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Der Postal Dude lebt noch. Trotz des an sich tödlichen Ausgangs der Postal 2 Woche wacht er nach einem Albtraum im Krankenhaus auf. Dort erfährt er, dass sein Trailer abgeschleppt wurde und sein Hund eingeschläfert wird, da er Rechnungen nicht zahlen konnte. Da er beides nicht will, beschließt er, sich an die Rettung zu machen. Im Addon zu Postal 2 haben sich die Entwickler also tatsächlich die Mühe gemacht und an einer Story gearbeitet. Dieses ist zwar weder besonders innovativ noch spannend, aber immerhin etwas.
Schon im Krankenhaus beginnen die merkwürdigen Ereignisse. Ein Forschungsunfall führt dazu, dass Katzen Amok laufen. Katzen, die wie der tasmanische teufel bei den Looney Toons in einem tornadoartigen Kreisel herumkreiseln und kettensägenartige Geräusche von sich geben. Während man dieser Hölle zu entfliehen versucht, verwandelt sich auf einmal das Krankenhaus. Scheinbar war die Kopfwunde doch schlimmer als gedacht und so wird man im Laufe des Spiels immer wieder in eine bizarre Gegenwelt gesteckt. Das Krankenhaus ist zwar immer noch das Krankenhaus, aber es sieht wesentlich düsterer aus. Die Fensterscheiben sind aus Wasser, die Wände sehen blutig aus und kleine Zombie-Colemans rennen herum. Im Verlauf des Spiels wird diese andere Dimension immer bizarrer, bis man in der Hölle landet. Das erinnert etwas an Silent Hill, ist aber gut gemacht und eine nette Abwechslung.
Running with Scissors legten natürlich wieder besonders viel Wert darauf, möglichst alle Grenzen des guten Geschmacks zu übertreten. Ist man aus dem Krankenhaus raus, will man erstmal was essen. Also rein in das chinesische Restaurant – aber warum ist da ein Zombie eine Bedienung? Schon gleich steht man in einer Zombieinvasion und muss sich gegen die Untoten wehren. Die Zombies sind natürlich keine normalen Zombies, sondern von einer Krankheit verseucht – und unter dem Tourette-Syndrom leiden sie auch noch. Sie fluchen also kräftig rum. Tierschützer sollten sich von dem Spiel auch fernhalten. Da die Zombies eben durch eine Kuhkrankheit entstanden sind, hat man den Auftrag Kühe zu töten in dem man ihnen die Köpfe abschlägt. Das Ganze natürlich stilgerecht mit einem großen Vorschlaghammer. Später muss man noch auf Elefantenjagd gehen, da vor dem Zoo ein Händler ist, der Mülleimer aus Elefantenfüßen bastelt (Die Kinder stehen drauf) und von dem kriegt man für die Mission eine große Sense. Neue Waffen gibt es also auch, wenn auch nur recht wenige. Am gelungensten ist wohl die Machete, die man mit der Sekundärfeuertaste zu einem Bumerang umwandeln kann. Dann fliegt das Ding lange durch die Luft und trifft meist alle Gegner auf dem Bildschirm. Das restliche Waffenarsenal ist das gleiche wie im Hauptspiel. Der Gewaltgrad wurde ebenfalls erhöht. Da die neuen Waffen aus der eher scharfen Ecke sind, kann man alles was sich bewegt in kleine Stücke säbeln. Der Zombie nervt? Dann hacken wir ihm doch mal Arme und Beine ab. Stilgerecht kann man Zombies aber natürlich nur töten, wenn man ihre Köpfe zerstört. Umschießen, anzünden oder klein hacken bringt nicht viel. Haben die Zombies keine Beine mehr, ziehen sie sich eben mit den Armen über den Boden. Die Sniper ist auch recht nutzlos, da man damit die Köpfe eben nur vom Zombiekörper schießt. Das einzige was hilft, ist die gute alte Pumpgun.
Obwohl Apocalypse Weekend eigentlich nur an einem Wochenende spielt, ist es von der Spielzeit her kaum kürzer als das Hauptspiel. Im Gegensatz zu diesem wird man auch strikt von Mission zu Mission geleitet, besucht viele verschiedene Gegenden und man hat einfach wesentlich mehr zu tun. So wird man zu Vince Desi (Der Chef von RWS) eingeladen und muss dort in dem großen Haus gegen Zombies kämpfen, später geht es noch in einen großen Armeestützpunkt und die arabischen Terroristen dürfen natürlich auch nicht fehlen. Ihre große Basis ist wohl der beste Moment des Spiels. Durch einen Trainingsparcour geht es in eine große unterirdische Basis.
Der Humor ist wie immer sehr niedrig und plump angesiedelt. Das meiste ist eher langweilig und nur dann und wann blitzt wirklich lustiges auf, wie die Mission, wo man zu einem bösen Publisher soll, der sich weigert „Postel 2“ zu veröffentlichen, obwohl er das Goldmaster schon auf dem Tisch liegen hat. Direkt am Anfang wird auch ein Video mit Vince Desi eingeblendet, der sich darüber ärgert das RWS nicht das Budget hat um die „genialste Mission“ aller Zeiten in das Spiel zu packen. Nach dem Video sieht man den Dude in einem Meer aus Blut stehen. „That was the most awesome thing I have ever done“. Gut, das ist nun kein bahnbrechender Humor, aber wenn alles andere Mist ist, freut man sich über so etwas.
Technisch ist alles beim alten. Die Grafik ist immer noch die gleiche, es gibt immer noch massenhaft Clippingfehler und teilweise hat man Texturen nicht richtig miteinander verbunden. Die Animationen sind auch nur durchschnitt. Gerade die SM-Hunde haben eine sehr merkwürdige, hakelige und unfertig wirkende Sterbeanimation. Musik und Sound sind genauso durchschnittlich. Die Waffensounds sind in Ordnung.
Leider stürzt das Spiel auch dann und wann einfach mal ab. Ich hab es einmal durchgespielt, es ist 4x abgestürzt. Das ist schon ärgerlich.
Apocalypse Weekend ist trotzdem verglichen mit dem Hauptspiel eine unglaubliche Steigerung. Da man es spielen kann, ohne sich vorher durch Postal 2 zu langweilen, kann man durchaus einen Blick riskieren. Es hat seine Fehler und es ist kein Half-Life, kann aber ganz nett unterhalten, da man auch nur 6-7 Stunden dafür benötigen wird. Aber man sollte eben nicht unbedingt Mitglied der Peta sein oder auf politische Korrektheit wert legen…
Publisher: Akella Developer: Running with Scissors Erscheinungsjahr: 2004 Erschienen für: PC, Mac Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 5,5/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 6,5/10 |
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