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Quake 4 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.07.2009

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Das vierte große Beben wurde von id im Jahr 2005 gezündet. Nachdem Teil 3 praktisch eine reine Multiplayerballerei war, steht nun wieder der Single Player Modus im Fokus und hierbei dachte man sich, das man einfach mal ein Sequel zu Teil 2 machen kann.
Quake 2 schon ging weg vom ursprünglichen Fantasy/Goth/Industrial Design des Originalspiels und bot dafür Sci-Fi Krieg. Die außerirdischen Strogg waren die Feinde und die sorgen auch nun wieder für reichlich Ärger. Denn der Krieg zwischen ihnen und der Menschheit geht weiter und der Spieler ist mittendrin in der Rolle des Marine Matthew Kane.

Willkommen also zu Quake 4, einem der klischeehaftesten und vorhersehbarsten First Person Shooter, seit langem. Denn mit dieser Kritik will ich direkt mal beginnen. Es nervt einfach sehr, wenn auch im 21. Jahrhundert immer noch die gleichen ausgetrampelten Pfade bestritten werden.
Das fängt schon bei den zahlreichen Marines an, mit denen man sich im Kampf rumschlägt. So viele Klischeefiguren auf einem Haufen sind mir selten begegnet. Vom Macholatino zum leicht besoffen wirkenden Russen, hin zu den typischen Angsthasen und Anfängerrambos, ist hier alles vertreten.
Aber auch im Spielverlauf kommt man um die, mittlerweile viel zu oft gesehenen Storyverläufe nicht herum.
So befreit man in einer Mission einen Gefangenen aus einer Stroggzelle und eilt mit ihm zur Flucht. Diese endet natürlich vor verschlossener Tür. Während der ehemalige Gefangene an technischem Gerät rumfingert, soll man sich auf machen zu einer Art Recyclinganlage und diese starten. Schon während mir noch die Mission erklärt wird, war mir eines klar: Der Typ wird das alles nicht überleben. So kam es dann auch, denn auf dem Rückweg kamen schon die Hilferufe und just in dem Moment als ich wieder als Ausgangspunkt ankomme, sehe ich wie ein fieser Strogg den schreienden Helfer wegzerrt. Ich finde das langweilig. Warum müssen immer alle sterben, warum muss immer alles so sehr nach Schema F ablaufen?

Denn an sich, könnte Quake 4 ein guter Shooter sein. Die Action ist reichhaltig, das Waffenarsenal umfangreich und den hässlichen Gegnern tritt man gerne in den Arsch. Mit Fahrzeugen wird sogar noch ein wenig Abwechslung in die Sache gebracht.
Gut, typisch für id ist natürlich die Linearität. Verschlossene Türen, versperrte Wege. Witzig wird es dann, wenn man ausversehen eine falsche Abzweigung nimmt. Da steht man dann vielleicht vor einem Gebäude mit verschlossener Tür. Geht man zurück und folgt dem eigentlichen Spielverlauf, kommt man nach kurzer Zeit zu diesem Gebäude zurück. Die Tür ist immer noch verschlossen, aber plötzlich stehen da Kisten, mit deren Hilfe man auf das Dach hüpfen kann und dort ist natürlich ein Loch – aus dem prompt und keinesfalls überraschend ein Feind klettert.

Schön ist eben, das es gnadenlose Action gibt, mit ordentlich viel Blut und einigen garstigen Szenen. Noch schöner, dass dies alles nicht durch irgendwelche Rätsel oder Hüpfeinlagen gestört wird. Wir wollen Ballern bis der Arzt kommt. Wobei jener meist sogar mit dem Spieler unterwegs ist, denn man kämpft nicht immer allein sondern auch mal mit Unterstützung einiger Marines. Die setzen zwar leider nur strikt eine 08/15 Assault Rifle ein und sind so keine große Hilfe, aber es ist schön, nicht immer ganz allein von den grunzenden Strogg umzingelt zu sein.

