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Sid Meier’s Sim Golf dürfte selbst für Menschen interessant sein, die nicht all zu viel für Golf übrig haben, geht es hier ja nicht nur um das Golfspiel an sich sondern viel mehr und hauptsächlich darum einen tollen und erfolgreichen Golfplatz aufzubauen und der Fantasie sind dabei nur wenig Grenzen gesetzt.
Vor dem Spielstart hat man die Wahl des Schwierigkeitsgrades und dann gilt es einen Platz zum Bauen zu finden. Insgesamt gibt es 16 Gebiete wie Las Vegas, Schottland oder Jamaica, die sich nicht nur visuell unterscheiden sondern auch unterschiedlich viel Platz finden. Das Hauptgebäude ist schon platziert, leider immer in der Mitte des Feldes, man muss also alles andere darum herum bauen. Natürlich reicht es nicht, einfach nur Löcher in den Rasen zu machen und zu sagen „Da habt ihr eure 18 Löcher für den Kurs“. Man muss einen möglichst schönen und abwechslungsreichen Platz designen. Dazu hat man verschiedene Tools, um das Land zu senken oder anzuheben, man kann Flüsse und Tümpel anlegen und die allseits beliebten Sandbunker gibt es natürlich auch. Dann noch das Tee, das Loch, das Fairway und ein bisschen Green drum herum und fertig ist Loch 1. Sofort machen sich die Besucher darüber her und spielen es, um dann bewertende Kommentare abzugeben. Ist Hole 1 zu schwer? Zu leicht? Ist die Szenerie langweilig? All das fließt in die Bewertung mit ein. Die Golfer sind natürlich unterschiedlich stark, vom Anfänger bis zum Vollprofi ist alles vertreten und alle bewerten unterschiedlich. Einen Golfplatz zu bauen, der allen gefällt, ist nahezu unmöglich, aber man kann nah dran herankommen. Dazu muss man die 9 oder 18 Löcher so abwechslungsreich wie möglich gestalten. Nach einem schweren Par 5 Loch, sollte man also ein leichtes Par 3 zur Erholung bieten. Man muss darauf achten, dass es recht ausgeglichen zwischen Par 3 und Par 4 Löchern zu geht und eben zwei bis drei Par 5- Brocken das Ganze auflockern. Die Szenerie, die man dazu stellen kann, wie Bäume, Büsche oder Statuen, dienen nicht nur zur Landschaftsverschönerung. Denn die Golfer ärgern sich darüber, wenn sie einen Bogey produzieren oder gar noch schlechter abschneiden. Eine schön gestaltete Szenerie kann sie aber milde stimmen und dafür sorgen, dass sie nicht wutentbrannt ihren Schläger wegwerfen und nach Hause fahren. Zusätzlich gibt es noch spezielle Objekte wie einen Leuchtturm, der den Golfern eine Fähigkeitssteigerung verleiht. Klar, das diese auch extra teuer sind. Hat man einen kompletten Golfkurs fertig, wird man noch von einer Golforganisation bewertet. Um den besten Kurs des Landes zu haben, muss dieser nicht nur hübsch und abwechslungsreich designed sein, sondern darf auch auf keinem Fall eine Maximalspieldauer überschreiten. Ist der Platz perfekt, kann er sogar zum Veranstaltungsort für Turniere werden.
Neben dem eigentlichen Kurs, kann man auch noch andere, nicht unwichtige Gebäude bauen. Driving Range und Putting Green zum üben sind ebenso erforderlich wie ein ProShop, wo die Golfer ihre Ausrüstung kaufen können. Ist der Platz sehr groß, sollte man Golfcarts vermieten, damit die Golfer von Loch zu Loch fahren können. Läuft alles perfekt, kann man auch gleich noch ein Hotel hinsetzen und eine Bar. Angestellte kümmern sich darum, dass alle Greens und Fairways perfekt geschnitten sind und Golfern Getränke angeboten werden. Allerdings kann man recht schnell in Platzprobleme geraten, da die Plätze generell nicht all zu groß sind. Man muss Kurse recht an aneinander stecken, das sieht nicht realistisch aus, wenn man mal auf realen Golfkursen war, wo alles auseinander gezogen ist. Bei SimGolf kann es dagegen schon passieren, das der Ball plötzlich auf einem anderen Loch landet.
