Home arrow Spiele arrow PC arrow Scratches 03 September 2010  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Scratches PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
23.09.2006

Image 

Michael Arthate ist Schriftsteller – und wie man das ja auch bei realen Autoren immer wieder sieht, gehen ihm die Ideen aus. Schreibblockade nennt sich das dann – und um diese zu überwinden, zieht er vorübergehend in das alleinstehende Anwesen eines bekannten Maklers.

So weit, so gut. Man schlüpft also in die Figur des Michael und erreicht das Haus, welches gerade zu riesig wirkt – und wie das in solchen Spielen nun mal so ist: Strom und Wasser gibt es nicht, also erstmal den Freund anrufen, der aber angeblich schon einen Elektriker beauftragt hat. Da dieser nun wohl doch nicht gewartet hat, entschließt man sich nach Kerzen zu suchen – man könnte auch kurz in die Stadt, um welche zu kaufen, aber das wäre ja auch zu einfach.

Den ersten Abend verbringt man also damit, sich erst mal in dem Anwesen umzuschauen. Seltsam, dass sich niemand die Mühe macht mal aufzuräumen oder die teilweise doch recht wertvollen Gegenstände zu verkaufen, es ist alles noch so, wie die letzten Besitzer es hinterlassen haben.

Man sucht also nach Kerzen, während es draußen dunkel und in dem Haus immer unheimlicher wird, so fern das möglich ist, denn das Gefühl alleine da zu sein, ist schon sehr unbehaglich. Das Ticken der Uhr. Die sonstige Stille. Nur die eigenen Schritte. Der Widerhall.

Und immer noch keine Kerzen. Man beschließt also, sich ins Bett zu begeben und auf den Morgen zu warten, doch die Stille der Nacht wird unterbrochen, durch ein unheimliches Geräusch – ein Kratzen, das vom Kamin her zu kommen scheint...

Über die Geschichte möchte ich hier gar nicht mehr verraten, letztlich ist diese ganz gut umgesetzt, man findet immer wieder Hinweise und das alles wirkt sehr stimmig.

Stimmig ist auch – und das ist die große Stärke von Scratches - die Atmosphäre. Das Alleinsein in dem Haus kommt sehr gut rüber, dezente Musik bzw. Soundeffekte, die das Geschehen sehr wirkungsvoll untermalen und einige Schockmomente, bei denen man sich richtig erschreckt. Um das zu Unterstützen sollte man sich am besten nachts mit diesem Spiel beschäftigen. An der (wenigen) Sprachausgabe via Telefon gibt es auch wenig herumzumeckern.

Allerdings gibt es auch einigen Grund zur Kritik – und das betrifft vor allem die Rätsel. Erstmal ist es generell unlogisch, dass man sich in diesem Haus über fehlendes Wasser oder den Strom beklagt – dass nichts zu essen da ist, scheint Michael wenig zu stören. Aber auch so wird man von dem Spiel völlig allein gelassen, was nun zu tun ist – z.B., dass man die Suche nach den Kerzen abbrechen kann, so bald man an bestimmten Stellen nach ihnen gesucht hat. Die Rätsel selbst sind im Großen und Ganzen recht logisch, so man erstmal weiß, was man überhaupt als nächstes tun soll, und dass bestimmte Gegenstände an recht seltsamen Plätzen liegen. Scratches ist also kein Spiel für Ungeduldige und der Wunsch, in die Komplettlösung zu linsen ist manchmal schon recht groß.

Die Spielzeit ist mit ca. 6-8 Stunden relativ kurz, insgesamt ist man 3 Tage und 3 Nächte Besucher in dem Anwesen. Die Grafik ist sicher kein Meilenstein, aber doch recht stimmungsvoll und die Steuerung aus der Egoperspektive passt sehr gut zu dem Spiel.

Wer also mit Grusel der dezenteren Art etwas anfangen kann, Spaß an Adventures hat und Lust hat, mal ein kleineres Projekt zu spielen, der macht hier sicher nichts falsch, zumal es Scratches inzwischen für 10 Euro gibt. Absolut hervorzuheben sind die Atmosphäre und der Spaß am Erkunden des unheimlichen Hauses.

Publisher: Rondomedia
Developer: Nucleosys
Erscheinungsjahr: 2006
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Mittel

ImageImage

Grafik6/10  Spielspass
Sound8,5/10
7,5/10
Gameplay 8/10
Im Forum kommentieren
Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page