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Red Faction PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
07.01.2009

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Mars. Der rote Planet. Heimat der Marsmenschen und das Ziel unzähliger NASAtouren.
In der Zukunft ist das alles anders. Denn dort ist der Mars schon längst von Menschen bevölkert, die in Minen arbeiten.
Klingt nach Total Recall, ist aber Red Faction. Ein Ego-Shooter, der 2001 von Volition entwickelt und veröffentlicht wurde.

Im 22. Jahrhundert ist der Mars also besiedelt und wird nach Rohstoffen abgegrast. Der große Obermotz im Minengeschäft ist die Ultor Corporation, die sich aber mehr und mehr den Frust der Minenarbeiter zuzieht. Schlechte Lebensbedingungen, wenig Bezahlung und Wächter die etwas zu aggressiv sind.
Parker ist einer der Minenarbeiter und wird alsbald vom Spieler gesteuert. Man erlebt mit, wie Wachleute Minenarbeiter verprügeln und töten - und schon bricht der große Aufstand, geleitet von EOS, los.

Red Faction erlangte Aufsehen durch die Geo Mod Engine, die es ermöglicht, große Teile des Levels zu vernichten. Zur damaligen Zeit war man in Shootern froh, wenn man Fensterscheiben zerstören konnte, in Red Faction dagegen kann man mit dem Raketenwerfer Tunnel in den Marsboden schießen oder Wände zerbröseln.
Leider führt uns dies auch direkt zum ersten Kritikpunkt. So toll dieses Feature auch ist, hat man es versäumt, das Ganze sinnvoll ins Spiel einzubauen. Lediglich an 2-3 Stellen heißt es mal „Oh, die Tür ist blockiert, spreng dich mal drumrum durch die Mauer“ und das ist einfach zu wenig und nur im ersten Abschnitt, in den Minen, findet man tatsächlich mal Geheimräume, wenn man sich durch die Wände sprengt.
Vor allem in den späteren Spielabschnitten, wie den Verwaltungsgebäuden und Forschungsstationen, kann man kaum noch was wegsprengen. Die Mauer sind wieder stabil und es gibt höchstens eine recht hässliche Textur, wenn man mit dem Raketenwerfer draufhält. So ist das eben nur ein nettes Gimmick.

Ein nettes Gimmick in einem guten Spiel allerdings. Der Anfang in den düsteren Minen ist noch recht unspektakulär, bis man das erste Mal auf ein Fahrzeug trifft. Ein Minenbohrgerät, mit dem man auch wunderbar Gegner überfahren kann.  
Fahrzeuge spielen später noch eine große Rolle, denn man ist in diesem Spiel nicht nur zu Fuß unterwegs. Mit einem kleinen Tauchboot geht es unter Wasser und mit einem kleinen Shuttle fliegt man durch Höhlen. Gegen Ende findet man dann noch einen Jeep, dessen Nutzen mir sich nicht so ganz erschließt, da man entweder fahren oder schießen kann, aber nicht beides gleichzeitig.
Neben diesen Fahrzeugen, hat man das Gefühl, dass die Entwickler auch sonst alles einbauen wollten, was man von anderen Shootern so kennt. Das fängt beim Waffenarsenal an. 14 Waffen stehen zur Verfügung. Von der kleinen Pistole über die Pump Gun und Granaten, zum Maschinengewehr hin zu Raketenwerfern gibt es alles, was man schon kennt. Mit der Rail Gun kann man durch Wände schauen und dahinter befindliche Gegner unbemerkt erledigen. Dummerweise hat die Waffe nur einen Schuss, danach muss mühselig nachgeladen werden. Einige der Waffen haben eine sekundäre Funktion. So kann man einen Schalldämpfer auf die Pistole schrauben, Homing Missiles mit dem Raketenwerfer abfeuern oder beim Flammenwerfer einfach den Tank nehmen und als eine Art Molotov-Cocktail verwenden. Der 15. Waffenslot wird vom Riot Shield besetzt. Ein kleines Schutzschild, das zwar gegen Geschütze hilft, aber an sich völlig nutzlos ist, da man keine Waffe zusätzlich benutzen kann.
Fahrzeuge, Waffen…was fehlt noch? Klar: NPCs, die man beschützen muss. Mich nervt so etwas gerade bei Shootern, da meistens die NPCs blind ins Feindfeuer rennen und sterben, was das Game Over bedeutet. Bei Red Faction ist das alles etwas besser gelöst, die zu schützende Person bleibt meist einige Meter zurück und wartet in einer Ecke bis alle Feinde tot sind.

