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Police Quest 4 - Open Season PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
04.12.2011

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Bis Anfang der 90er sind drei Teile der Police Quest-Reihe erschienen. Verantwortlich für die Handlung und das Design, war der ehemalige Polizist Jim Walls. Dieser verlies Sierra nach der Fertigstellung von Police Quest 3  um sich Tsunami anzuschließen. Während er dort an Blue Force arbeitete, wollte Sierra die Police Quest Reihe weiterführen. Als neuen Produzenten konnte man Daryl F. Gates verpflichten, der von 1978 bis 1992 Polizeichef von Los Angeles war, SWAT gründete und an anderen Projekten wie PDID und DARE beteiligt war, ehe er während den Los Angeles Riots 1992 in starke Kritik geriet.

1994 erschien dann Open Season, das vierte Police Quest Spiel, das aber mit seinen Vorgängern außer der Thematik nicht mehr viel gemeinsam hat. Sonny Bonds wurde kurzerhand in Rente geschickt und die fiktive Stadt Lytton wurde durch Los Angeles ersetzt.
Statt Bonds spielt man nun John Carey der bei Spielstart direkt zu einem Tatort gerufen wird. Dort wurde eine Leiche gefunden, die sich ebenfalls als Polizist herausstellt: Bob Hickman, der passenderweise auch noch ein enger Freund und Kollege von John Carey war. Während dieser über den Schock hinwegzukommen versucht und den Tatort nach Hinweisen absucht, findet man in einer Mülltonne eine weitere Leiche. Die eines 8jährigen Jungen der auch auf arg brutale Weise hingerichtet wurde.
Was Anfangs wie ein Polizistenmord wirkte, wird so schnell zu einer Suche nach einem Serienmörder.
Gespielt wird das Spiel über verschiedene Tage, an denen immer neue Leichen auftauchen und die Medien der Polizei auf den Pelz rücken, da sie nicht nur die Angst in der Bevölkerung schüren sondern auch ganz genau wissen wollen, wie weit die Polizei mit ihren Ermittlungen sind. Man steckt da mittendrin, auf der Suche nach Beweisen, Spuren und Tatverdächtigen.

Und diese Suche führt quer durch Los Angeles, in verfallene Seitenstraßen, Anwesen von Prominenten, Stripclubs und andere Lokalitäten mit meist mehr oder weniger merkwürdigen Gestalten. So wird ein weiterer toter Polizist auf dem Anwesen eines Rappers gefunden, der von einem Neo-Nazi terrorisiert wird. Diesen besucht man und wenn man nicht aufpasst, wird man hierbei hinterrücks abgestochen. Leben und Sterben in Los Angeles eben. Aber eben auch ganz typisch für Sierra. Anders als bei Lucas Arts konnte man bei deren Adventures immer sterben und bei Police Quest 4 wird man sehr oft attackiert und muss schnell schalten. Herauszufinden, wie man einen angreifenden Menschen überwältigt, ist schon eine Kunst für sich: Mit der Pistole auf ihn zielen, zweimal ansprechen, dann kommen die Handschellen zum Einsatz.  Weiß man das nicht, stirbt man, reagiert man zu langsam, stirbt man auch und wenn man nicht regelmäßig abspeichert, wird man sehr weit zurück geworfen. Es gibt keinen Autosave und auch nicht die Möglichkeit, einfach kurz vor dem Ableben noch einmal neu zu starten. Das kann mitunter frustrierend sein. Genauso wie die umständlichen, aber wohl realistischen Tätigkeiten des Polizisten: Akribisch muss jeden Tag ein Formular angefertigt werden, das über den Stand der Ermittlungen Aufschluss gibt, man muss an den Schießstand zur Übung und jeder gefundene Gegenstand muss bei der SID zur Überprüfung abgegeben werden. Dabei hetzt man sehr oft zwischen den gleichen Gebäuden, wie eben dem Polizeihauptquartier oder dem Leichenhaus. Wenigstens muss man nicht, wie in den Vorgängern mit dem Auto durch die Gegend fahren, ein Klick auf den Button Map reicht und man kann direkt seinen Zielort auswählen. Es ist allerdings fraglich, warum ich die Karte nicht in Gebäuden aufrufen kann, sondern immer erst umständlich auf die Straße muss. Gerade im Polizeihauptquartier, wo man meist auf den Aufzug warten muss (und viele Ladezeiten über sich ergehen lassen darf), nervt das enorm.

