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Shadow Warrior PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.04.2008

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Wenn man ein Produkt hat, das sich gut verkauft und Erfolg hat, ist man oft versucht, dieses zu kopieren um gleich noch mal abkassieren zu können. Auch 3D Realms versuchte das, kurz bevor sie anfingen, all ihre Zeit an dem bislang immer noch nicht erschienenen Duke Nukem Forever zu verschwenden. Duke Nukem ist auch das Stichwort. Duke Nukem 3D war eben jener große Erfolg, das Spiel wird ja sogar noch heute verkauft.

Lo Wang, so heißt der Held in Shadow Warrior könnte tatsächlich der asiatische Bruder vom Duke sein. Schwer bewaffnet und mit markigen Sprüche schlachtet er sich durch die von der Build Engine erschaffenen Welt.

Lo Wang arbeitet bei einer japanischen Firma namens Zilla Enterprises, die so groß ist, dass sie über die gesamte Industrie des Landes Macht hat. Manchen Leuten reicht aber selbst so viel Macht nicht und der Besitzer von Zilla, Master Zilla, ist so ein Fall. Er holt sich flugs einige Monster von irgendwo her und will Japan erobern. Der Duke war wohl gerade mit etwas anderem beschäftigt und so tritt eben Lo Wang an seine Stelle.

Immerhin hat man nicht einfach nur Duke Nukem 3D genommen und ein paar japanisch aussehende Levels erschaffen. Neben der umfassenden Überarbeitung der Build Engine, so das hier jetzt das Wasser transparent ist oder es Räume direkt übereinander geben kann, hat man auch das komplette Waffenarsenal überarbeitet und natürlich abgefahrene Monster erstellt.
Die Waffen sind ein Mix aus typisch japanischen, wie den Shurikens und dem Katana, ein paar Standardwaffen wie Uzi (Doppel-Uzi) oder Granatwerfer und reinen Fantasieapparaten wie dem Guardian Head. Ein Kopf, der drei unterschiedliche Feuermodi hat und das Ripper Heart. Drückt man das Herz zusammen erscheint ein Klon von Lo Wang der alles platt macht. Ab und an findet man auch stationäre Waffen, wie ein großes MG oder man darf mit einem Gabelstapler durch die Gegend fahren.
Die anderen Items beschränken sich auf Schlüssel für Türen, Medipacks und den Glückskeksen, mit denen man einen kleinen Energieboost erhält. Wirklich nützlich ist die Nuke, die eine monströse Explosion auslöst und am besten gegen die Endgegner eingesetzt wird – vorausgesetzt, es ist genug Platz zum flüchten.

Neben den 18 Levels des Hauptspiels gibt es auch noch die 4 Level der Sharewarefassung. Dieses sind auch praktisch das Intro, vom Dojo Lo Wangs geht es in die Stadt, während man in den späteren 18 Levels meist in grünen Landschaften und mystischen Tempeln unterwegs ist. Das Spiel erreicht dabei leider nicht ganz die Interaktivität vom Duke. Es gibt zwar ein paar Gegenstände zum anklicken, welche Wang zu Kommentaren auffordern, aber Sachen wie z.B. das Billardspiel fehlen. Dafür sind die Level um einiges größer und abwechslungsreicher gestaltet. Statt nur von Punkt A nach B zu rennen gibt es noch mehr Geheimräume und Wege, die man nun auch meist nur durch gekonntes hüpfen erreichen kann. Das Gameplay geht also ein kleines bisschen mehr Richtung Jump n’ Run. Kleinere Schalterrätsel und die Schlüsselsuche fehlen auch nicht. Der letzte Level der Sharewarefassung ähnelt dann noch einem großen Irrgarten.
Gekämpft wird aber auch zur Genüge und die zahlreichen Gegner vom Zombieninja über den Werwolf hin zu einem Kamikazetyp der eine TNT Kiste trägt ist die Schar sehr abwechslungsreich. Die großen End- und Zwischengegner, zum Beispiel ein großer Wurm mit fliegenden Totenschädeln, wissen ebenso zu überzeugen.

Der Gewaltgrad ist relativ hoch. Die Gegner zerplatzen, das Blut verteilt sich über Wände und mit dem Katana kann man die Zombieninjas gar zerteilen. Trotzdem ist das ganze auch hier so übertrieben dargestellt, das man es wohl schon als Gewaltsatire ansehen kann. Der Humor kommt natürlich auch nicht zu kurz, von den Glückskeksen mit den doofen Sprüchen, trifft man auf weibliche Figuren im typischen Animedesign (und wo beim Duke die Frauen noch alle Hüllen fallen lassen, sind diese wesentlich aggressiver, spricht man sie an, eröffnen sie das Feuer) und in Geheimräumen gibt es wieder massenhaft Seitenhiebe auf andere Spiele, so trifft es hier gleich mal Lara Croft, die gefesselt in der Ecke hängt.

Die Build Engine war grafisch noch nie ein Highlight und trotz der Optimierungen sieht auch Shadow Warrior nun nicht genial aus. Zumindest aber das Leveldesign ist sehr hübsch geraten. Wogegen eben mal wieder die Gegner sehr schlecht aussehen. In der Nähe werden sie unscharf und Animationen haben sie auch nicht wirklich.  
Zur Musik kann ich nichts sagen, da will bei mir einfach nichts ertönen was wohl an WinXP liegt. Die Soundeffekte funktionieren aber und klingen sehr gut. Von den Schuss- über die Splattergeräusche bis hin zu kleinen Details, wie die Patronen, die zu Boden fallen. Die Sprachausgabe ist auch klasse und Lo Wang  klingt eben wirklich wie der Duke mit schlechtem Japanoakzent, was aber sehr passend ist.

Shadow Warrior mag nicht so bekannt sein wie sein blonder Kollege, für Freunde des Genres ist das Spiel aber auf jeden Fall mehr als ein Blick wert und wenn man eben den Duke kennt, wird man sich hier gleich heimisch fühlen. Zum ganz großen Hit fehlt aber trotzdem ein wenig mehr Eigenständigkeit.

Publisher: 3D Realms/GT Interactive
Developer: 3D Realms
Erscheinungsjahr: 1997
Erschienen für: PC, Mac
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7/10  Spielspass
Sound7/10
8,5/10
Gameplay 8,5/10

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