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Redline PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
11.07.2008

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Redline war seinerzeit das letzte Spiel, das von Accolade published wurde, bevor sie von Infogrames aufgekauft wurden. Vielleicht auch deshalb ist dieses Spiel irgendwie recht schnell in Vergessenheit geraten. Merkwürdig, wo dies wohl einer der innovativsten Shooter seiner Zeit war.

Gut, die Handlung von Redline ist mal wieder nichts Besonderes. Im Jahr 2066 ist die Erde mal wieder im Arsch. Alle Menschen kämpfen ums Überleben, bis auf einige wenige, die so reich sind, dass sie in geschützten Gebäuden leben. Alle anderen formieren sich in Banden und kämpfen. Als Spieler landet man selbst in solch einer Gruppierung.
Die Handlung wird im weiteren Verlauf in Zwischensequenzen erzählt. Auch wird man über die anderen Gruppierungen, gegen die man kämpfen muss, aufgeklärt. Da gibt es beispielsweise eine verrückte Sekte Gläubiger, welche die „Monsterfilme des 20. Jahrhunderts“ für bare Münze nehmen und glauben das Godzilla Gott ist. Dann gibt es noch mutierte Kannibalen und Cyborgs dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Leider gibt es im Einzelspielermodus nur 12 Missionen. Diese gestalten sich allerdings sehr abwechslungsreich. So muss man in der ersten Mission für die Truppe Generatoren finden und zerstören. Das gestaltet sich leicht, da einerseits der Level sehr linear gehalten ist und andererseits durch helle Lichtstrahlen direkt angezeigt wird, wo diese Dinger stehen. Man ist hier von Anfang an in einem Fahrzeug unterwegs. Man kann aber auch jederzeit aussteigen und die Mission zu Fuß erledigen. Zu entdecken gibt es auch viel, Geheimräume mit Waffen oder anderen Fahrzeugen die vielleicht besser sind. Es gibt dabei unterschiedliche Autos und Motorräder bis hin zu größeren Panzerartigen Gefährten oder Lastwägen, die alle über mehr oder weniger starke Panzerung und Waffen verfügen. Gerade im ersten Level wo man sich vielen Geschützen gegenübersieht, ist das recht hilfreich. Auch hat man es gegen normale Soldaten leichter, diese kann man nämlich überfahren, dann platzen sie und sind beseitigt ohne dass man dafür Munition verschwenden musste.
In einer anderen Mission muss man sich zur Sekte schleichen. Man kann entweder direkt mit voller Waffengewalt ran, dann wird allerdings Alarm ausgelöst und man sieht sich einer großen Angriffswelle gegenüber oder man kann versuchen, so unauffällig wie möglich an die Basis zu kommen. Ein Schleichspiel ist Redline allerdings nicht, denn in der Basis wird sofort Alarm geschlagen. Diese führt unterirdisch in einen riesigen Bau, samt Räumen für die Einheiten aber auch zu einem großen kirchenähnlichen Raum. Von dort führt der Weg weiter zur großen Halle, wo man ein panzerartiges Gefährt zerstören muss. Hierbei kann man sich mutig nach unten stürzen und das Fahrzeug entweder mit Waffengewalt oder mit Hilfe eines Fahrzeuges zerstören. Eine weitere Möglichkeit ist, in eine Kommandozentrale einzudringen, dort ein paar Schalter umzulegen. Dadurch werden die Tore zu einem Catwalk geöffnet und man kann nach einem Balanceakt in ein stationäres Geschütz springen und mit diesem angreifen.

Bei den Waffen wird auch auf Abwechslung gesetzt. An sich hat man nur zwei Waffen. Eine Kreissäge die nicht viel bringt und ein Gewehr. Dieses lässt sich allerdings in 10 unterschiedliche Schießprügel transformieren. Vom normalen MG über eine Sniperwaffe bis hin zu einer Art Railgun wie man sie aus Quake 3 kennt. Da man es oft mit Fahrzeugen zu tun hat, gibt es auch noch eine EMP Funktion, mit der man jene lahm legen kann.
Die Gefährte selbst verfügen auch über unterschiedlichste Waffensysteme. Meist 2-3 verschiedene, von Raketenwerfer über MG hin zu experimentellen Sprengwaffen.
Insgesamt 18 unterschiedliche Vehikel gibt es. Unterschiedliche normale Autos, Panzerartige Gefährte, Motorräder, Lastwagen und ein sogar ein mit Benzingefüllter Lastwagen, den man irgendwo parken kann und dann mit einer Waffe in die Luft jagen – am besten dann, wenn viele Gegner dort in der Nähe sind.

