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Silent Hunter 3 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
09.09.2006

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U-Boot Simulationen haben auf dem PC eine lange Tradition. Früher erschienen zahlreiche dieser Spiele, mal actionorientiert, mal simulationslastiger. Heute gibt es eigentlich nur noch eine U-Boot Sim: Silent Hunter und die erlebte 2005 ihre dritte Auflage. Teil 1 war genial, Teil 2 recht enttäuschend…wie wird der neueste Teil?

Die erste Frage, die ich mir stellte, war: Warum schon wieder der 2. Weltkrieg? Sind ja 90% aller U-Bootsims im 2. Weltkrieg angesiedelt und irgendwann wird das doch öde. Man hat am PC doch reichlich Möglichkeiten, egal ob man wie bei SSN-21 Seawolf ein modernes Atom U-Boot simuliert oder einfach mal die Fantasie anregt und irgendwas in Richtung Science Fiction bringt. Aber vielleicht strahlen die alten Blechbüchsen, die langsam sind und schon bei 100 Meter Tiefe halb auseinander fallen, eine ungeheure Atmosphäre aus.

Hat man das Spiel gestartet und die erste längere Ladezeit hinter sich gebracht, steht man im Hauptmenü. Training, Einzelmission, Karriere…nehmen wir letzteres. Viel Wahl haben wir hier nicht. Man spielt, wie in SH2, auf Seiten der deutschen. Auch hier mal wieder die Frage: Wieso? Mich stört es nun nicht, im 2. Weltkrieg die Wehrmacht zu vertreten, es ist ja nur ein Spiel. Aber wieso hat man nicht optional die Wahl auch für die Alliierten zu spielen? Es gibt sicher Menschen, die es eher abstoßend finden, für Nazi Deutschland zu spielen. Aber halten wir uns damit nicht auf. Wir legen das Startjahr und den Heimathafen fest. Das hat natürlich Auswirkungen darauf, was für U-Boote zur Verfügung stehen und wo man eingesetzt wird. Atlantik, Mittelmeer, Nordsee. Der Atlantik ist schön, man hat hier die Möglichkeit sowohl in Großbritannien für Krawall zu sorgen, als auch den USA einen Besuch abzustatten. Daraufhin landet man im Büro, hier startet man zu Missionen, kann sich seine Erfolge ansehen, aber auch ein bisschen Management betreiben. Für Erfolge auf See bekommt man Punkte, die man entweder in bessere Besatzung oder in sein U-Boot stecken kann. Bessere Flak, besseres Sonar und es gibt zahlreiche verschiedene Torpedos.

Hat man das alles hinter sich gebracht, geht es ab auf See. Na ja, fast. Vorher wartet noch ein Ladebalken. Selbst mit 2 Gigabyte Ram sind die Ladezeiten alles andere als kurz. Aber dann ist man endlich im Hafen. Hier spielt eine Kapelle und Menschen stehen am Hafenrand und winken. Dazu gibt es zahlreiche Gebäude. Das sorgt für Atmosphäre. Dafür ist die Fahrt aus dem Hafen mitunter recht nervig, meistens sind die Ausgänge recht verwinkelt und wenn man auf der Karte einen Fahrtweg einzeichnet, passiert es schon mal, dass man an einer Mauer hängen bleibt. Achja, die Missionen? Diese bestehen eigentlich immer nur daraus, dass man zu einem bestimmten Quadranten schippert und dort 24 Stunden Patrouille fährt. Im Gegensatz zu Silent Hunter wird hier auf Skripte verzichtet und die Missionen laufen immer anders ab. Ich hab das mit einer getestet. Beim ersten mal verlief die Fahrt recht ruhig und lediglich ein Frachter wollte Bekanntschaft mit meinen Torpedos machen. Beim nächsten mal aber fand ich mich plötzlich umgeben von mehreren Flugzeugen. Der Wiederspielenswert ist dadurch natürlich sehr hoch, genauso wie die Herausforderung. Einen wählbaren Schwierigkeitsgrad gibt es nicht, lediglich Realismuseinstellungen lassen sich einstellen. Ob Schiffe z.B. schnell sinken oder langsam (und man dadurch erst mal nicht weiß ob sie echt hinüber sind) oder wie gut Crew arbeitet. Die Mannschaft ist auch ein wichtiger Faktor. Auf See hat Besatzung mit unterschiedlichen Stärken und Fähigkeiten, durch Erfolge und Erfahrung werden sie natürlich immer besser. Die Mannschaft muss man im Boot auf die einzelnen Stationen verteilen und es macht natürlich keinen Sinn, einen einfachen Matrosen an die Bordkanone zu setzen, wenn man einen erfahrenen Schützen hat. Auf See ermüden die Männer auch schnell, hierfür sollte man ein paar Ersatzmitglieder haben und die Leute immer austauschen. Müde Leute dürfen sich erholen und die fitteren dürfen ran. Damit man selbst auf den mitunter sehr langen Fahrten ermüdet, hat man die Möglichkeit die Spielzeit zu beschleunigen, das geht bis maximal 1024x, sobald ein Schiff oder Flugzeug in Sicht kommt, ein Funkspruch eingeht oder sonst etwas wichtiges passiert, wird die Beschleunigung wieder automatisch auf Echtzeit gesetzt. Das Spiel ist eben eine Simulation und versucht möglichst realistisch zu wirken. Trotzdem ist Silent Hunter 3 auch für Einsteiger zu empfehlen. Durch Realismuseinstellungen und die Traningsmissionen hat man die Steuerung, sein Boot und die Mannschaft schnell im Griff.

