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Kurz bevor es mit Software 2000 endgültig aus war, haben sie noch mal versucht Geld mit Nachfolgern ihrer beliebtesten Spiele zu machen. Neben dem Bundesliga Manager bekam auch Pizza Connection noch mal ein offizielles Sequel.
Anfangs wirkt das Spiel auch sehr gut. Wie gehabt mietet man sich ein Geschäft (das wie gehabt aus Gastraum und Küche besteht) und darf es dann nach Lust und Laune einrichten. Nur leider gibt es wesentlich weniger Einrichtungsgegenstände und diese sind nun in Kategorien geordnet. Edel, modern, simpel, rustikal. Das war im Vorgänger besser, wo man einfach verschiedene Hersteller hatte und diese dann jede Menge Gegenstände anboten. Neu ist der Inneneinrichter, den kann man beauftragen, wie viele Sterne die Einrichtung haben soll und welchem Stil sie folgen soll und gegen recht viel Geld richtet er den Laden automatisch ein. Meistens so, dass noch jede Menge Platz für zusätzliche Tische ist und die Einrichtungen sehen nicht wirklich toll aus. Überflüssiges Feature. Auch die Geschäfte sind nun nicht mehr in Größen eingeteilt. Jedes Restaurant hat erstmal Stufe 1 und dann kann man es noch ausbauen, dabei wird das Geschäft 2 Stunden geschlossen und das Ganze kostet natürlich Geld. Dummerweise wird auch dabei die gesamte Einrichtung gelöscht. Also sollte man erstmal sein Restaurant ausbauen, dann einrichten und dann eröffnen. Je weiter das Restaurant eingerichtet ist, desto größer wird auch der Einflussbereich und desto größer ist die Chance, dass mehr Kunden den Weg finden. Daneben kann man natürlich auch noch Werbung machen, auch hier hat man stark reduziert. Es gibt jetzt nur noch eine allgemeine Werbekampagne.
Lager gibt es natürlich ebenfalls. Waren muss man nun aber nicht mehr mühselig einzeln bestellen. Man wählt jetzt nur noch einen Lieferanten aus, der das Lager befüllt und hat dann Laufburschen, die einerseits die Waren zu den Restaurants liefern und gleichzeitig noch eine Art Heimservice machen.
Völlig neu ist das Hauptquartier. Hier kann man Wachen und Punks einstellen. Wachen bewachen natürlich die eigenen Restaurants vor feindlichen Anschlägen. Man kann sie auch trainieren. Je weiter das Hauptquartier ausgebaut ist, desto mehr Wachen kann man einstellen und erst ab Stufe 3 hat man die Möglichkeit, Manager für die Restaurants einzustellen. Punks sind für die Anschläge auf andere Restaurants zuständig. Man kann sie beauftragen vor dem Restaurant die Kunden anzupöbeln oder das Restaurant mit Graffitis zu beschmieren. Daneben gibt es auch noch andere Möglichkeiten wie Ratten und Abführmittel in die Küche zu schmuggeln. Kombiniert man dies mit einem anonymen Hinweis bei der Gesundheitsbehörde hat die Konkurrenz nichts mehr zu lachen. Wie man jetzt merkt, auch hier hat sich einiges geändert. Die netten Actionszenen des Vorgängers, wo man selbst das Restaurant mit Bomben sprengen oder mit Gift vollsprühen konnte, gibt es nicht mehr. Schade, waren die doch eine gelungene Abwechslung zum Pizza-Alltag.
Auch beim Personal hat sich ein bisschen was getan. Wie gesagt sind die Laufburschen neu. Köche und Bedienungen gibt es nach wie vor. Diese kann man nun einstellen und dann bestimmten Arbeitszeiten zuteilen. Hat man genug Geld und Personal kann man das Restaurant 24 Stunden am Tag geöffnet haben, ansonsten muss man eben z.B. über Nacht schließen. Die Arbeitssklaven kann man auch weiter ausbilden und dies dauert auch nicht mehr so lange wie im Vorgänger.
Fehlt noch das wichtigste: Die Pizza. Seit jeher konnte man bei dieser Reihe seine eigene Pizza kreieren und glücklicherweise haben die Entwickler hier mal nichts reduziert, sondern sogar kräftig ausgebaut. Neben den ganzen normalen Zutaten, wie Tomaten, Oliven, Salami und Mozarella, gibt es auch richtig ausgefallene Sachen wie Schlange, Ameisen, Maden oder Oktopus. Fraglich ist zwar, ob das jemals jemand essen wird, aber man kann es immerhin machen. Man kann natürlich auch auswählen, wie „komplett“ die Zutaten sind und sie in mehreren Stufen zerkleinern. Eine ganze Schlange auf einer Pizza würde sicher abschreckend wirken, aber wenn man sie zerkleinert, kann man so sogar Vegetarier hinters Licht führen.
Leider gibt es aber keine Bewertungsjury mehr. Die Pizza wird schon in Ordnung sein und wie gut sie ankommt, sieht man dann schon, wenn man sie in die Speisekarte aufgenommen hat. Hier kann man auch nicht mehr die Preise selbst bestimmen, sondern hat nur 2 Einstellungsmöglichkeiten: Grundpreis und dann noch wie viel % der Zutatenkosten draufgeschlagen werden. Leider gilt diese Einstellung für alle Pizzen auf der Speisekarte, eine Einzeleinstellung gibt es leider nicht.
Neben dem normalen Freien Spiel, bei dem man einfach so lange spielt wie man Lust und Geld hat, gibt es noch einen Missionsmodus, wo man von Stadt zu Stadt zieht und Aufträge vorgesetzt kriegt. Vor allem hier zeigt sich sehr schnell, dass der Schwierigkeitsgrad enorm hoch ist. Ich denke vor allem Anfänger werden hier schnell verzweifeln.
Grafisch sieht das Spiel ganz nett aus. Es ist ja aus dem Jahr 2000. Die Auflösung ist also recht niedrig. Die Stadt an sich wirkt zweckmäßig und man sieht sie aus der Isoperspektive, was bedeutet, dass mitunter auch mal kleinere Gebäude von größeren überdeckt werden. Die Restaurants sieht man auch isometrisch. Auch hier gibt’s Probleme beim Einrichten, das hätte man besser lösen können. Die Vogelperspektive des Vorgängers war wesentlich besser. Das einzige was wirklich gut aussieht, ist die Pizza und die Zutaten. Musikalisch gibt’s das typische 08/15 WiSim-Gedudel. Nervt schnell, sorgt nicht für Atmosphäre und deshalb wird sie deaktiviert...man fragt sich ja, warum Hersteller überhaupt noch Geld für so eine „Musik“ ausgeben. Die Soundeffekte dagegen sind ganz nett.
Pizza Connection 2 hätte ein toller Nachfolger zu einem Klassiker werden können. Einige der Ideen wie die Wachen, die Öffnungszeiten und der Heimservice waren auch gut. Leider aber hat man einfach zu viele sinnvolle Features gestrichen, vor allem die fehlenden Actionszenen machen das Spiel sehr schnell öde. Hinzu kommt der sehr hohe Schwierigkeitsgrad und ein langweiliger Missionsmodus. So schafft es dieses Spiel leider nicht über das Mittelmaß hinaus.
Publisher: Software 2000 Developer: Software 2000 Erscheinungsjahr: 2000 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Hoch 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 6/10 | | Gameplay | 6/10 |
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