Ungefähr nach der Hälfte gerät man dann aber doch in die Gefangenschaft der bösen Invasoren und wird prompt selbst zum Strogg verwandelt. Zumindest halbwegs, denn natürlich wird man noch gerettet ehe man den Chip zur Gedankenkontrolle eingepflanzt kriegt. Als Halb-Strogg kämpft man aber leider immer noch auf Seiten der „Guten“. Schade, ich hatte gehofft, man könne jetzt auf der dunklen Seite kämpfen. Immerhin bringt die Änderung einiges mit sich. Zwar wird man von anderen Marines verspottet, aber Kane kann schneller laufen, hat etwas mehr Health Points und muss sich zu Helloween nicht extra verkleiden.

Atmosphärisch passt das Ganze. Im  Gegensatz zu Doom 3 geht es hier nicht ganz so dunkel zu, größtenteils sieht man sogar, wo man hinrennt und es gibt viele Außenbereiche durch die man sich schlagen darf. Wollte Doom 3 noch ein Horrorspiel sein, ist Quake 4 zwar atmosphärisch, aber zu keiner Sekunde gruselig oder unheimlich. Da können die Gegner noch so gemein aussehen, das ganze wirkt eigentlich mehr wie ein 80er Jahre Actionfilm a la Predator. Die Kriegsatmosphäre mit verletzten und schreienden Marines, panischen Reaktionen und viel Krachbumm wurde aber gut eingefangen.

Das Waffenarsenal ist gut gefüllt, mit einige der typischen Quakewaffen wie der Railgun oder der Nailgun, dazu gibts kleinere Kaliber die kein Mensch braucht, einen sehr schönen Raketenwerfer und die fiese Dark Matter Gun.
Gerade gegen die größeren Gegner, wie den spinnartigen Harvester, sind große Kaliber aber auch dringend von nöten.
Neben Waffen und Munition liegen natürlich auch die Standard Healthpacks und Rüstungen in der Gegend herum (Wer verteilt die eigentlich immer? Womöglich ein armer Marinepraktikant der dadurch sein schnelles Ende findet)

Einen Multiplayermodus gibt es auch, aber man merkt sofort, das der nur eine nette Dreingabe ist. Kurze Zeit später erschien mit Quake Wars sowieso wieder ein praktisch reines Multiplayer Quake.
Was fehlt ist wie immer ein Coop Modus. Buh!

Sehr passend kann man die Grafik unter dem Begriff Licht & Schatten einstellen. Lichtspielereien in dunklen Räumen sehen gut aus, vor allem wenn man mit anderen Marines unterwegs ist und diese ängstlich mit ihren Lampen rumfuchteln. Auch einige Explosionen sehen recht gut aus. Gar nicht gut finde ich dagegen die extrem matschigen Texturen, die einfach schlecht aussehen. Da zeigt sich, das die Doom 3 Engine doch schon etwas älter ist.
In der Abteilung Sound gibt es schön krachige Explosionen, lautes Maschinengewehrfeuer und grunzende Feinde. Dazu noch einige Ambientgeräusche die für Atmosphäre sorgen sollen.
Die Anweisungen erhält man von den Anführern in Sprachausgabe vorgetragen, diese ist ok, aber wie oben schon erwähnt mitunter verdammt klischeehaft.

Quake 4 hat mir Spaß gemacht, wäre aber noch besser gewesen, wenn es nicht so extrem linear, vorhersehbar und klischeehaft gewesen wäre. Es wird viel Action geboten, das Ganze macht auch Spaß und das sogar länger als 30 Minuten und zumindest dann und wann wird für ein wenig Abwechslung gesorgt. Für Shooterfans ist das Spiel auf jeden Fall einen Blick wert.

Publisher: Activision
Developer: id Software / Raven Software
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: PC, Mac, Xbox 360
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound8/10
7,5/10
Gameplay 7/10

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