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Robot Arena 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
11.05.2008

Robot Wars erfreute sich in den 90ern großer Beliebtheit. Entwickelt wurde die Serie 1992 von einem Mitarbeiter bei Lucasfilm, der irgendwann aus Schrott einen Kampfroboter bastelte. Von 1994 bis 1997 wurden Turniere abgehalten, dann ging das ganze nach England wo es als Fernsehshow ausgestrahlt wurde. Diese Serie konnte man auch hierzulande verfolgen.
Das Konzept ist einfach: Bau einen Roboter aus alten Teilen, trete gegen einen anderen in einer Arena an und verarbeite ihn zu Schrott.

Und genau darum geht es auch bei Robot Arena. Nach dem Start landet man im Hauptmenü. Vorgefertigt sind schon ein paar Beispielbots, die man auch benutzen kann, aber viel spaßiger ist es doch selbst so eine Kampfmaschine zu basteln.
Zuerst legt man einen Grundriss fest, von rund bis eckig sind hier keine Grenzen gesetzt. Dann wählt man die Höhe und kann den oberen Bereich verändern. So kann man beispielsweise einen Bot bauen, der eine große Grundplatte hat und nach oben hin spitz zu läuft. Hat man das Gehäuse fertig, geht es an die Innereien. Das Programm liefert eine Vielzahl verschiedenster Gegenstände. Achsen und Motoren, Chips, Lufttanks und natürlich die Waffen. Natürlich kann man nur so viel in den Bot einbauen, wie Platz ist. Das Gewicht spielt weniger eine Rolle, auch wenn die Bots in 3 Gewichtsklassen unterteilt sind. Am interessantesten sind eh die Heavyweights und da gibt es keine Begrenzung.
So besteht mein Bot aus einem Kasten mit abgeschrägter Front. Vier Räder, wobei 2 zum lenken sind und an den Seiten von Panzerplatten geschützt sind. An der Front sind 3 Speere zum Pieksen eingebaut und wenn sich der Gegner da verfängt, kommen zwei pneumatische Äxte runter. Hat man ihn ausreichend bestückt, muss man ihn verkabeln. Man legt also die Steuerung fest und hat da auch alle Freiheiten bei der Tastenbelegung. Danach geht es in den Testraum und dann wird er noch bemalt. Farben, Texturen und die Möglichkeit ihm Kratzer oder Bilder (Man kann auch eigens erstellte Bilder importieren) zu verpassen gibt es ebenso wie die Wahl des Namens.

Leider hat man es versäumt einen Turniermodus dem Spiel zu verpassen. So gibt es nur das Exhibitionmenü, wo man einzelne Matches veranstalten kann. Aber immerhin gibt es unterschiedliche Matcharten. Das Deathmatch ist der klassische Kampf zweier Roboter, bei der Battle Royal treten vier an und dann gibt es beispielsweise noch das „Fall nicht vom Tisch“ Match, wo es natürlich das Ziel ist den Gegner runter zuwerfen. Als nächstes wählt man die Arena, diese unterscheiden sich nicht nur von der Form, sondern auch von der Ausstattung. Eine hat beispielsweise eine Brücke, andere hat fiese Fallen wie ein Elektroschockerfeld, welches die Elektronik langsam zerstört. Wenn man die englische Fassung von Robot Wars kennt, wird man allerdings die „Housebots“ vermissen, also jene vier Roboter, die einfach so in den Arenaecken stecken und eingreifen wenn man ihnen zu nahe kommt. Solch eine Arena wäre sicher auch lustig gewesen.
Dann wählt man seinen Roboter und die der Gegner, vier menschliche Spieler an einem PC sind möglich. Ansonsten begnügt man sich mit der CPU, es gibt hierbei unterschiedliche Teams mit unterschiedlichen Bots.

Dann geht es auch schon in die Arena. Natürlich ist so ein Kampf nicht allzu anspruchsvoll, man fährt zum Gegner und haut ihn kaputt. Wirkliche Taktik gibt es allenfalls bei solchen Bots, die eine Flipperfunktion als Waffe haben und man überlegen muss, wie man am besten den Gegner auf den Kopf befördert.
Gewinnen kann man durch unterschiedliche Arten. Ist der Gegner zerstört hat man natürlich der Sieger, man kann ihn aber auch einfach fahrunfähig machen. Denn steht man zu lang bewegungslos rum, kommt ein 10 Count und man scheidet aus dem Match aus, wenn man sich innerhalb dieser 10 Sekunden nicht bewegt. Die letzte Möglichkeit zu gewinnen ist durch Punkte. Jeder erfolgreiche Angriff bringt Punkte, wer nach Zeitablauf (von 1 bis 20 Minuten wählbar) die meisten Punkte hat und noch im Match war, hat gewonnen.

Leider ist die CPU nicht gerade intelligent und die mitgelieferten Roboter sind auch nicht die besten. Aber Robot Arena hast erstaunlicherweise eine sehr große Fancommunity, die laufend Bots entwickelt und sogar an Mods bastelt. Einer der besten Mods nennt sich DSL Total Conversion und den sollte man auf jeden Fall nutzen. Er liefert neue Arenen, neue Waffen, andere Gegenstände und unzählige, meist real existierende Roboter, mit denen die CPU wesentlich stärker ist.
Trotzdem macht es am meisten Spaß, gegen andere Menschen und ihre Erfindungen anzutreten und so bietet das Spiel natürlich auch einen Netzwerk- und Onlinemodus.

Die Kämpfe sind recht spaßig, man kann auch sehen wie die Roboter langsam kaputt gehen. Sie verlieren ihre Waffen, es blitzt elektronisch weil die CPU kaputt ist oder sie rauchen und brennen. Der einzige gröbere Nachteil ist die eingesetzte Havok Physikengine die hier recht verbuggt ist und so hat man schon oft gehört, dass Roboter einfach mal sinnlos in die Luft fliegen. Mir ist das in rund 30 Kämpfen allerdings erst ein einziges Mal passiert und die erhältlichen Patches sollten das nahezu beseitigt haben.

Mittlerweile ist dieses Spiel fast 5 Jahre alt, man sieht es. Grafisch ist das ganze keine Offenbarung, allerdings auch nicht total gruselig. Die Roboter sehen mitunter ganz nett aus und die Arenen sind gut designed, allerdings wäre ein Publikum drum herum ganz nett gewesen.
Musikalisch gibt sich das Spiel sehr unspektakulär. Die Soundeffekte sind realistisch und gut und es gibt noch einen Kommentator, der aber nur ab und zu einige Phrasen abgibt. Zum Glück hat auch hier die Community mit Soundpacks nachgeholfen.

Robot Arena 2 ist in seiner Ursprungsversion ein sehr nettes kleines Spiel, bei dem man seine Kreativität als Kampfroboterbauer ausspielen kann. Dank der Community und den zahlreichen tollen Mods wird das Spiel aber erst so richtig gut und gegen menschliche Gegner ist es ein großer Spaß.

Publisher: Infogrames/Atari
Developer: Gabriel Interactive
Erscheinungsjahr: 2003
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Botabhängig

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Grafik6,5/10  Spielspass
Sound6/10
7/10
Gameplay 8/10
Multiplayer 8/10

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