irgendwann zerplatzen sie alle und so findet sich auch Max am Ende seines Traumes. Er kommt von der Arbeit nach Hause, irgendwas stimmt hier nicht. Die Schreie seiner Frau zerstören die Stille. Als Spieler greift man hier schon ein, man versucht zu retten, was nicht mehr zu retten ist. Ein paar Junkies haben seine Familie getötet. Valkyr heißt diese und Max will sich an den Entwicklern dieser Designerdroge rächen, dafür, dass sie seinen Traum zerstört haben.

Die Story ist eine Mischung aus Film Noir und Pulp Fiction Comics und auch wenn hier sehr viele Klischees gerade zu breitgetreten werden, ist das hier wohl eine der besten Handlungen, die man jemals in einem Computerspiel sah. Die Charaktere sind tiefgehend  und wirken nicht einfach sinnlos reingeworfen. Die Bösen sind böse und man ist froh, wenn sie endlich beseitigt wurden. Erzählt wird die Geschichte in kleinen Zwischensequenzen und Comics, die dem Ganzen einen ganz eigenen Stil verleihen.

Lange wurde an diesem Spiel entwickelt. Remedy begann schon 1996 und das Spiel wurde immer mehr gehyped. Seine Versprechungen konnte es halten, Max Payne war damals wohl das beste Actionspiel. Vollgepackt mit Waffen und gnadenloser Action, dank unzähliger Gegner die aus allen Winkeln der Gebäude zu strömen scheinen.
Dabei hält sich das Spiel bewusst einfach. Rätsel gibt es hier nicht. Ab und zu darf man mal Schalter drücken. Interessante Dinge, wie Briefe oder Nachrichten im Fernsehen, werden durch ein Ausrufezeichen angezeigt. Zwingend notwendig ist das Ansehen dieser Dinge nicht, aber sie verleihen der Geschichte wesentlich mehr Tiefe.
Das Hauptfeature, welches Max Payne wohl berühmt machte, ist die Bullet Time. Ähnlich wie bei der Matrix, wird alles in Zeitlupe geschaltet. Die Gegner können nicht mehr ausweichen, während man sich selbst noch recht schnell bewegen kann. So hat man eine Chance um sich auch mal gegen 4 oder 5 gleichzeitig erscheinende Gegner durchzusetzen und natürlich sieht es auch einfach genial aus, wenn man in Zeitlupe um eine Ecke springt und die Gegner zu Boden befördert, bevor sie überhaupt realisieren, was los ist.
Waffen gibt es natürlich viele. Von einfachen Berettas über Shotguns hin zu Sniperwaffen oder einer M4. Auch Granaten oder Molotov Cocktails können eingesetzt werden. Schutzrüstungen oder Medipacks gibt es dagegen nicht. Das Einzige, was das Überleben von Max Payne sichern kann, sind die Painkiller.

Großes Lob verdient das Spiel auch wegen seines Realismus. New York ist düster und dreckig nachgebildet, ein heftiger Schneesturm tobt und so haben die Entwickler den perfekten Grund geliefert, warum keine Passanten auf der Straße sind. Alle Menschen, denen Max begegnet sind Feinde und mit denen liefert man sich tolle Shootouts.
Auch die Gebäude sind realistisch gehalten. In einem heruntergekommenen Hotel, kann man einzelne Zimmer betreten und die Interaktion ist gewaltig. Man kann Fernseher anschalten, Getränkeautomaten bedienen. Später kommt man in einen Club namens Ragnarok. Hinter der Bühne findet man ein Schlagzeug, aktiviert man dies, spielt Max ein kurzes Solo. Läuft man über eine am Boden liegende E-Gitarre, erklingen verzerrte Töne. Nur Karaoke mag Payne nicht, wie er erklärt, wenn man ihn vor ein Mikrofon stellt.
Verschmolzen mit der Realität wird das Spiel dann, wenn Max in Briefen liest, dass er in einem Computerspiel steckt. In einem Aufzug ertönt miese Fahrstuhlmusik, schießt man den Lautsprecher von der Decke, bedankt sich Max. Die Möglichkeiten sind riesig und man kann viel Zeit damit verbringen, zu erkunden welche Geräte man bedienen kann und was dann wohl passiert.
Sehr gelungen sind auch die zahlreichen Anspielungen. Man beobachtet zwei Obdachlose, die vor einer brennenden Mülltonne stehen. "It's the end of the world as we know it and I don't feel fine” sagt einer der beiden, eine Anspielung auf den R.E.M. Song. Auch findet man Anspielungen auf Duke Nukem Forever und es gibt zahlreiche Easter-Eggs und versteckte Räume.
Man kann vieles zerstören. Flaschen werden für Zielübungen verwendet und Holzkisten halten dem Dauerbeschuss kaum Stand. Auch schön ist die Tatsache, dass man zahlreiche Gegenstände für die Beseitigung von Feinden einsetzen kann. Ab und zu stehen Gasflaschen rum. Schießt man diese an, explodieren sie nach kurzer Zeit oder fliegen raketenartig durch den Raum, je nach dem, wie sie stehen oder liegen. Feinde, die dabei im Weg sind, haben nichts mehr zu lachen.

