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Resident Evil 5 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.12.2009

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Mit Resident Evil 4 bewegte sich die Serie langsam fort von ihren Wurzeln, Horror und Survival rückten für etwas mehr Action in den Hintergrund. Das spaltete die Fangemeinde, brachte aber viele Fans. Mir gefiel dieser Teil auch wesentlich besser als sämtliche Vorgänger.
4 Jahre später erschien der Nachfolger.

Resident Evil 5 schließt unmittelbar an den Vorgänger an, bietet aber neue Schauplätze und Protagonisten. Chris Redfield wurde aus der Mottenkiste gezerrt, er war (neben Jill Valentine) die Originalspielfigur des ersten Teils und wurde zuletzt in Resident Evil Code Veronica und dem RE Spinoff Umbrella Chronicles gesichtet. Von S.T.A.R.S. hat er sich mittlerweile verabschiedet und arbeitet nun für die BSAA (Bio-terrorism Security Assessment Alliance). Ungefähr 10 Jahre nach dem Vorkomnissen in Resident Evil 1 findet er sich nun im sonnigen Afrika wieder, in Gesellschaft von seiner Kollegin Sheva Alomar. Sie haben den Auftrag Ricardo Irving zu finden, der bio-organische Waffen verkauft und das geht ja nicht. Natürlich geht alles schief, was schief gehen kann, ein Virus verwandelt die Einwohner in Monster und ein alter Bekannter Antagonist taucht auch wieder auf.

Resident Evil 5 überzeugte mich direkt schonmal mit dem Setting. Afrika, es ist schön sonnig und erstmal sieht auch alles ganz nett aus. Es ist eine schöne Abwechslung zu Nacht, Gewitter und was man sonst bei Horrorspielen natürlich hat, aber ist Resident Evil so überhaupt noch ein Horrorspiel? Entfernte sich schon der Vorgänger davon, ist dieser Teil nun eigentlich kaum noch gruselig. Zwar gibt es einige dunkle Orte später und einige Szenen sind schon etwas krass, aber Angst hat man bei diesem Spiel nicht. Aber es ist vielleicht gut so, lieber mal andere Pfade gehen als sich ständig im Kreis zu drehen. Horrorspiele gab es in den letzten Jahren so viele, dass es eigentlich schon mehr als nur langweilt. 
Zumindest bei mir für heftiges Kopfschütteln sorgte der „Skandal“, der um das Spiel heraufbeschworen wurde, da man in Afrika ist und als weißer Hauptdarsteller schwarze Mutantenmonster killt. Hier stellt sich die Frage, ob die Gesellschaft wirklich noch ganz klar im Kopf ist oder man wirklich aus allem einen Skandal machen muss. Schießt man weiße Menschen über den Haufen ist das kein Problem, bei Zombies sagt auch niemand was und dämonische Höllenwesen sind auch in Ordnung – aber schwarze Menschen und Tiere sind irgendwie das große Tabu. Es ist absolut lächerlich.

Aber wenden wir uns nun lieber erfreulicherem und dem Spiel zu. Das Gameplay erfuhr einiges an Überarbeitung und das schon allein, weil man eben nie allein, sondern immer zu zweit (Chris und Sheva) unterwegs ist. Das ist einerseits super, denn Coop machen Spiele immer noch den meisten Spaß und mit einem menschlichen Mitspieler zeigt das System auch alle seine Stärken, aber allein stößt man auf frustrierende Momente. Die künstliche Intelligenz kann einfach gar nicht den menshclichen Mitspieler adäquat ersetzen. Zwar kann man Anweisungen geben wie „Bleib bei mir“ oder „Halte Abstand“, letzteres ist aber quasi direkt eine Aufforderung zum Selbstmord. Das erste Hauptproblem ist, dass Sheva KI-gesteuert erst durch groben Zwang eine andere Waffe nutzt als ihre nutzlose Pistole, aber selbst wenn sie dann eine Sub Machine Gun hat, gibt sie nur Einzelschüsse ab, die meist auch noch irgendwo in der Pampa landen. Die KI hat einen Munitionsverbrauch, der bei einem Spiel wo selbige rar gesät ist, absolut tödlich ist. Ebenfalls recht nervig ist die fortlaufende Hilfestellung. Man nimmt ein wenig Schaden, denkt sich nichts dabei und schon ist Sheva da und verschwendet ein ganzes Erste Hilfe Spray oder eine Heilpflanze für nichts. Genauso nervig ist die Sammelsucht. Verstreut in den Levels liegt nicht nur Munition rum ,sondern auch Gold und anderer Kram. Anstatt Monster zu bekämpfen, schlägt die KI lieber Fässer klein um Gegenstände einzusammeln. Es ist verdammt frustrierend auf Dauer, da man praktisch wieder zur Babysitterrolle verdammt wird.

Beim restlichen Gameplay hielt man sich größtenteils an den Vorgänger. Aus der Third Person Perspektive steuert man seinen Protagonisten durch die Welt. Schießen kann man nur, wenn man still steht und Ziel nimmt, während des Laufens ist ein Angriff nicht möglich, was aber zumindest für ein etwas taktischeres Vorgehen sorgt. Man kann sich eben nicht blind in die Meute werfen und Rambo spielen. Deckungen werden vor allem wichtig, wenn man aus der Ferne etwa von Feinden mit Raketenwerfern attackiert wird.
Gelöscht hat man den Inventarkoffer, jede Figur hat jetzt ein Inventar bestehend aus 9 Feldern, jeder Gegenstand, egal ob Snipergun oder Heilkraut verbraucht ein Feld. Sheva wird so schnell zum Packesel umfunktioniert. Anders als in den Vorgängern wird das Spiel allerdings nicht pausiert, wenn man im Inventar ist, so das man auch schonmal urplötzlich attackiert wird, wenn man gerade am sortieren der Gegenstände ist. Das nervt etwas. Denn angegriffen wird man laufend, von allen Seiten und meist von einem ganzen Haufen Gegnern unter diese sich meist auch noch ein etwas stärkerer Zwischengegner mischt.