Diese negative Kritik beiseite gelassen, übt das Spiel aber durchaus eine Faszination durch den Realismus aus. Es ist eben anders als die Polizeifernsehserien die unrealistisch sind, hier erlebt man für einen Moment das Leben eines Polizisten und ich denke mal, die sind auch in der Realität genervt über die ganzen Formulare und das ständige hervor zeigen der Dienstmarke.

Aber wie schon durch den Schießstand angesprochen, wird nicht nur rumgerätselt sondern es gibt auch ein paar Actionmomente. Am Schießstand wird in First Person Ansicht auf Pappscheiben geschossen und das ist zum Glück wesentlich unrealistischer und dadurch leichter zu bewältigen als etwa bei Police Quest SWAT. Zu einem Shootout mit einer Gang kommt es auch noch, hier ist die Steuerung schon wieder nicht so toll. Ohne Fadenkreuz und aus einer schrägen Third Person Ansicht heraus, muss ein Gangster erschossen werden. Ich habe 3 Anläufe gebraucht. Beim ersten Mal wusste ich nicht was zu tun ist und wurde erschossen. Beim zweiten Mal schaffte ich es zur Waffe, traf aber nur die Häuserwand und wurde erschossen. Beim dritten Mal wurde ich nur angeschossen und hatte Glück.
Generell sind auch einige Rätsel mal wieder nicht so logisch. Wer würde etwa vermuten, dass in einer unscheinbaren Cola-Dose die zwischen vielen anderen Dosen und Süssigkeiten ein Schlüssel versteckt ist? So muss man meist  viel klicken, viel suchen und darf die Geduld nicht verlieren. Aber auch das ist wieder recht typisch für die Adventures von Sierra.

Grafisch zeigt sich das Spiel von der digitalisierten Art. Es wurden viele Gebäude und Straßen in Los Angeles fotografiert und dienen als Hintergründe. Sämtliche Personen sind von Darstellern gespielt und ebenfalls digitalisiert. Das war damals ja ziemlich populär. Aus heutiger Sicht ist die Pixelpracht aber weniger schön anzusehen als klassische gezeichnete Grafiken.
Die Musik düdelt vor sich hin, sonderlich gut ist die nicht, nerven tut sie auch nicht. Erwarten darf man aber eben nichts Spektakuläres. Die Soundeffekte schwanken zwischen richtig gut und peinlich, etwa das klopfen an einer Tür, das mehr Pistolenschüsse erinnert.
Sprachausgabe gibt es auf der CD-Rom auch noch und die ist auch nur maximal Durchschnitt. Manche Sprecher sind in Ordnung, wie die Hauptfigur, andere sind so übertrieben, das es schon wieder trashig ist, etwa der Rapper.

Wie bewertet man Police Quest 4: Open Season nun? Es gibt einiges zu kritisieren, das Spiel hat seine frustrierenden Momente, aber es strahlt auch eine gewisse Faszination aus und kann durchaus einigermaßen unterhalten. Hat man mit der bürokratischen Seite des Polizistendarseins keine Probleme oder mag die Vorgänger, kann man sich das Spiel ruhig antun. Alle anderen, vor allem Leute, die denken, dass man in Adventures nicht sterben dürfe, sollten aber lieber einen großen Bogen darum machen.

Publisher: Sierra
Developer: Sierra
Erscheinungsjahr: 1994
Erschienen für: PC, Mac
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Sierra-typisch

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Grafik7/10  Spielspass
Sound7/10
6,5/10
Gameplay 6/10
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Letzte Aktualisierung ( 04.12.2011 )
 
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