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Polizist ist für manche Menschen ein Traumberuf, vielleicht, weil es sich manche Menschen so vorstellen wie in Serien wie DragNet oder diversen Hollywoodfantasien. Als in den 80ern gerade Miami Vice angesagt war und ebenfalls ein verzerrtes Polizeibild zeigte, machte man sich bei Sierra an die Entwicklung eines Adventures rund um die Polizei. Da man weniger Miami Vice und mehr Realismus wollte, holte man sich einen echten Polizisten als Berater: Jim Walls, der 1986 aus dem Job ausstieg und nun seine Erlebnisse verarbeiten konnte. 1987 erschien Police Quest, das in der fiktiven Stadt Lytton in Kalifornien angesiedelt ist. Nach dem Titelbild geht es ohne Umschweife oder Intro direkt los und man befindet sich in der Polizeistation. In der Mitte steht die Spielfigur Sonny Bonds und das erste Rätsel ist, herauszufinden, was man eigentlich machen soll. Es gibt viele Türen, unbeschriftete Türen wohlgemerkt und so gehen wir auf Entdeckungstour. Irgendwann landet man in der Umkleide und wirft sich in die Uniform, packt die Pistole und diverse Bücher ein, danach wandert man in den nächsten Raum, wo ein Briefing stattfindet. Nach dem Briefing geht es raus, die Straße ruft, also schnell einen Schlüssel eingepackt und auf den Parkplatz, wo ein Streifenwagen steht. Einsteigen und losfahren ist aber nicht, denn dann ist das Spiel vorbei. Vorher muss man einmal um das Fahrzeug laufen – ein Sicherheitscheck, den man JEDES MAL machen muss, wenn man fahren will. Macht man es nicht, ist man tot und darf neu starten. Sterben war in Sierra Adventures immer angesagt und Lucas Arts verwöhnte Spieler mögen das meist nicht. An sich ist gegen Sterbemöglichkeiten nichts einzuwenden, wenn sie nicht so extrem wären, wie in diesem Spiel. Man fährt mit dem Auto an den Randstein – Game Over, man fährt mit dem Auto auf ein anderes – Game Over, man überfährt einer rote Ampel – Game Over. Selbst wenn man Polizeiverhaltensregeln vergisst, heißt es Game Over. Erschossen wird man auch, wenn man nicht aufpasst. Ein Auto überfährt eine rote Ampel, also hinterher. Man holt es ein, es hält an. Man steigt aus, fordert den Fahrer auf, auszusteigen, er zückt die Pistole und schon ist Sonny Geschichte. Selbst wenn man im Gefängnis ist um einen Kriminellen abzuliefern, kann man erschossen werden, wenn man vorher nicht auf den Gedanken kommt, die eigene Pistole in ein Schließfach zu packen. Deshalb ist ganz besonders der Einstieg in dieses Adventure schon frustrierend. Der Tod lauert an jeder Ecke und das Autofahren ist nervig. Aus der Vogelperspektive wird die Stadt dargestellt und Fahrzeuge sind kleine farbige Rechtecke. Die Steuerung ist nicht wirklich gelungen, da die Fahrzeuge keine Kurve fahren sondern sofort die Richtung ändern und die anderen Zivilfahrzeuge keine Regeln beachten und schon mal in das Fahrzeug des Spielers krachen – was auch mit einem Game Over bestraft wird. Am Anfang ist man damit beschäftigt, rumzufahren und sich mit kleineren Verkehrsdelikten zu beschäftigen. Auch wenn man recht schnell auf einen erschossenen Menschen stößt, kommt die eigentliche Handlung erst langsam in Fahr. Aber irgendwann taucht er dann auf, der Death Angel, einer der ganz großen, ganz bösen Drogenbarone, der sich in Lytton breit macht. Fortan schlägt man sich mit Drogendealern herum und versucht, dem nicht wirklichen Engel auf die Spur zu kommen. Erzählt wird die Handlung durch Gespräche und die Briefings. Ich weiß aber nicht so recht, was Sierra wollte. Auf der einen Seite, hat man versucht ein möglichst realistisches Bild zu zeichnen, mit Toten, Drogen und anderen bösen Geschichten aber gleichzeitig ist der Humor, wenn man ihn so nennen will, eher auf Kindergartenniveau. Dass ein ganzer Gerichtssaal, samt Richter, über das Wort Nippel lacht ist nicht lustig, sondern peinlich. Das der Polizeichef Whipplestick heißt, soll wohl auch lustig sein, ist es aber nicht. Auch bei den Beleidigungen der Verbrecher ging man auf Nummer sicher und zensierte oder brachte Beleidigungen die man eher auf dem örtlichen Kinderspielplatz hört. Es sind zwei Welten die aufeinanderprallen und eben nicht zusammen passen. Gesteuert wird das Spiel mit den Pfeiltasten und einem Parser, so wie bei praktisch allen 80er Jahre Sierra Adventures und das funktioniert ganz gut, auch wenn der Parser mitunter einige Wörter nicht versteht oder motzt, das man zu weit von einem Gegenstand entfernt sein würde. Es klappt zumindest aber wesentlich besser als das autofahren. Zum Ende des Spiels muss man auch noch zweimal Poker spielen, das ist reine Glückssache und kann viel Zeit in Anspruch nehmen, da man eine gewisse Geldsumme gewinnen muss, ehe das Spiel weiter geht. Die Rätsel sind in Ordnung, manchmal fies, da man eben schon die Polizeiregeln kennen sollte, aber diese werden zum Glück im Handbuch erläutert. Grafisch gibt’s EGA-Grafik der pixeligen und altmodischen Art. Wenig Details, sehr grob, aber zweckmäßig. Beim Sound wird noch mehr gespart, da quält sich nur der PC-Speaker ab, ein bisschen Musik, ein bisschen Gepiepse und die furchtbare Sirene des Polizeiwagens. Man kann es zum Glück deaktivieren. Währen da nicht die vielen Tode und das frustrierende rumgefahre, wäre Police Quest – In the Pursuit of the Death Angel wohl ein rundherum empfehlenswertes Adventure. So gibt es eben einige Frustmomente und man muss die Polizeiregeln lernen. Zusätzlich muss man natürlich mit der altmodischen Technik zurecht kommen, aber wer sich der Herausforderung stellt, wird ein insgesamt doch ganz unterhaltsames Spiel finden. Publisher: Sierra Developer: Sierra Erscheinungsjahr: 1987 Erschienen für: PC, Amiga, Atari ST, Apple Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Mittel, mit Frustmomenten
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 5/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 6,5/10 |
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