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Painkiller Overdose PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.12.2009

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Painkiller war ein recht spaßiger First Person Shooter alter Bauart, der keine Gefangenen machte und nicht mit RPG/Stealth oder sonst welchen Elementen nervte. Waffe schnappen und rein in die Gegnerhorde war das Motto. Ich mag das ja und zieh das den „Ich will alles sein und nerv mit RPG“-Shootern eindeutig vor.
2007 erschien nun Overdose. Die volle Ladung Painkiller also? Platz für Verbesserungen gab es beim Hauptprogramm ja genug.

Leider ist Painkiller: Overdose schonmal nicht von den Originalentwicklern People can fly, viel mehr ist Overdose ein von Fans ersteller Mod, der von Dreamcatcher aufgegriffen und kommerziell veröffentlicht wurde. Manchmal kann das mit den Mods ja klappen, Counter-Strike ist da immer noch das prominenteste Beispiel, aber nur all zu oft zeigt sich, das von Amateuren erstellte Spiele eben doch auch jenes sind: amateurhaft.

Overdose startet direkt nach dem Ende des richtigen Painkillers. In der Hölle ist selbige los, nachdem der Oberteufel besiegt wurde, reisst sich Belial los und plant Rache, dies an Cerber und Sammael. Mehr Handlung gibt es nicht.

Wirklich viel neues wird gameplaytechnisch nicht geboten. Schon direkt vom Start weg, wird klar, wie das Spiel läuft: Man betritt einen Raum, die Türe schließt, die Horde Gegner kommen. Sind alle besiegt geht es zum nächsten Raum und das Spiel wiederholt sich. Selbst Serious Sam brachte da mit kleinen Gruppen und offenen Landschaften mehr Abwechslung rein. Hier läuft alles ganz extrem nach Schema F ab und wären da nicht die unterschiedlichen Schauplätze, die auch unterschiedliche Gegner bietet, könnte man direkt einschlafen. So reist man von einer mittelalterlichen Landschaft nach Japan und dann geht es etwa in die Wüste und auch ein Sci-Fi Level darf natürlich nicht fehlen. Nichts revolutionäres also auch bei den Schauplätzen. Die asiatischen Levels sind praktisch Shadow Warrior, die Wüste ist Serious Sam, wobei der immerhin mit real existierenden Schauplätzen punkten konnte, während es hier eigentlich nur viel Sand gibt, wobei zumindest die 2 Statuen am Anfang doch etwas arg an das Orakel aus der Unendlichen Geschichte erinnert. Das raumbasierte Leveldesign ist völlig anspruchsvoll und mitunter passen manche Abschnitte gar nicht zusammen – von normaler Landschaft durch eine Tür und dann in einer Eiswüste stehen? Wirkt merkwürdig.

Plagiate gibt es aber auch an anderen Stellen, so wurden alle altbekannten Waffen mit neuen Texturen überzogen, die Funktionen blieben im Prinzip aber exakt die gleiche. Der namensgebenden Painkiller wurde so etwa in einen Würfel umgebaut, gleiche Funktion nur eben ein totaller Rip-off der Lemarchands Box aus Hellraiser. Auch bei den Gegnern gibt man sich betont konventionell: Ninajs, Skelette, Skorpione, Feuermonster?  Sind dabei. Riesige Monster direkt aus einem RPG? Dabei. Was fehlt noch? Wie wärs mit Skarabäen für den Wüstenlevel? Einfallsreich! Es mutet schon fast merkwürdig an, das nicht etwa noch Chuck Norris auftaucht.

