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MechWarrior 4: Mercenaries PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.09.2008

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Eigentlich müsste das Spiel ja Mercenaries 2 heißen, denn bereits 1996 erschien für MechWarrior 2 ein Addon mit dem Untertitel Mercenaries. Das 2002 entstandene Mercenaries ist ein Stand-Alone Addon zu MechWarrior 4 und der bislang letzte Teil dieser Reihe.
Mercenaries war nun das erste Spiel davon, das ich wirklich bewusst gespielt habe, obwohl ich sogar diverse Vorgänger besitze. Aber irgendwie fehlte mir die Zeit und bis dato auch ein wenig das Interesse. Nach Mercenaries hat sich das geändert…
Von BattleTech hab ich aber nach wie vor keine Ahnung.

Nach dem Start des Spiels und einem knappen Intro kann man erstmal auswählen, was man macht. Als erstes sollte man sich wohl die Steuerung zurechtkonfigurieren, denn ein Mech steuert sich mit WASD und Maus, sondern benötigt unzählige weitere Tasten. Am Ende ist dann die ganze Tastatur belegt, um Zoomfunktionen, Geschwindigkeitsregelung, Waffensysteme, Kommandofunktionen und die eigentliche Steuerung unterzubringen.
Dann stürzt man sich am besten erstmal in das Training. Dieses Tutorial ist sehr gut gemacht und die grundlegende Steuerung hat man dann verstanden. Natürlich kann man auch Online gegen andere Spieler antreten, hierbei sind maximal 24 menschliche Teilnehmer möglich.
Es gibt zwei unterschiedliche Spielmöglichkeiten für Solospieler. Instant Action bietet alle Missionen und einige weitere Maps, die man einzeln anspielen kann. Hierbei kann man sich seinen „Traummech“ zusammenschrauben und den Spielmodus auswählen

Viel interessanter ist aber die Kampagne. Die Rahmenhandlung ist angesielt im FedCon Krieg und als Söldner versucht man natürlich durch Missionen das große Geld zu machen. Interessant hierbei ist das die Wahl der Missionen unterschiedliche Auswirkungen hat. So gibt es zwei große Faktionen (Steiner und Devion) von denen man angeheuert wird, aber wenn man natürlich einen Auftrag für Steiner erledigt, sinkt gleichzeitig das Ansehen bei Devion. Je nach dem wie und welche Missionen man erledigt, erlebt eines von drei unterschiedlichen Enden. Ein zweites Mal durchspielen lohnt sich also, auch schon, weil man dann einer anderen Söldnergruppe beitreten kann, die Zugriff auf andere Waffen hat.

Im Grunde gestaltet sich jede Mission gleich: Zerstöre alles was böse ist. Verpackt ist das allerdings in unterschiedliche Aufträge. Mal muss man eine Basis zerstören, dann muss man einen Konvoi beschützen oder das Haus einer wichtigen Person bewachen.
Als Gegner trifft man nicht nur auf Mechs sondern auch auf Panzer, Kampfflugzeuge und Schiffe, es ist also recht viel los.
Eine Sonderstellung nimmt zumindest eine Mission ein, bei der man völlig allein und ohne Radar in bester Metal Gear Solid Manier durch die Landschaft schleicht (Wie das mit einem tonnenschweren Blechmonster gehen soll, das irren Lärm macht, weiß ich nicht) und allen feindlichen Mechs ausweichen soll. Wird man entdeckt, ist die Mission vorbei. Was aber nicht weiter stört, man geht einfach zur nächsten.
In den meisten anderen Missionen hat man aber KI Kollegen dabei. Diese rekrutiert man selbst auf dem Markt. Sie unterscheiden sich in ihren Fähigkeiten wie Umgang mit Waffen und Mech und verbessern sich im Laufe des Spiels, kosten dann aber auch immer mehr Geld. Wie viele KI-Kämpfer man mitnimmt, kann man auch selbst entscheiden, je mehr dabei sind, desto größer sind zwar die Erfolgschancen aber desto teurer ist auch der Transport. Das Ziel ist es natürlich, möglichst Gewinn bei jeder Mission zu machen.
Denn das Geld braucht man auch, um neue Mechs und Waffen zu kaufen, zwar nimmt man Waffen vom Schlachtfeld mit (Wenn man etwa selbst einen Konvoi überfällt) und besiegte Mechs können auch abgeschleppt werden, aber praktisch nur auf dem Markt hat man die Chance an die richtig großen Mechs wie etwa dem Hauptmann zu kommen.

