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Pro Evolution Soccer 2011 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
24.10.2010

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Alle Jahre wieder startet König Fußball in eine neue Saison, dies nicht nur in den vielen Ligen dieser Welt sondern auch auf PC und Konsole. Alljährlich entbrennt der Krieg zwischen FIFA und PES Fans aufs Neue. Welches ist das bessere Spiel? Welches bietet die besseren Optionen und Gameplay?

Konami verspricht bei PES dieses Mal mehr Freiheit und volle Kontrolle. Ehrlich gesagt ist es gerade dann enttäuschend, wenn man wieder mal eben nicht „Freiheit beim Spiel“ hat. Etwas, das mich bei PES seit Jahren sehr stört, ist einfach die nicht gegebene Möglichkeit der Spieleinstellungen. Warum etwa darf man Freundschafts- oder Onlinespiele nicht einfach mal ohne Abseitsregel spielen? Ohne Fouls? Ohne Karten. Früher war das bei Fußballspielen ganz normal, dass man die „Freiheit“ zur Wahl hatte. Nach wie vor ist es auch nicht möglich ein Spiel zu spielen das 90 Minuten dauert. 60 sind das Maximum.
Sehr schade.

Als neuen Spielmodus gibt es die Copa Libertadores und deshalb direkt eine große Ladung südamerikanischer Mannschaften und diese sogar mit kompletter Lizenz. Immer noch hat Konami das Problem, das EA gieriger als Pac-Man sämtliche Lizenzen dieser Welt gefressen hat und so die Konkurrenz ein Problem hat. So gibt es viele Nationalmannschaften mit Fantasiespielern und Vereine mit Fantasienamen. Aston Villa wurde kurzerhand zu West Midlands Village und U.S. Palermo trägt den wunderlichen Namen Xavrenaguel. Deutsche Mannschaften gibt es ganze zwei: Bayern München und Werder Bremen, immerhin mit Lizenz. Ein Glück, das die Fangemeinde von PES recht groß ist und so schon kurz nach dem Release des Spiels die ersten Patches erschienen, die für originale Mannschaften sorgen.
Bei den restlichen Spielmodi blieb alles beim Alten: Freundschaftsspiel, Champions League, frei konfigurierbare Turniere und Ligen, Master League, Be a Legend, viele Pokale wie etwa der Africa Cup of Nations oder die WM sowie alle Ligen von Premier League bis Serie A, das Training – und wieder mal nicht die Möglichkeit einfach ein nettes Elferschießen abhalten zu können. Freiheit beim Spiel…mit vielen Grenzen.
Wie das so bei Jahresupdates ist, tut sich bei den Spielmodi immer relativ wenig. Letztes Jahr bekam die Master League ein Update und wurde noch mehr Richtung Managersim gezogen, dieses Mal wurde der Be a Legend Modus überarbeitet, nächstes Jahr ist dann wohl wieder die Meisterliga dran?!
Be a Legend war bislang die größte Enttäuschung, es ist zwar nett, das man eine Spielerkarriere starten kann, aber der Modus war extrem schwach. Wirklich viel getan hat sich dieses Jahr nicht. Man kann jetzt einen Manager engagieren, durch den sich die Chancen auf Einsätze und Vereinswechsel erhöhen. Auch gibt es nun Cutscenes die recht nett sind, so gibt’s vor jedem Spiel eine Ansage vom Trainer und manchmal nach den Spielen Kommentare der Mannschaftskollegen. Nett, trotzdem könnte man in diesem Modus noch so vieles mehr bieten. Konami täte gut daran, sich mal das Independentspiel New Star Soccer anzusehen, wo das Thema Spielerkarriere wesentlich besser und umfangreicher umgesetzt wurde. Wenigstens muss man nun nach Vereinswechseln nicht mehr von vorne anfangen und wieder langweilige Trainingsspiele absolvieren und 4-5 Spiele als Einwechselspieler absolvieren. Ist man gut, wird man auch direkt aufgestellt.
In der Meisterliga tat sich nichts, außer das man nun kleine „Missionen“ erhält. So startete ich den Modus mit Juventus Turin und mir wurde aufgetragen so bald wie möglich mal Messi zu verpflichten. Nett, aber nicht weiter sinnvoll. Ansonsten ist es wie gehabt das gleiche, man verpflichtet Mitarbeiter, macht Transfers und überlässt die Spiele entweder dem Trainer oder spielt sie selbst. Die Meisterliga kann man nun auch online spielen, wobei ich das nicht ausprobiert habe.  
Wie gehabt kann man auch online gegen Spieler aus aller Welt antreten,  ich hab mehrere Partien online absolviert und konnte keine Probleme wie Lags feststellen, es scheint so als habe man den Netcode endlich auch mal optimiert.

