|
Nach dem Second Encounter folgte also nun einige Jahre später der offizielle zweite Teil von Serious Sam und man durfte ja gespannt sein, was es alles für Neuerungen gab. Die Story, soviel kann man schon mal vorweg nehmen, ist nicht sonderlich neu. Der Oberbösewicht ist immer noch Mental, er hat immer noch eine riesige Armee und die gilt es platt zu machen. Wie auch bei den Vorgängern führt das zu riesigen Schlachten, bei denen man den Level vor lauter Gegnern nicht mehr sieht. Als erstes fällt wohl die neue Grafik auf. Das Spiel wirkt noch wesentlich bunter und comichafter als die Vorgänger. Auch die neuen Gegner sollen wohl nur noch so abgefahren wie möglich erscheinen. Untote Börsenmakler, Clowns, Zombiekaratekämpfer, Albinomonster und allerlei andere merkwürdige Gestalten tauchen auf. Ich will die Gegner aus Second Encounter wieder. Die schreienden Kopflosen sahen da wesentlich besser aus (nun haben sie ne Bombe als Kopf) und das teilweise etwas ernsthaftere Gegnerdesign war ein guter Kontrast zum lustigen Rest. Auch die Zwischensequenzen mit den Aliens sollen wohl durch eine akzentbelastete Sprachausgabe lustig wirken. Auf mich wirkt das allerdings sehr aufgesetzt und nur bedingt lustig. Da fand ich die Vorgänger um einiges unterhaltsamer, weil die Sprüche einfach besser passten und First bzw. Second Encounter doch noch halbwegs ernsthaft daherkamen, während dieser Teil mehr wie eine typisch deutsche Comedysendung wirkt, wo man auch nur 1x in 30 Minuten vielleicht lachen kann. Waffen gibt es nun jede Menge, die meisten kennt man aus Second Encounter. Allerdings wurden sie alle neu designed, was nicht immer gelang, teilweise sind die Waffen doch arg ins lächerliche gezogen, wie eine Shotgun, die mehr nach dem Blasrohr aussieht. Witzig dagegen ist der Kamikazepapagei der ne Bombe zu den Gegnern bringt und dann explodiert. Irgendwie zerstört das auch das Feeling vom Spiel, in den einzelnen Levels sind viele NPCs, die rumlaufen, im Weg stehen und durch Sprachausgabe nerven, wobei alle die gleiche Piepsstimme haben und „sinnvolle“ Dinge wie „Hello“ oder „Hi“ von sich geben, was schon nach kurzer Zeit furchtbar nervt. Ansonsten ist das Gameplay wieder typisch Serious Sam. Massenschlachten, kleine Suchaufgaben und das wars….fast. Neu hinzugekommen sind Level, die für etwas Abwechslung sorgen sollen, wie eine Art Spielshow, wo man in einem bestimmten Zeitlimit nicht nur mit massig Gegnern fertig werden muss, sondern auch noch Checkpoints ablaufen und ins Ziel kommen muss. In anderen Levels kämpft man an der Seite von den freundlichen Ausserirdischen und muss z.B. ein Dorf und einen Schamanen vor Angreifern beschützen. Diese Sachen kommen nur recht selten vor und bieten so eine sehr gute Abwechslung. Mittlerweile wohl schon Standard bei Shootern sind die Fahrzeuge. Die gibts hier nun auch, in Form von Fahrzeugen, Dinosauriern, Stachelkugeln (erinnern etwas an American Gladiators) und stationäre Geschütze. Bei den Fluggeräten ist vor allem die etwas misslungene Steuerung auffällig, die sehr sensibel auf Bewegungen reagiert und das steuern etwas erschwert. Das Gameplay passt also, die Grafik ist sehr gut und die Levels sind sehr abwechslungsreich gestaltet und es geht z.B. auch in einen asiatischen Vergnügungspark. Wie immer sind die meisten Level mit Triggern ausgestattet. Nimmt man ein Medipack oder einen für den Level relevanten Gegenstand, kommt die Gegnerinvasion. Das Ganze überrascht schon nach wenigen Augenblicken nicht mehr und man kann sich so schon darauf einstellen. Die Musik finde ich diesmal nicht ganz so toll. Es fehlt irgendwie das epische und das ganze ist nicht so antreibend wie in den Vorgängern. Für den Multiplayerspaß ist natürlich auch wieder gesorgt und auch der Coop Modus ist wieder mit an Bord. Etwas nervig in diesem Modus sind allerdings die Leben. Croteam wollte dem Spiel noch mehr Arcadefeeling geben, also gibts nun eine Punkteliste und Leben. Leider lassen sich diese für den Coop nicht deaktivieren, was doch etwas arg negativ und irgendwie auch überflüssig ist. Die Option hätte man ja wirklich noch einbauen können. Insgesamt ist Serious Sam 2 eine halbwegs gelungene Fortsetzung. Das Gameplay ist klasse, aber der aufgesetzt wirkenden Humor und die nervige Sprachausgabe stören - und irgendwas fehlt einfach. Das Spiel ist trotzdem jedem Fan von richtigen Ego-Shootern ans Herz zu legen, denn es macht Spaß, vor allem im Coop. Publisher: Take 2 Developer: Croteam Erscheinungsjahr: 2005 Erschienen für: PC, Xbox Anzahl Spieler: 1-16 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 7,5/10 | | Gameplay | 8,5/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
Im Forum kommentieren |