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Als Präsident einer Nation hat man es nicht leicht, heißt diese Nation USA, wird es noch schwerer, weil man sich ja als Bewacher der Erde aufspielen muss. In Shadow President übernimmt der Spieler die Rolle des amerikanischen Präsidenten und das Mitte 1990 und wer in Geschichte aufgepasst hat, weiß dass es da zumindest einen großen Konflikt gab: Den Golfkrieg. Startet man das Spiel kann man erst mal ein Tutorial spielen, wo die ganzen Funktionen erklärt werden. Tatsächlich ist das Spiel wesentlich tiefgehender und umfangreicher als es der erste Eindruck vermittelt.
Man sieht die Weltkarte in einem großen Fenster oben. Direkt darunter sind die sieben Helfer, wie der Direktor des CIA, der Verteidigungsminister, Wirtschaftsminister usw. Klickt man diese an, bringen sie meist einen sehr ausführlichen Report über die Geschehnisse in der Welt. Diese Leute kann man auch um Hilfe fragen. Will man politisch näher mit einem anderen Land zusammenrücken? Wie stehen die Erfolgsaussichten. Ist es sinnvoll einen Anschlag auf Russland auszuführen? Drei Assistenten geben ihre Meinung ab, ob sie das gut oder schlecht finden und was es für Auswirkungen auf die Welt hat.
Und man hat wirklich viele Optionen, wie man mit einem anderen Land umgeht. Politisch näher zusammenrücken, die Wirtschaft miteinander verbinden, einen Kulturaustausch beginnen. Aber natürlich kann man Länder auch blockieren, so dass sie keine Güter in die USA exportieren können, man kann sie dazu auffordern, weniger Geld in die Armee zu stecken, weniger in Nuklearforschung zu investieren oder mehr für die Menschenrechte zu machen. Die Erfolgsaussichten hängen auch damit zusammen, wie man sich als Präsident präsentiert. Als dümmlicher George Bush Verschnitt wird man nicht weit kommen, sondern eher zur Witzfigur. Geht man taktisch klug vor, kann man es allerdings auch schaffen Russland zum besten Freund zu haben. Trotzdem kann man auch das - und man hat alle Freiheiten bis man eben als nicht mehr tragbar eingestuft wird. Wer will kann auch 43 Atombomben mitten auf Afrika werfen, nur wird man sich dadurch sicherlich nicht den Jubel der Bevölkerung zuziehen.
Wie oben schon erwähnt, hat man den CIA. Mit diesem kann man die nicht so ganz sauberen Aktionen starten. Waffen an Rebellen liefern, die dann die Regierung eines feindlichen Landes stürzen. Sabotage von großen Wirtschaftsbetrieben bis hin zum Versuch, einen Coupe d’etat zu starten, oder gleich versuchen den Präsident zu eliminieren. Die Chance das solche Aktionen gelingen ist allerdings recht gering und misslingen sie, hat das negative Auswirkungen.
Während man selbst damit beschäftigt ist, sind die anderen Länder natürlich nicht untätig. Dort sitzen ja auch Präsidenten, auch sie verhandeln mit anderen Nationen, fangen Kriege an. Allerdings muss man im Großen und Ganzen sagen, dass die KI leichte Schwächen zeigt. So kommt es schon mal vor, das Frankreich das Angebot für einen Kulturaustausch ablehnt, nur um einen Monat später selbst so ein Angebot zu machen. Auch bei den Kriegen gibt es ab und zu merkwürdige Geschehnisse. So macht die Sowjet Union wie aus dem Nichts einen Surgical Strike (Ein Angriff nur gegen Militär und Rüstungsanlagen) gegen Deutschland.
Greift ein Land ein anderes ein, kann man auch selbst aktiv werden. Man kann ein Protestschreiben senden oder es zusammen mit der U.N. veröffentlichen, man kann das angreifende Land wirtschaftlich blockieren oder mit einem Angriff sowohl mit konventionellen Mitteln, als auch mit nuklearen Waffen drohen. Dies kann man auch, wenn man mitbekommt, dass eine andere Nation das eigene Land angreift.
Um Kriege zu vermeiden sollte man seine Soldaten in befreundete Länder unweit von Krisenregionen abstellen. Beim Golfkrieg wäre das z.B. die Türkei oder der Iran, wenn man sich politisch einigen kann. Will man Russland ruhig stellen bietet sich z.B. Deutschland an.
Das Wichtigste bei dem Spiel ist natürlich die Popularität. Man beginnt bei 50% und alle Aktionen haben Auswirkungen. Teilweise können auch Kriege die Popularität steigern. Schlägt man sich im Golfkrieg auf die Seite Kuwaits steigt sie, greift man das Land zusammen mit dem Irak an, kommt das Ganze nicht so gut. Fällt die Beliebtheit unter eine kritische Grenze, wird man entlassen und das Spiel endet. Game Over kann auch erscheinen wenn man sich weltweit so unbeliebt gemacht hat, dass irgendwann ein Anschlag erfolgt. Nach einer Amtsperiode gibt es Wahlen, ist man sehr beliebt, geht es weiter, ansonsten ist das Spiel auch vorbei. Das Ziel ist es eben, so lange wie möglich im Amt zu bleiben.
Damit das Spiel auch auf Dauer interessant bleibt, werden noch einige Szenarien mitgeliefert. Da ist dann zum Beispiel eingetreten, dass der Irak zur Atommacht aufgestiegen ist und quasi die ganze Welt bedroht, während die USA immer schlechter dastehen oder in einem anderen Szenario entbrennen die Kämpfe um die letzten Ressourcen der Erde.
Schade ist, dass es keine Multiplayerfunktion gibt und natürlich die Beschränkung auf die USA. Denn es wäre sicher auch interessant, mit einem Land wie Italien zu spielen oder zu versuchen ein Land der dritten Welt nach oben zu bringen.
Grafisch darf man dabei nicht allzu viel erwarten. Das Spiel kam 1992 heraus. So spielt sich eben alles auf der Weltkarte ab. Auch Statistiken werden mit Hilfe dieser Karte angezeigt. Aber es gibt noch kleine Szenen z.B. bei Angriffen oder wenn man den Rebellen Waffen liefert. Das sind auch schon die einzigen Animationen. Musikalisch gibt es so gut wie gar nichts zu hören, außer ein paar Klicksounds, kurzes Ambientgedudel in der Weltstatistik und Angriffsounds.
Shadow President ist ein Spiel, das technisch unterer Durchschnitt ist, aber spielerisch sehr viel zu bieten hat und eine starke Langzeitmotivation hat. Zwar ist der Schwierigkeitsgrad recht hoch, weil der kleinste Fehler die Beliebtheit in den Keller stürzen lässt, aber mit ein wenig Geschick kann man sehr weit kommen.
Publisher: D.C. True Developer: D.C. True Erscheinungsjahr: 1992 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Mittel-Hoch

| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 4,5/10 | 8.5/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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