Zur Abwechslung gibt es dann auch Sequenzen, in denen man etwa unter Zeitdruck zu einem Boot laufen muss oder auf einem Jeep mit der festinstallierten Minigun unzählige Bikermutanten abschießen. Ebenso gibt es viele harte Zwischengegner und die Quick Time Events dürfen auch nicht fehlen. Mit diesen hat es Capcom meiner Meinung nach aber ein wenig übertrieben, es sind schon sehr viele und am schlimmsten sind jene, die direkt an eine Zwischensequenz anschließen. Man schaut sich den Film an, dann blinken plötzlich die Tasten auf dem Screen – und man ist tot, weil das zu überraschend kommt. Da es aber wie immer unendlich Continues gibt, ist das Sterben kein allzu großes Problem.

Zum Glück hat man viele Waffen zur Auswahl und kann auch Granaten einsetzen. Von einer kleinkalibrigen Pistole über die MP5 zur AK47 und einem Raketenwerfer ist das Waffenarsenal gut ausgerüstet und am meisten macht es Spaß, den Gegnern mit der Pumpgun den Kopf wegzublasen. Am Ende jedes Levelabschnittes kommt dann der Shop, der fahrende Händler der im Vorgänger an den unmöglichsten Orten auftauchte, ist Geschichte. Waffen und Heilsprays können ebenso wie Rüstungen gekauft werden und die Waffen wie gehabt in unterschiedlichen Kategorieren getuned werden. Auch das kombinieren von grünen und roten Heilkräutern ist nach wie vor möglich.

Während der Reise durch die Welt wird das Spiel zunehmend düsterer, von den sonnigen Orten geht es in den Sumpf und in dunkle Höhlen, später sogar auf ein großes Schiff. Neben dem bekämpfen von Gegnern gibt es auch kleinere Schalterrätsel und das suchen von Keycards steht natürlich auch auf dem Programm. 

Mit dem durchspielen schaltet man wie gehabt jede Menge Bonusinhalte frei. So gibt es für die Hauptfiguren andere Kostüme, man kann Chris auch in seinem alten S.T.A.R.S.-Outfit durch die Wüste schicken, es gibt kleine Sammelfiguren und mit Mercenaries einen Bonusspielmodie, den man schon von den Vorgängern kennt – das überleben gegen eine Vielzahl von Gegnern.

Bei der PC Version ist natürlich die Steuerung ganz wichtig. Gamepads werden unterstützt und damit spielt sich das ganze ausgezeichnet, aber auch die Steuerung per Maus und Tastatur geht recht gut von der Hand, auch wenn sie nicht ganz perfekt sondern etwas hakelig ist. Aber ich hatte keine Probleme auch mit dieser Steuerumöglichkeit durch das Spiel zu gelangen und fand das Zielen per Maus auf jeden Fall einfacher.

Grafisch sieht das Spiel sehr gut aus und das trotz gar nicht mal so hoher Systemanforderungen. Die Außenlevels sind zwar etwas arg übertrieben mit Bloom ausgestattet, aber im umfangreichen Optionsmenü kann man alles regeln. Die Animationen der Figuren und die schön gestalteten Zwischensequenzen in Spielgrafik können überzeugen.
Bei der Musik wird sich zurückgehalten, diese setzt ein, wenn besondere Gefahr droht und signalisiert auch, das noch Gegner in der Nähe sind. Die Soundeffekte der Waffen sind gut und die Sprachausgabe ist gelungen.

Auf dem PC wird man noch zusätzlich mit dem nervigen Microsoft Live System genervt. Man muss sich einen Account anlegen, ansonsten wird im Spiel nicht gespeichert. Das ist eine Schikane, die niemand braucht, schon gar nicht die ehrlichen Käufer. Dazu kommt, dass man für jeden Account genau einen Spielstand hat, will man etwa von vorne anfangen, weil man im laufenden Spiel Fehler machte, schaut man erstmal blöd und muss wieder von vielen Schikanen begleitet den Account neu anlegen.

Als Fazit bleibt, das Resident Evil 5 ein schönes Spiel ist, das Spaß macht, aber leider einige Unzulänglichkeiten bietet. Die künstliche Intelligenz ist grausam, die dadurch hervorgerufene Munitionsarmut nervig und am Ende gingen den Entwicklern wohl so ein wenig die Ideen aus und das Spiel mit „Der Endgegner will nicht sterben, sondern taucht unzählige Male wieder auf“ zu strecken hat schon vor 10 Jahren bei Metal Gear Solid ein wenig genervt. Im Einzelspielermodus ist es so „nur“ ein gutes Spiel, während im Coop die Jagd durch Afrika sogar enorm spaßig ist. Dort konnte mich dann das Spiel exzellent unterhalten. Am Vorgänger kommt es aber trotzdem einfach nicht vorbei.

Publisher: Capcom
Developer: Capcom
Erscheinungsjahr: 2009
Erschienen für: PC, Xbox 360, Playstation 3
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9/10  Spielspass
Sound8/10
8,5/10
Gameplay 8,5/10
Multiplayer 9/10
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