Ein neues Feature, das ich interessant finde ist die Möglichkeit eigene Stadien zu bauen. Das geht im Editor recht locker von der Hand, auch wenn leider viel zu wenige Tribünenteile vorhanden sind und Konami scheinbar Stehplatztribünen gar nicht mag. Schade. Dafür gibt es Tribünen wo die Zäune mit Spielfiguren des Herstellers geschmückt sind und als Hintergrund gibt es neben Städten auch Castlevania.  
Genauso schräg sind andere Bonusgegenstände die man erst freischalten muss. Vom Spartanerhelm für den Kicker bis zu einem Holzfass als Ballersatz. Dazu gibt es noch einige legendäre Spieler zum freischalten, einige klassische Nationalmannschaften gibt es und eine Vielzahl verschiedener Fußballschuhe mit unterschiedlichen Eigenschaften. Spieler und Mannschaften darf man wie gehabt selbst erstellen und editieren, dafür fehlt jetzt aber die Möglichkeit eigene Fußballschuhe zu kreieren. Schade.

Wichtig ist auf dem Platz sagt der Kicker und deshalb steht auch das Gameplay eigentlich an erster Stelle. Hier konnte Konami ja schon seit seligen ISS Tagen überzeugen und so ist es auch bei PES 2011. Gegenüber den Vorgängern wurde das Spiel etwas verlangsamt, so das es noch realistischer wirkt. Es gibt viel Mittelfeldgeplänkel wenn zwei starke Mannschaften aufeinander treffen die sich nichts schenken. Auffällig ist, dass die Tagesform der Spieler nun noch mehr Einfluss hat. So kommt es vor, dass der Torhüter mal die unglaublichsten Paraden raushaut und beim nächsten Spiel völlig daneben greift. Es ist wie in der Realität und Torwartfehler (Man denke an die WM 2010 als gutes Beispiel für Torwartfehler) machen das ganze noch spannender.
Es ist auch schön, dass der Schiedsrichter nun bei weitem nicht mehr so viel Unsinn zusammenpfeift wie letztes Jahr. Kleine Rempler werden nun nicht mehr sofort abgepfiffen, harte Tacklings führen nun vermehrt zu Karten und endlich kriegt man auch als Spieler ein paar Freistöße zugeschrieben, während man bei PES 2010 noch den Eindruck hatte, das nur der CPU Gegner diese haben darf.
Generell ist die KI recht gut, zumindest wenn man normale Spiele spielt. Die eigenen Spieler agieren gut mit, der Gegner steht meist ebenfalls gut. Auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist es nun nicht mehr möglich, problemlos an 4 Gegnern vorbei zu dribbeln, was mir beim Vorgänger noch missfallen hat.
Negativ ist die KI allerdings im Be A Legend Modus. Ich habe in diesem Modus nun zwei Saisonen absolviert, die erste war mit Newcastle United. Die Spieler sind nicht wirklich gut, was sich beim Spielaufbaue zeigte. In der nächsten Saison ging es zu Atletico Madrid und da lief es schon viel besser. Trotzdem ist es merkwürdig, das die CPU-gesteuerten Spieler einfach mal sinnlos mit dem Ball ins Aus laufen oder völlig misslungene Pässe zum Gegner schlagen oder in der Abwehr zusehen, wie der gegnerische Stürmer den Ball ins Tor kickt. Bei diesem Modus muss unbedingt nachgebessert werden, denn mitunter ist die Stümperei der Computerkicker schon sehr frustrierend. PES ist deshalb auch das Spiel, wo ich immer am meisten fluche und am liebsten meine Teamkollegen umgrätschen will.
Was mir beim Gameplay auch nicht sonderlich gefällt, sind die Elfmeter. Die Steuerung ist nach wie vor extrem sensibel, drückt man nur minimal zu lang auf die Schuss- oder eine Richtungstaste, geht der Ball am Tor vorbei. Das neue Passsystem erfordert auch etwas Eingewöhnungszeit, dann will man das aber nicht mehr missen.
Insgesamt muss man aber sagen, das PES wohl nach wie vor das beste Gameplay aller Fußballsimulationen bietet, von taktischem Geplänkel über schnelle Konter zu intelligentem Spielaufbau wirkt es generell glaubwürdig und könnte so auch in der Realität stattfinden. Unterstützt das von einer sehr guten Physik. Die Spieler verhalten sich realistisch, verstolpern auch schon mal Bälle und jener ist auch sehr gut integriert. Es macht einfach Spaß, wenn man es mal schafft, aus 30 Metern den Ball an die Unterkante der Latte zu setzen oder eine Flanke mit einem tollen Fallrückzieher abschließt. Die Spieler beherrschen auch viele Tricks wie Übersteiger oder den altbekannten Elastico, wobei ich den Rainbowkick am nützlichsten finde.