Das gleiche geht weiter zum Hauptcharakter. Was muss die Hauptfigur in einem klassischen First Person Shooter können? Na klar, lässige One-Liner bringen und das Geschehen kommentieren. Vom Großmeister Duke Nukem bis zu Serious Sam haben das fast alle gut gekonnt und hier? Bei Overdose wird man nur allzu schnell versuchen wollen, die Sprachausgabe zu deaktiveren. „Kiss my shiny half demon ass“, einfallsreich, nicht? In der Wüste wirds noch besser: „Another one bites the dust“...ich sage nichts weiter dazu.
Nicht nur sind die Sprüche absolut langweilig, sie wiederholen sich auch noch tausendfach. Wo ein Serious Sam meist scriptgesteuert die Sprüche an passenden Stellen los lies (Wir alle erinnern uns doch an „Hey, didn’t i kick your ass two rooms back?“), kommt vor allem der „Kiss my...“ Spruch praktisch alle 30 Sekunden oder anders gesagt: nach jedem 5. Gegner und das ist einfach furchtbar nervig.  Dummerweise kann man die Sprachausgabe NICHT deaktieren. Klasse!

Im Prinzip zeigt sich an Overdose, was einfach generell falsch läuft, bei so vielen Mods zu populären Spielen: Alle wollen immer so viele „coole“ Sachen einbauen und so viele popkulturelle Anspielungen bringen, wie es nur geht und dabei heißt es doch „Weniger ist mehr“. Einfach Sachen zu kopieren ist dann sowie eher peinlich.  Nur ab und zu schafft man es hier, durch ein paar gute Designecken zumindest etwas zu überzeugen, manche Levelabschnitte sind durchaus nett gemacht, wie im Sci-Fi Level.

Dazu kommt das größte Problem, das so ein Spiel nur haben kann: Munitionsmangel. Wozu hab ich zig Waffen, wenn ich am Ende mit dem blöden Würfel und dem Laserkopf gestraft bin? Gerade bei dem Kopf hat man auch ständig den Eindruck, das man keinen echten Schaden anrichtet, da es keinerlei Effekte gibt, die so etwas wie Schaden oder Zerstörung anzeigen.
Ich will die Gegner mit der Pumpgun wegblasen, ich will sie mit der Armbrust an die Wand nageln (Gut, das geht leider auch nicht mehr) , aber wie, wenn die Munition dafür so verdammt selten in den Levels verstreut ist? So säbelt man sich mit dem Würfel durch die Gegnermassen,  ungeachtet dem Schaden den sie anrichten, da diese recht wenig Schaden anrichten und es immer genug Seelen zum einsammeln gibt und wenn man drei größere Gegner in Folge platt gemacht hat und die roten Seelen einsammelte, geht es wieder in den Verwandlungsmodus wo man in Schwarzweißer Grafik Gegner direkt platt macht. Sterben kann man in Overdose kaum, denn selbst der höchste Schwierigkeitsgrad ist für geübte First Person Shooter Spieler noch ein Spaziergang.
Das Tarotkartensystem gibt es auch wieder, das kann zumindest ein bisschen über die fortwährende Munitionsknappheit hinwegtäuschen. 

Multiplayer gibt es natürlich auch und zwar alle Modi des Hauptspiels, also von Deathmatch bis Variationen des Deathmatches. Coop? Auch hier Fehlanzeige.

Technisch ist es eben Painkiller, gut, die Grafik ist an sich gar nicht so schlecht. Es gibt viele Details und ich kann nicht meckern, auch wenn man merkt, das es langsam veraltet ist.
Musik gibt es keine, die Soundeffekte sind die gleichen wie beim Originalspiel und über die Sprachausgabe habe ich mich schon ausgelassen. 

Tja, es ist schon schade. Painkiller war simpel und spaßig, das Add-on auch ganz nett und eigentlich hätte man mit einem Nachfolger doch so richtig groß auftrumpfen können, das Dreamcatcher nach 3 Jahren Stille aber einen Mod veröffentlicht, ist schon etwas arm und wenn es dann noch so ein schlechter einfallsloser ist, kann man nur mit dem Kopf schütteln. Gesehen hat man praktisch schon alles, was hier vorkommt in anderen Shootern und dann auch meist besser und einfallsreicher inszeniert. Overdose ist schon ziemliches Trauerspiel in dieser Hinsicht. 

Publisher: Dreamcatcher
Developer: Mindware
Erscheinungsjahr: 2007
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7/10  Spielspass
Sound6/10
5/10
Gameplay 6/10

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