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Mortyr 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
29.06.2008

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Das erste Mortyr kam ja seinerzeit schon so richtig schlecht an, hat sich aber scheinbar erfolgreich verkauft. Gespielt hab ich es leider bis heute nicht, obwohl die trashige Handlung und einige extrem lachhafte Screenshots das Spiel schon gerade zu interessant machen.

Mortyr 2 ist wieder im 2. Weltkrieg angesiedelt und dieses Mal nur dort, kein Ausflug in die Zukunft, stattdessen ballert man sich erstmal durch Norwegen. Der Story nach, spielt das Ganze im Jahr 1944. Hitler und das deutsche Reich sind am Ende, basteln aber an einer Überwaffe die den Krieg für sie entscheiden soll. Die Alliierten haben natürlich mal wieder nur einen Soldaten, der „stark“ genug ist, das im Alleingang zu verhindern. Erzählt wird die Handlung in schlechten Zwischensequenzen. Sie sind größtenteils langweilig inszeniert und mit abgrundtief schlechten Sprechern ausgestattet. Der Rest wird in Textform während der nervig langen Ladezeiten erzählt.

Bisweilen muss man an Return to Castle Wolfenstein denken, wenn man Mortyr 2 spielt. Nicht nur wegen dem Setting, sondern weil vieles irgendwie geklaut erscheint. Man sehe sich nur die in Panzerrüstung auftretenden Soldaten hier an, die extrem an die Übersoldaten aus Wolfenstein erinnern. Auch Forschungslabore und Norwegen kennt man von dem Spiel – und RtWC zeigt deutlich, das man so etwas auch gut umsetzen kann.

Nein, Mortyr 2 ist kein gutes Spiel. Das wird schon in der ersten Mission klar. Man irrt durch die Schneewüste, von einem Pfeil zum nächsten wird man gehetzt. Mitunter versucht sich das Programm an alternativen Wegen. So sieht man einen Trupp Soldaten bei einem Lager sitzen. Das Spiel schlägt vor, das man sich nun gekonnt drum herum schleicht und sich dann todesmutig an das MG eines Wagens klemmt, mit dem man die Gegner beseitigen kann. Aber warum die Schleichmühe, wenn ich auch einfach hinrennen kann und sie erschießen? Genug Munition dafür hat man, auch wenn der erläuternde Text in dieser ersten Mission etwas anderes behauptet… In dieser ersten Mission muss man einen Soldaten retten, der vorm Exekutionskommando steht. Natürlich wird er nicht sofort erschossen, die Gegner warten, bis man einen Gegner macht und sich enttarnt. Also heißt es schleichen, dann von einem Versteck aus die Soldaten mit der Sniperwaffe töten. Danach rückt sofort von irgendwo her Verstärkung an und man muss solang kämpfen bis alle tot sind.

Die Scriptlastigkeit des Programms ist schon Wahnsinn. Leider klappen diese Scripts nicht immer, es kann passieren dass nichts passiert und man sich wundert. Passiert dies etwa bei der Exekution (Auch die 3 Beteiligten daran, werden erst zur richtigen Zeit an Ort und Stelle gespawnt), kann man praktisch den ganzen Level noch mal von vorne spielen.
Ganz von vorne anfangen darf man auch, wenn man stirbt. Eine automatische Speicherung gibt es nicht und das Quicksave hat sich als höchst unzuverlässig herausgestellt. Ständiges manuelles Speichern nervt auf Dauer aber auch.

Egal ob das Missionsziel nun lautet, dass man jemanden retten soll, Unterlagen klauen oder einfach mal nur Soldaten töten, die meiste Zeit rennt man stur Pfeilen hinterher, die man auch brav der Reihe nach abklappern muss. Das ganze klingt noch langweiliger als man es sich vorstellen kann.