Ein sehr nettes Feature ist die Möglichkeit, selbst zum Schläger zu greifen. Man kann sich einen eigenen Charakter erstellen und ist am Anfang natürlich eher noch ein Anfänger. Man spielt dann seinen Kurs und irgendwann wird man von anderen Golfern herausgefordert. Das ist eine gute Möglichkeit, um an Geld zu kommen. Ist man richtig gut, kann man auch an den Turnieren teilnehmen. Leider hört sich das in der Theorie besser an, als es eigentlich ist. Eine komplette Golfsimulation darf man nämlich nicht erwarten. Stattdessen besteht das Golfspiel darin, dass man zielt und dann einen Knopf anklickt. Allenfalls darf man noch angeben, ob der Ball normal geschlagen oder gelobt (dann fliegt er höher, nicht so weit und bleibt eher liegen) oder mit einem Links- oder Rechtsdrall geschlagen werden soll. Spaßig ist das Ganze aber schon, vor allem, da man nach erfolgreichem Spiel immer besser wird.
Auf dem Golfplatz ist aber auch sonst eine ganze Menge los. Das Spiel heißt SimGolf und so hat man die Sims als Spieler. Sie haben hier die gleiche merkwürdige Sprache wie beim Simsspiel, sehen fast genauso aus und haben die gleichen Bildblasen, die anzeigen, worüber die gerade reden. Man kann sie auch ganz gezielt anklicken und erfährt dann mehr. Wie gut sie sind und welche Löcher sie jetzt am besten fanden, wie sie den Kurs allgemein bewerten und was ihnen gar nicht gefallen hat. Als zusätzliches Feature gibt es noch die „Stories“. Zwei Golfer treffen sich und unterhalten sich, daraus entwickelt sich eine Geschichte. Ob sich die beiden nun anfreunden, nicht ausstehen können oder gar verlieben – möglich ist alles. Je länger und besser der Kurs ist, desto länger bleiben sie dort und desto umfangreicher wird die Geschichte. Das ist zwar recht Soap-operaartig aber unterhält sehr gut und sorgt dafür, dass dieses Spiel nicht unter dem typischen „Irgendwann wird’s eben langweilig“-Tycoon Syndrom leidet. Die KI ist auch sehr gelungen, sie verlaufen sich nicht und spielen jedes Par tatsächlich so, wie es geplant ist und spielen den Ball nicht plötzlich wo ganz anders hin.
Grafisch wird auf 2D gesetzt, man kann den Platz in 4 Richtungen drehen und zoomen. Der Vorteil ist natürlich, dass die Systemanforderungen extrem gering sind. Aber auch trotz der veralteten Grafik hat man viele Details eingebaut. Die Animationen der Golfer sind sehr gut – vor allem dann, wenn sie sich ärgern weil ihr Ball ins Wasser flog. Musikalisch wird nicht all zu viel geboten, außer ein paar einzelnen Musikstückchen, die dann und wann auftreten. Die Soundeffekte sind recht realistisch geraten und verbreiten gutes Golfflair.
Sid Meier’s SimGolf ist ein spaßiges Spiel, das sich nicht nur an Golffans richtet. Zwar sollte man etwas Ahnung vom Aufbau eines Golfkurses haben, aber man kann das auch sehr schnell lernen und da man ständig Feedback bekommt, können Fehler leicht beseitigt werden. Mir hat das Spiel sehr gut gefallen, da es mit den lebhaften NPCs und den Stories einiges zur Abwechslung gibt und man den Platz eben auch selbst spielen kann.
Publisher: Maxis/EA Developer: Firaxis Games Erscheinungsjahr: 2002 Erschienen für. PC Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Levelabhängig
 
| Grafik | 6/10 | | Spielspass | | Sound | 6/10 | 8/10 | | Gameplay | 8,5/10 |
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