Im MechLab rüstet man die Mechs dann nach Wunsch aus. Jeder Mech hat ein Maximalgewicht, das nicht überschritten werden darf. Jede Waffe, jedes Rüstungsteil und selbst die Erhöhung der Geschwindigkeit trägt dazu bei, dass der Mech schwerer wird. Hier muss man ein wenig überlegen, was man will. Ein kleiner Mech ohne viel Panzerung, der aber allein durch die Geschwindigkeit den großen überlegen ist? Ein großer Mech, der zwar langsam ist aber mit seiner Gauss Kanone alles zu Staub bläst? Es gibt drei unterschiedliche Waffengattungen: Laser, Projektil und Raketen. Die Mechs können nicht völlig frei belegt werden, sondern haben vorgegebene Felder, wo man dann etwa nur Projektilwaffen einbauen darf.
Gleichzeitig sollte man auch wissen, wo man in der nächsten Mission ist. In einer heißen Lavalandschaft, sollte man dafür sorgen, das die Mechs gut gekühlt sind, in einer Eislandschaft kann man auf die Kühlsysteme praktisch verzichten und dafür größere Waffen einbauen. Die Wärmeregulierung trägt auch später im Kampf dazu bei, dass man nicht wie Rambo rein rennen und alles zerstören kann. Schon das bewegen erwärmt den Mech, das Abfeuern der Waffen sorgt für noch größere Hitze und wenn man am Wärmelimit ankommt, bekommt man kurzerhand das Notfallabschaltsystem des Kampfroboters zu sehen. Dann ist man einige Sekundenlang zum zusehen verdammt, bis sich alles abgekühlt hat. Zwar kann man diese Notfallabschaltung deaktivieren, aber das hat zur Folge dass dann sehr schnell der Kampfroboter kurzerhand explodiert.

Auch sehr interessant ist ein Planet im System, wo keine Missionen stattfinden, stattdessen nimmt man hier an einer Art Gladiatorenkampf teil. In drei Arenen kämpft man in unterschiedlichen Gewichtsklassen gegen andere Mechs um den Sieg. Die drei Arenen sind ein Dschungel, ein zerfallenes Industriegelände und ein Kolosseum. Wobei alle Arenen auch noch mal in alternativer Form vorliegen. Zuerst kämpft man mit leichten, dann mittelschweren und zum Schluss mit den ganz großen Mechs. Schön ist vor allem, dass diese Kämpfe nicht einfach nur in das Spiel geworfen wurden. Es gibt hier einen Kommentator der das Geschehen kommentiert und sogar über den Spieler eine Meinung hat, während man sich zum großen Finale kämpft.

Die Missionen und die Arenenkämpfe haben einen moderaten Schwierigkeitsgrad. Zwar gibt es drei Schwierigkeitsstufen zur Wahl, aber auch die Wahl der Kollegen und der Mechs hat großen Einfluss darauf, ob eine Mission sehr einfach oder nahezu unmöglich wird.
Die KI ist größtenteils gut gelungen und wirkt zum Glück nicht übermenschlich, sondern macht auch selbst Fehler.

Grafisch sieht das Spiel ganz ok aus. In höchster Auflösung und mit allen Details stört nur die geringe Sichtweise, denn alles in 1000 Metern Entfernung ist von dichtem Nebel verschleiert. Das ist etwas nervig, wenn das Radarsystem einen Gegner in 1200 Metern ankündet und man ihn noch gar nicht sieht. Vor allem die Mechs und einige Waffeneffekte sehen aber gut aus.
Die Musik dagegen ist kurz gesagt grässlich, vor allem das eine Stück das man in allen Menüs ständig zu hören bekommt, nervt irgendwann. Die Soundeffekte sind auch eher durchschnittlich. Explosionen und die Geräusche der Mechs sind klasse, die Waffen klingen dagegen entweder zu schlapp (wie die Projektilwaffen) oder lächerlich (Lasereffekte, die an 50er Jahre Filme erinnern) Die Sprachausgabe dagegen ist gut gelungen.

MechWarrior 4: Mercenaries hat mir persönlich sehr gut gefallen, die Steuerung ist zwar umfangreich aber zum Glück nicht kompliziert und das Spiel gefällt mir schon allein, weil es taktisch ein wenig anspruchsvoller ist als andere Actiontitel.

Publisher: Microsoft
Developer: FASA
Erscheinungsjahr: 2002
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound6/10
8,5/10
Gameplay 8,5/10

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