Die künstliche Intelligenz wurde auch vergessen. Die Gegner hier verhalten sich noch viel dümmer als die bei Serious Sam. Dort war es beabsichtigt, dass sich die Gegnermassen auf den Spieler stürzen, hier stürzen sich die Gegner irgendwo hin. Werden sie angeschossen, rennen sie wie aufgeschreckte Hühner durch die Gegend. Sehr witzig ist es auch, wenn sie zu Granaten greifen. Ein beherztes „Granate“ wird gerufen und das Ding wird irgendwo hin geworfen. In 9 von 10 Fällen flog sie nach rechts, in einem von 10 Fällen tatsächlich ungefähr Richtung Spieler. Ich hab schon lange nicht mehr solch schrecklich dumme Gegner gesehen.
Der wählbare Schwierigkeitsgrad, macht keinen allzu großen Unterschied. Zwischen Easy und Arcade besteht keiner und der Unterschied zu Hard und „realistisch“ besteht lediglich darin, dass beispielsweise am Anfang die Soldaten nicht schlafend auf Kisten hängen sondern wach sind und zurückschießen. Das macht es dann minimal schwerer.  

Leider haben sie auch vom Spieler nicht viel zu befürchten. Denn Sven Mortyr ist wohl der schlechteste Schütze, der je in einen Ego-Shooter gesetzt wurde. Egal welche Waffe benutzt wird, ob Pistole, die leichte oder das schwere MG, man trifft keinen Panzer wenn man direkt davor steht. Das Fadenkreuz ist gut 1/3 so groß wie der gesamte Bildschirm. Selbst wenn man sich hinkniet, trifft man kaum. In dem Fall verlässt man sich anfangs auf das Messer. Tatsächlich ist das die stärkste Waffe des gesamten Spiels. Denn wo Soldaten meist 4-5 Treffer aus den Waffen einstecken, reicht schon ein Messerhieb damit sie tot umfallen. Andere Alternativen sind noch die Sniper und der Raketenwerfer, leider ist für diese Waffen die Munition so stark begrenzt, das man sie nur selten einsetzen kann.
Begrenzte Munition findet man auch bei den stationären Waffen. Das MG auf dem Jeep, den man am Anfang benutzen kann, hat rund 30 Schuss. Die ersten 20 verfeuert man schon, ehe man rausgefunden hat, dass der Lauf scheinbar krumm ist. Man muss mit der Waffe auf die Beine der Gegner zielen um Headshots zu erzielen…

Ab und zu stolpert man noch über einige niedliche Versuche der deutschen Sprache. Da muss man Unterlagen holen, die sich in der „Geheime Kiste“ befinden. Ja, das steht echt so auf dem Ding drauf. Auch die Sprachausgabe der Soldaten erinnert ein wenig an Wolfenstein 3D.

Technisch reißt das Spiel ebenfalls keine Bäume aus, bzw. diese sehen noch am besten aus. Die eckigen Panzer und Soldaten dagegen sind eher ein Witz und irgendwie sieht im Vergleich sogar noch ein älteres Operation Flashpoint aus. Die Sichtweite ist recht begrenzt, die Texturen flackern und generell ist alles recht karg eingerichtet. Sehr lachhaft sind vor allem die Schatten. Es ist alles andere als realistisch, dass Soldaten vor einer Lampe stehen und der Schatten durch den hinter den Soldaten stehenden Lastwagen durchgeht…
Musikalisch gibt es ab und zu Gedudel. Nicht der Rede wert. Jeder andere Militärshooter hat das besser drauf. Die Waffengeräusche sind ganz in Ordnung.

Mortyr 2 ist richtig schlecht, ich wüsste nicht mal einen einzigen Grund, der dafür spricht, dieses Spiel zu installieren. Es ist in allen Belangen schlecht oder „bestenfalls“ gnadenlos unterirdisch. Da bleibt man lieber bei Return to Castle Wolfenstein.

Publisher: Vivendi
Developer: Mirage
Erscheinungsjahr: 2004
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik5/10  Spielspass
Sound4/10
2/10
Gameplay 2/10

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