Damit es auch mit der Taktik passt, gibt es wieder ein umfangreiches Aufstellungs- und Taktikmenü, das wurde überarbeitet und funktioniert nun mit Drag & Drop. Man hat nun auch etwas mehr Möglichkeiten die Mannschaft auf den Gegner einzustellen. So kann man bestimmen, wie sie sich etwa bei einem Rückstand verhalten soll und welche Kombinationstricks angewendet werden sollen.

Technisch bleibt sich PES leider dem Motto „Licht und Schatten“ treu.
Grafisch gibt es eigentlich nicht viel auszusetzen. Die Animationen der Kicker sind super und diese selbst sehen auch recht gut aus. Bis auf die Haare die nach wie vor absolut unrealistisch aussehen.
Die Stadien sehen insgesamt auch recht gut aus, wobei das im Prinzip eh nur in den Replays sieht, weshalb man sich keine große Mühe mit der Darstellung der Fans gab. Aber insgesamt ist das Spiel grafisch absolut in Ordnung.
Ganz anders sieht es dagegen, fast schon traditionell, beim Sound aus. Warum die Entwickler hier nicht endlich nachbessern, versteht wohl niemand.
Die Soundeffekte rund um den Ball und die kurzen Kommentare der Spieler auf dem Feld sind in Ordnung. Die Zuschauer sind dagegen eine Katastrophe. Das ist alles, nur keine glaubwürdige Stadionkulisse was da abläuft. Völlig entgegen jeglichem Sinn fangen die Fans zu pfeifen an, selbst wenn man als  Heimmannschaft 5:0 vorneliegt und man nur gerade mal einen Fehlpass produzierte. Die Chants sind furchtbar, klingen unrealistisch und nerven, weil sie sich ständig wiederholen. So macht das einfach keinen Spaß.
Wirklich brutal ist wiedermal der Kommentator. Warum man hier nach wie vor an den Dumpfbacken Wolff-Christoph Fuss und Hansi Küpper festhält, versteht auch niemand. Seit Jahren gibt es die gleichen stupiden Sprüche. Seit Jahren regt man sich darüber auf, wenn der Ball knapp am Pfosten vorbeistreicht und es heißt „Der geht ja fast in Richtung Eckfahne“ oder „Der kommt ja gar nicht mehr runter, da liegt ja Schnee drauf“ wenn der Ball knapp übers Tor fliegt. Die Phrasen von Wolff-Christoph Fuss nerven hier genauso wie in der Realität und sind teilweise so merkwürdig betont, das man nur den Kopf schütteln kann (Beim Satz „schwacher Pass“ hat man gar das Gefühl Fuss würde grad gekonnt übers Mikrofon kotzen). Über Hansi Küppers merkwürdige „Analysen“ gerade zu Beginn der zweiten Halbzeit will ich mich gar nicht erst auslassen. Früher konnte man wenigstens noch zum besseren englischen Kommentator greifen, aber seit PES 2009 gibt es in der deutschen Version des Spiels als Alternative nur noch die Franzosen. Obendrauf gibt es wieder eine Ladung lizenzierter Musikstücke von Bands und Musikern aus allen möglichen stilistischen Bereichen. Wie immer ist das absolute Geschmackssache.

Pro Evolution Soccer 2011 überzeugt da, wo es am wichtigsten ist: Beim Gameplay. Es macht Spaß, es ist herausfordernd, die Spiele laufen stark unterschiedlich und realistisch ab und man hat einfach wirklich das Gefühl ein Fußballspiel zu spielen.
Die zahlreichen Spielmodi machen – trotz kleinerer Schwächen – auch Spaß und gerade im Multiplayer ist das einfach nach wie vor eines der unterhaltsamsten Sportspiele.
Es wäre nur schön, wenn Konami endlich mal den Bereich Sound überarbeiten würde.
Insgesamt gefällt mir das Spiel aber sehr gut, ich hab viel Spaß, auch ein bisschen Frust, aber so ist das beim Fußball eben.

Publisher: Konami
Developer: Konami
Erscheinungsjahr: 2010
Erschienen für: PC, Playstation 3, Playstation 2, Playstation Portable, Xbox 360, Wii
Anzahl Spieler: 1-10
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8/10  Spielspass
Sound6/10
8,5/10
Gameplay 9/10
Multiplayer 9/10
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Letzte Aktualisierung ( 26.10.2010 )
 
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