Auf See steuert man alles mit Tastatur und Maus. Die Steuerung hat man sehr schnell gelernt und die Bedienung geht einfach von der Hand. Aber dafür braucht es einige Zeit, bis man mit den Torpedos wirklich Schaden anrichten kann. Anfangs gehen sie oft genug vorbei, selbst wenn man die Zielautomatik an hat. Man muss sein Boot ausrichten, den Wellengang bedenken und wie sich das feindliche Schiff bewegt und im richtigen Moment den Abschußbefehl geben. Torpedos gehen nicht nur vorbei, trifft man das Schiff im falschen Winkel, prallt das Teil einfach ab und nichts passiert. Blindgänger gibt es natürlich auch noch. Neben den Torpedos gibt es als Waffen noch die Flak für Flugzeuge und die Bordkannone für kleinere Schiffe oder um angeschlagenen Gegnern den Rest zu geben. Torpedos sind ja sehr begrenzt. Hierbei ist es aber auch so, dass alles recht realistisch gehalten ist. Mit der Flak trifft man nicht automatisch alles und auch die Bordkanone ist keine Superwaffe.

Realistisch ist auch die Atmosphäre. Was auch an der Grafik liegt, die klasse ist. Im U-Boot kann man sich zwar nicht frei bewegen, aber zumindest per Maus den Leuten bei der Arbeit zusehen. Rotlicht wird ebenso angezeigt, wie Löcher in der Hülle, dann spritzt Wasser rein. Auch die gegnerischen Schiffe sind real nachgebaut. Die Bismarck erkennt man natürlich sofort. Auf See kann man sich mit der Kamera absolut frei bewegen, man kann unter Wasser tauchen und so einem zerstörten Schiff zu sehen, wie es auf den Grund sinkt. Explosionen, Wasserbomben, Flugzeugangriffe…die Grafiker haben wirklich gute Arbeit geleistet. Auch die Abteilung Sound trägt viel zur Atmosphäre bei. Das fiese Ping des Sonars ist ebenso vorhanden wie das knarzen und knacken des U-Boots, wenn man taucht. Explosionen klingen auch gut. Lediglich die Musik ist ein bisschen langweilig, diese kann man aber austauschen.

Wie gesagt gibt es noch Einzelmissionen. Leider nur 10 Stück, aber dafür geht es sofort zur Sache. Egal ob man als Auftrag hat durch Gibraltar zu kommen oder man vor Alexandria auf eine Menge britischer Schlachtschiffe trifft, für Herausforderung und Unterhaltung ist gesorgt. Ein paar mehr Missionen hätten es ruhig sein dürfen, aber dafür gibt es ja einen Editor und eine große Community die für Missionen und Mods sorgt.

Der Multiplayermodus dagegen ist die reinste Enttäuschung. 4 kooperative Missionen gibt es, mehr nicht. Hätte man sich auch schenken können.

Kommen wir noch kurz zu einigen Schwachpunkten, die unnötig sind. Die langen Ladezeiten habe ich ja schon angesprochen und die nerven wirklich sehr. Als wäre das nicht genug, ist das Spiel auch noch recht stark verbugt. Es gibt zwar einige Patches mittlerweile, aber trotzdem hat man noch mehr als genug Probleme. Da hat man geschlampt und es macht keinen Spaß mitten in einem spannenden Kampf auf den Desktop geworfen zu werden. Zu allem Überfluss wird man auch noch vom beschissensten aller Kopierschutzmechanismen genervt: Starforce.

Trotzdem ist Silent Hunter 3 ein gelungenes Spiel, das auf jeden Fall viel Spaß macht und mit einer riesigen Atmosphäre für die richtige Stimmung sorgt.

Publisher: Ubi Soft
Developer: Ubi Soft
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1-4
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9/10  Spielspass
Sound8,5/10
8/10
Gameplay 8,5/10

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Letzte Aktualisierung ( 27.02.2007 )
 
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