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Rollercoaster Tycoon 2 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
11.05.2008

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Das soll ein zweiter Teil sein? – Ich wette diese Frage haben sich sehr viele Käufer von Rollercoaster Tycoon 2 (RCT2) gestellt. Denn schon beim ersten Blick bemerkt man, dass die gleiche Engine zum Einsatz kommt, das Spiel also genau so aussieht wie der Vorgänger und man muss immer bedenken: Verwendet wird hier eine Engine, die bereits 1994 für Transport Tycoon benutzt wurde! Das hat zwar zur Folge, dass die Systemanforderungen so gering wie nur möglich sind, aber eine etwas bessere Grafik wäre doch wünschenswert gewesen.

Denn so hat man nach wie vor die gleichen Probleme beim Bau des Freizeitparks: Angesehen werden kann dieser bzw. die Landschaft aus 4 isometrischen Richtungen mit 3 Zoomstufen. Gerade dann, wenn man Löcher aushebt für Seen und ähnliches, stößt man hier schnell auf das Problem, dass der Cursor nicht in diese Vertiefungen gehen will, sondern außen daran rumhüpft. Zumindest eine optionale Draufsicht wäre toll gewesen, hätte man so eine bessere Übersicht und würde sich beim Graben von Vertiefungen leichter tun.

Gut, schieben wir mal den technischen Aspekt beiseite, denn einige Neuerungen gibt es durchaus. Die größte und beste nennt sich Theming. Konnte man in Teil 1 allenfalls Bäume und wenige Gebilde wie etwa ein Collosseum in die Landschaft setzen, gibt es nun komplette Sets zu unterschiedlichen Themen. Da haben wir beispielsweise Piratenflaggen – und Schiffe und können eine nette kleine Pirateninsel bauen. Manche dieser Themensets kann man auch wunderbar kombinieren. Aus den Sets zu den Themen Weltraum, Außerirdische und abstrakte Gebilde kann man eine nette kleine Star Trek Welt erstellen. Die Parkbesucher gehen nicht achtlos an diesen Gegenständen wie Raketen, Gebäuden und Satelliten vorbei, sondern betrachten sie und geben dann Kommentare ab wie „Tolles Theming“.
Gleichzeitig kann man mit diesen Dekorationsstücken auch noch Achterbahnen verschärfen. Stellt man gekonnt Bäume an die scharfen Kurven der „Wilde Maus“-Achterbahn, wird diese gleich noch wilder, das Excitement Rating steigt und die Besucher finden die Bahn noch aufregender und fahren sie noch lieber. Mit gutem Theming rund um die Bahn kann man schon mal locker das Excitement um bis zu einen Punkt steigern, ohne dass die negativen Werte wie Intensität und Übelkeit steigen.
Beim Theming allein bleibt es nicht, man kann natürlich auch passende Animateure einstellen, die in lustiger Verkleidung die Parkbesucher nerven. Passend zu den verschiedenen Themen gibt es neben Standards wie Pandabären auch passende Kostüme wie Piraten, Ritter und Römer. Ebenfalls wie die normalen Parkangestellten, also die Wachleute, Putzmänner und Mechaniker kann man ihnen Routen zuweisen, so dass sie auch im entsprechenden Bereich bleiben und nicht plötzlich Piraten in der Weltraumwelt rumwandern.

Neue Attraktionen gibt es auch. Gerade der Achterbahnbereich hat deutlich zugelegt und zeigt noch mehr verdrehte Achterbahntypen oder ganz extreme Dinge wie den Hypercoaster, mit dem man extreme Höhen erreichen kann. Aber auch die anderen Bereiche haben zugelegt. Für die Besucher die es eher ruhiger aber trotzdem einigermaßen aufregend haben wollen, gibt es nun Geisterbahnen. Zumindest heißen sie so. Leider ist dies nur eine Strecke, an die man drehende Tunnel bauen kann. Durch das Theming kann man diese Bahn zwar in einem Gebäude fahren lassen, aber einstellbare Gruselsachen wie Geister die vor das Fahrzeug fallen oder eben das, was Geisterbahnen ausmacht, fehlen leider völlig.
Auch bei den Versorgungsgebäuden kamen neue hinzu. Stände die anderen Esskram verkaufen und eine Art Krankenhaus, das man besten in die Nähe der Achterbahnen platziert. Der Geldautomat ist auch neu und eine ganz tolle Neuerung. In Teil 1 war es noch so, dass die Besucher nach Hause gingen, wenn sie kein Geld mehr hatten. Jetzt holen sie einfach neues am Automat – vorausgesetzt der Vergnügungspark gefällt ihnen.