Man hat sogar versucht einen Stealthabschnitt einzubauen. Das misslang aber ziemlich. Nur mit der Pistole bewaffnet, soll man sich zu einer Person schleichen. Die Wachen allerdings erkennen den Spieler schon aus 100 Meter Entfernung und schlagen sofort Alarm. Da heißt es dann wieder Waffe raus und töten. Mir persönlich gefällt das aber sehr gut, nichts nervt mich mehr bei Ego-Shootern als Schleichabschnitte oder solche Levels, wo man die Waffen nicht einsetzen darf. Bei Red Faction darf man auch Zivilisten wie die Wissenschaftler und andere Mitarbeiter erlegen.
Einige kleine Schalterrätsel finden sich auch noch. In einer Müllanlage muss man gegen einen riesigen Roboter kämpfen, der gegen Waffen allerdings immun ist. Man muss ihn zu einem Müllschacht locken, dort halten und schnell zwei Schalter betätigen, damit er da runter gesogen und zerstört wird.

Im letzten Drittel des Spiels, kommt eine Wende. Hat man bis dahin praktisch nur gegen unterschiedlich stark gepanzerte Wachleute gekämpft, kommen nun Monster und Mutanten, die von einem verrückten Wissenschaftler gezüchtet wurden. Das Spiel wird hier völlig absurd und unrealistisch, da besagter Wissenschaftler auch noch über den Boden schwebt. Ich hätte auch ohne diesen langen Abschnitt auskommen können. Mutanten sind einfach langweilig und der realistische Aspekt des Spiels bis dahin hat mir eigentlich gut gefallen.

Die Handlung wird in Zwischensequenzen voran gebracht, die sich allerdings nicht abbrechen lassen und die auch nicht sonderlich spektakulär sind. Dazwischen kriegt man immer wieder Audioanweisungen von EOS oder Hendrix. Diese gut gemeinten Ratschläge, sind nicht unbedingt notwendig, da Red Faction ein absolut lineares Spiel ist und man immer zum Ziel geleitet wird. Zwar gibt es ab und an auch einige Abzweigungen, aber die führen eigentlich immer nur zu zusätzlicher Ausrüstung.

Grafisch sah das Spiel seinerzeit recht gut aus. Vor allem der Glasbrucheffekt sieht auch heute noch recht gut aus und der Flammenwerfer macht einfach Spaß.
Die Musik ist unscheinbar und besteht nur aus wenig Synthiegedudel, das an gewissen Stellen eingespielt wird. Absolut vergessenswert.
Die Soundeffekte, vor allem die Waffen, klingen dagegen recht gut. Die Sprachausgabe ist auch eher unspektakulär.

Sehr spaßig ist das Spiel vor allem im Multiplayermodus. Auch wenn nur Deathmatch, Team Deathmatch und Capture the Flag geboten werden, kann man in diesen Maps meist wirklich alles zerstören, wodurch das Deathmatch eine neue Dimension erhält. Warum die normalen Wege nutzen, wenn man sich durch eine Wand sprengen und so einem Gegner in den Rücken fallen kann? Spaß macht das auch heute noch.

Red Faction ist kein Spiel, das Innovationspreise erhält. Auch die Geo-Mod Engine ändert daran nichts, da man diese sinnvoller hätte einbauen können. Spaß macht die Hatz über den Mars und durch die Minen aber schon, gerade weil alles so unkompliziert ist und man richtig die Sau rauslassen kann. Rücksicht muss man auf nichts und niemanden nennen, kleinere Fahrzeug- und Rätseleinlagen lockern das Geschehen zusätzlich noch auf.

Publisher: THQ
Developer: Volition
Erscheinungsjahr: 2001
Erschienen für: PC, Playstation 2, Mac, N-Gage
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik8/10  Spielspass
Sound6,5/10
8/10
Gameplay 8/10
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