Unterteilt ist das Spiel in mehrere Levels, welche je in 3 Episoden gefasst sind. Die Abschnitte enden automatisch, meist dann, wenn man einen bestimmten Punkt erreicht hat oder einen Zwischengegner erledigt. Diese Zwischengegner sind auch ganz normale Menschen, halten aber mehr Schaden aus, meist weil sie auf der Droge V sind und gar nicht merken, dass sie gerade angeschossen wurden.

Grafisch war das Spiel damals beeindruckend. Gut sieht es auch heute noch aus. Allerdings kann man doch einiges an Kritik üben. Negativ fällt auf, dass die meisten normalen Gegner alle gleich aussehen. 4-5 Charaktermodelle, mehr gibt es da nicht. Das ist schade.
Über Max Paynes verzerrten Gesichtsausdruck wurde viel geschrieben, aber auch die anderen Figuren, welche in den Zwischensequenzen auftauchen, sehen meist ein wenig merkwürdig aus.
Gelungen ist dagegen der Rest. Die Stadt wirkt sehr realistisch, die Gebäude sind gelungen und detailreich ausgestattet, die Animationen der Figuren sind gelungen und Waffen wirkten wohl noch nie so real. Vor allem das Feuer ist gelungen.
Musik gibt es nur recht wenig. Eingesetzt wird sie an bestimmten Stellen, wenn z.B. ein großer Kampf startet oder man in der Disco ist. Sie passt immer gut zu den jeweiligen Momenten. Die Soundeffekte sind gut. Türen öffnen sich realistisch, die Waffen klingen gut.
Am besten ist aber die Sprachausgabe. Hier gab man sich sehr viel Mühe und das nicht nur bei den Zwischensequenzen sondern auch mitten im Spiel, wenn sich Menschen unterhalten. Ein wenig negativ fällt da lediglich auf, dass die meisten Gegner immer den gleichen „It’s Payne“ Spruch abgeben, da hätte man noch für ein wenig Abwechslung sorgen können.

Nun wird als Kritikpunkt noch oft die Spiellänge angegeben und das man das Spiel in 10 Stunden durchspielen könnte. Ist das nicht lang genug? Ich habe nie verstanden, warum man Spiele wegen der Länge kritisiert. Ist ein Spiel automatisch besser, wenn es 20 Stunden dauert? Wohl kaum und Max Payne ist wohl das beste Beispiel dafür, dass Spielspaß vor Spiellänge steht.
Hat man das Spiel durchgespielt, kann man es noch mal spielen. Es gibt noch zwei weitere Schwierigkeitsgrade und New York Minute, wo man noch zusätzlich von einem Zeitlimit gejagt wird.

Insgesamt ist Max Payne eines der ganz wenigen Spiele, das jedem Hype im Vorfeld gerecht wurde. Die Story ist klasse und gelungen erzählt, das Gameplay mag zwar eher simpel sein, aber Spaß macht es auf jeden Fall. Technisch ist das Ganze extrem gut inszeniert und im Prinzip gibt es nur einen großen negativen Punkt und das sind die überflüssigen und unglaublich nervigen Traumsequenzen. Ansonsten ist Max Payne aber ein absoluter Pflichttitel.

Publisher: 3D Realms, Take Two
Developer: Remedy
Erscheinungsjahr: 2001
Erschienen für: PC, Mac, Playstation 2, Xbox, Game Boy Advance
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9/10  Spielspass
Sound9,5/10
9,5/10
Gameplay 9/10
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