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Der namenlose Prinz aus Persien hat es schon nicht leicht. In einen Kerker wurde er gesperrt, musste aus diesem flüchten und sich am Ende dem Kampf gegen den bösen Zauberer Jaffar stellen. Man dachte der wäre beseitigt, aber wie das nun mal so ist mit dem Bösen: Es taucht immer wieder auf. Der Prinz betritt eines Morgens den Thronsaal, als ein Schatten über ihn fällt. Was er nicht weiß, ist, dass er verzaubert wurde und nun wie ein Bettler gekleidet vor dem Thron steht. Niemand erkennt ihn, auch nicht die Prinzessin, als plötzlich eine Kopie des Prinzen auftaucht und die Jagd auf das Original eröffnet. Hinter der Kopie verbirgt sich natürlich Jaffar und der Namenlose springt erstmal gekonnt aus dem Fenster.
Prince of Persia 2 - The Shadow and the Flame, macht zumindest in Sachen Spielprinzip nichts Neu. Wieder muss man durch unzählige labyrinthartige Level rennen, verfolgt von Feinden und einem gemeinen Zeitlimit. Dieses Mal sind es 75 Minuten statt 60, aber dafür sind die Level auch größer und verwinkelter. Das Spiel startet direkt mit dem Fenstersprung und während man noch an das hübsch gemachte Intro mit Sprachausgabe denkt, fängt das Spiel schon an. Am Rande einer Mauer steht man und der erste Bösewicht nähert sich. Über die Dächer der Stadt geht es zum Hafen. Die einzige Fluchtmöglichkeit ist ein gerade ablegendes Schiff. Von dort startet das Abenteuer. Im Gegensatz zum Vorgänger gibt es kleinere Zwischensequenzen, welche die Handlung vorantreiben oder, wie bei der ersten, erklärt, warum man sich plötzlich gestrandet auf einer Insel wieder findet. War man im ersten Teil nur in düsteren Verliesen und Palasträumen unterwegs, sind die Schauplätze in diesem Sequel wesentlich abwechslungsreicher. Von der Stadt geht es auf eine Insel und in düstere Höhlen sowie Tempel. Der letzte Level wird dann so richtig beeindruckend.
Der Schwierigkeitsgrad ist wieder mal sehr hoch, was an dem Zeitlimit liegt und eben an den fiesen, gemeinen Fallen. Das Auswendiglernen der Level ist mal wieder die größte Aufgabe des Spielers. Neben den bekannten Stacheln, die nun nicht nur aus dem Boden sondern auch aus Wänden kommen, trifft man auf Treibsand, Lava, Messer und anderen Nettigkeiten. Es gibt viele Möglichkeiten zu sterben und die meisten sind sehr blutig. Es lohnt sich, einfach mal zu schauen, wie der Prinz stirbt, wenn man ihn in eine Falle schickt. Neben dem Ausweichen dieser und dem Überspringen großer Löcher, muss man sich auch wieder im Schwertkampf beweisen. Neben normalen Tempelwachen kämpft man auch gegen Skelette, fliegende Köpfe und andere magische Wesen. Nun sind die Gegner aber noch fieser, denn es kann passieren, dass man von einem Wächter über viele Bildschirme hinweg verfolgt wird oder sich auch mal 3 oder 4 Gegnern gleichzeitig von allen Seiten gegenüber sieht. Am fiesesten sind die Schlangen, denn die kann man nicht töten, sind selbst aber mehr als tödlich.
Wer sich an den ersten Teil erinnert, wird wissen, dass man damals seinerzeit durch einen Spiegel sprang und ein geisterhaftes Ebenbild erschuf. Dieser Schatten spielt eine große Rolle, denn mit ausreichend Lebensenergie kann man sich selbst in diesen Schatten verwandeln. Wirklich wichtig ist dies allerdings nur ganz am Ende. Nicht fehlen dürfen natürlich wieder all die Behälter mit guten oder negativen Tränken. Lebensenergie auffüllen und erweitern gibt es ebenso wie die Vergiftung oder ein Trank, der dafür sorgt dass sich das Bild um 180° dreht. Ebenso findet man auf der Reise zwei Schwerter, das erste ist eher schlecht und macht die Kämpfe zu einer noch größeren Herausforderung. Später findet man dann ein magisches Schwert, mit dem man schon gekonnter zuschlägt. Die altbekannten Schalter für Türe und Tore fehlen natürlich auch nicht. Wie immer sind Tore nur für kurze Zeit geöffnet und so aktiviert man einen Schalter und muss so schnell wie möglich zum sich wohl schon wieder schließenden Tor hetzen.
Etwas Kritik muss geübt werden. Dass der Schwierigkeitsgrad hoch ist, ist ja in Ordnung allerdings bleibt die Feststellung, dass die Steuerung nicht ganz so präzise reagiert wie im Vorgänger. Auch die Treffererkennung in den Schwertkämpfen scheint nicht so gut zu sein. Oft genug denkt man, man habe den Feind getroffen, aber es wird ihm keine Lebensenergie abgezogen.
Grafisch sieht das Spiel sehr gut aus. Waren die Grafiken in Teil 1 noch recht simpel und düster, hat man nun wesentlich mehr Farben und schöner gemalte Level. Vor allem die Tempelräume und der letzte Level überzeugen durch Farbvielfalt und viele Details. Die Animationen sind wie immer sehr lebensecht. Die Musik ist orientalisch angehaucht, tritt aber nur in den Zwischensequenzen auf. In diesen hat man auch gute Sprachausgabe. Die Soundeffekte gehen in Ordnung.
Prince of Persia 2 ist ein insgesamt gelungener Nachfolger, das zwar nicht revolutionär ist, aber einige nette Features mit sich bringt. Leider ist die Steuerung nicht ganz perfekt und der Schwierigkeitsgrad sehr hoch, aber für alle, die eine Herausforderung suchen, ist dieses Spiel nach wie vor sehr empfehlenswert.
Publisher: Broderbund Developer: Broderbund Erscheinungsjahr: 1993 Erschienen für: PC, Mac, SNES Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: sehr hoch
 
| Grafik | 8/10 | | Spielspass | | Sound | 6,5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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