Neu hinzugekommen ist auch die Möglichkeiten Attraktionen in höheren Ebenen zu bauen. Warum nicht eine Achterbahn in den Park stellen, die sofort nach der Station erstmal 10 Meter nach unten führt? Das ist nun ebenso möglich wie das Stapeln der Versorgungshäuser oder man baut einfach ein paar kleine Attraktionen wie das Karussell oder den Twister und setzt darüber eine Achterbahn. Realistisch ist das zwar nicht, aber eine gute Möglichkeit auch in kleinen Parks viele Attraktionen unterzubringen.
Das alles ist schon ganz schön. Man hat nun wesentlich mehr Möglichkeiten, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen.

Bis hierher ist eigentlich alles wunderbar, aber jetzt kommen wir mal zu ein paar Kritikpunkten.
Der erste Kritikpunkt, der vielleicht nicht für alle Spieler zählt, aber trotzdem erwähnenswert ist, sind die mitgelieferten Szenarios. Diese sind wieder in Schwierigkeitsgrade unterteilt und nach wie vor gilt es, innerhalb einer bestimmten Zeit ein Missionsziel zu erreichen. So muss man z.B. 2500 Besucher in einen kleinen Park quetschen oder ein Naturschutzgebiet umbauen, wobei man dort die Bäume nicht abreißen darf. Diese Missionen sind mehr oder weniger schwer – allerdings fehlt es an der Herausforderung, da von Anfang an alle freigeschaltet sind. Im Vorgänger war es noch so, das es überall erstmal nur den ersten Park gab. Hat man diese Aufgabe bestanden, wurde die nächste startbar. Hier kann man nun einfach sagen „Och, das ist mir zu schwer, ich probier mal das nächste aus“.
Ein Sandkastenmodus, wo man auf einer einfachen Fläche einfach losbauen darf, fehlt leider wieder. Zwar gibt es einen Szenarioeditor, wo man sich eigene Landschaften und Missionen erstellen darf, aber da kommen wir zum nächsten Problem: Man darf nicht alles auswählen.
Im Szenariomodus muss man auswählen, welche Fahrgeschäfte verfügbar sind. Dabei ist man auf maximal 255 limitiert. Klingt nach viel? Nicht, wenn man bedenkt, dass unterschiedliche Fahrzeuge für eine Achterbahn als eigenes Fahrgeschäft gewertet wird. Zählt man dann noch die beiden Add-Ons und ihre Attraktionen hinzu sowie die große Community die eigene Achterbahnen und Fahrgeschäfte erstellte, stößt man schnell an die Grenze.
Leider ist man auch bei den Themes limitiert. Man darf nur einige wenige auswählen und selbst da werden dann nicht alle Objekte übernommen, weil das noch stärker eingegrenzt wurde. Das ist sogar noch fataler, da viele Attraktionen eben mit Ausstattung kommen. Hat man die entsprechenden Themes oder Objekte nicht, darf man sich nur die blanke Bahn in den Park stellen. Auch dies betrifft wieder viele Achterbahndesigns aus der Community die meist reich bestückt mit Objekten verfügbar sind. Das ist einfach absolut ärgerlich.

Auch die KI der Parkbesucher ist kein Stück besser geworden. Hat ein Park eine ordentliche Größe erreicht, verlaufen sie sich. Man kann noch so viele Informationskioske hinbauen, die Parkpläne verkaufen, schon bald kommt die Meldung dass Besucher dieses oder jenes Parkgeschäft nicht finden. Selbst wenn man ein offenes Parkdesign mit wenigen Wegen gewählt hat. Auch betreten sie nach wie vor erst dann Fahrgeschäfte, wenn diese 2 Testrunden hinter sich haben und die Wertungen für Intensität und Übelkeit feststehen.

Ansonsten ist eigentlich alles wie beim Vorgänger geblieben. Das Menülayout ist identisch und man hat nach wie vor die Möglichkeit nach Neuen Attraktion zu forschen, Werbung zu machen oder das Parkgelände umzugestalten. Hier hat sich nichts getan.

Musikalisch gibt es Musikstücke für jede Attraktion. Passend zu den Themes gibt es auch passende Musik. Gruselige Musik für die Geisterbahn, römische Fanfaren oder Weltraummusik. Das trägt viel zur Atmosphäre bei. Die Parkbesucher kreischen auf der Achterbahn und diese macht laute Geräusche. Nach wie vor finde ich es aber schade, das die kleineren Attraktionen recht leise sind, obwohl deren Motoren eigentlich auch Krach machen sollten.

Besitzt man Rollercoaster Tycoon 1 mit den Addons, braucht man diesen „Nachfolger“ wohl nicht unbedingt. Das Theming ist zwar schön, aber sonst sind das einfach zu wenige Änderungen. Alle anderen, die den Vorgänger nicht kennen und an einem Vergnügungsparkspiel sollten diesem Teil eine Chance geben. Trotz kleiner Kritikpunkte ist das Spiel insgesamt einfach unterhaltsam.

Publisher: Atari
Developer: Chris Sawyer
Erscheinungsjahr: 2002
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Missionsabhängig

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Grafik5/10  Spielspass
Sound7/10
8,5/10
Gameplay 9/10
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