Die Steuerung der Fahrzeuge ist überraschend gut gelungen. Gerade bei Shootern versagen die meisten Entwickler ja meist daran, man denke an Halo oder Far Cry. Hier lassen sich die Fahrzeuge aber sowohl mit Tastatur als auch Maus sehr vernünftig steuern. Dafür ist die Steuerung zu Fuß ein wenig hakelig und etwas merkwürdig ist auch die Beschleunigung, die man zwar im Optionsmenü regeln, aber nicht deaktivieren kann. Je länger man sich bewegt, desto schneller wird man. Das ist recht gewöhnungsbedürftig.

Etwas gewöhnungsbedürftig sind auch Explosionen. Man kennt das ja in Shootern: Man sprengt einen Benzintank oder ähnliches und es gibt eine kleine Explosion. In Redline ist das anders. Die Explosionen sind völlig übertrieben. Zerstört man beispielsweise die Generatoren in Mission 1, gibt es dabei eine extreme Explosion und der Bildschirm färbt sich für einige Zeit komplett weiß. Sonstige Explosionen breiten sich mit einer riesigen Druckwelle aus und vor diesen sollte man lieber flüchten. Mitunter stirbt man sogar, wenn man zu nah dran steht.

Kommen wir zum künstlichen Intelligenz der Gegner. Hier stellt man nervige Aussetzer fest. Oft passiert es, dass Gegner gar nicht bemerken, dass man praktisch vor ihnen steht. Sie machen gar nichts und lassen sich töten. Vor allem Gegner auf Erhöhungen leiden unter diesem Problem. Ist sie allerdings aktiv, trifft man auf herausfordernde Feinde. Sie feuern sehr treffsicher und auch in den Fahrzeugen versuchen sie den Spieler zu überfahren. Schade, dass dieses eigentlich gute Bild durch die Aussetzer getrübt wird.

Grafisch präsentiert sich das Spiel mit Licht und Schatten. Recht beeindruckend sind die großen Landschaften, die völlig ohne Ladezeiten auskommen. Generell sind die Ladezeiten erfreulich kurz. Auch der Detailreichtum der Levelgestaltung ist klasse. Vor allem in der Sektenmission sieht die unterirdische Basis mit voll gestopften Kommandoräumen sehr gut aus. Nett ist auch, dass die Fahrzeuge unter Beschuss visuellen Schaden nehmen. Die Fensterscheiben gehen kaputt, die Karosserie verbeult sich und Rauch und Feuer entstehen bis es zur Explosion kommt. Dagegen sehen die Soldaten und Figuren auch in den Zwischensequenzen nicht gut aus. Sie sind sehr kantig und undetailliert. So bestehen Arme nur aus 2 unförmigen Objekten. Die Gesichter sind starr, auch in den Cutscenes wenn gesprochen wird. Vergleicht man das nun mit den im gleichen Jahr erschienenen Unreal Tournament und Quake 3 Arena ist schon recht enttäuschend. Zum Glück kann man die Gegner im normalen Spielbetrieb sowieso kaum aus der Nähe betrachten, insofern stört das nicht groß.
Was dagegen stört ist die Musik. Diese ist zwar ganz nett, dauert aber in jedem Level nur etwa eine Minute und danach ist es ruhig. Dagegen klingen die Soundeffekte sehr gut und machen ordentlich Krach. Die Sprachausgabe ist ebenfalls gut.

Redline ist ein innovatives Spiel, das mit einigen netten Ideen und einer guten Fahrzeugsteuerung überzeugt. Wären die Aussetzer der KI nicht, könnte man es gar als sehr gutes Spiel bezeichnen. So ist es eben „nur“ gut, denn Spaß macht das Ganze auf jeden Fall. Für Fans von Ego-Shootern auch heute noch eine Empfehlung.

Publisher: Accolade
Developer: Beyond Games
Erscheinungsjahr: 1999
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar


Grafik8/10  Spielspass
Sound5,5/10
8/10
Gameplay 8/10

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