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Soldier of Fortune II PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.04.2008

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Der Skandal rund um den ersten Teil hat sich wohl gelohnt, es muss sich ja gut verkauft haben, sonst wäre nicht so bald schon der zweite Teil auf dem Markt erschienen. Raven hat für dieses zahlreiche Sachen versprochen. Von mehr taktischem Gameplay und mehr Realismus bis hin zu einem Squad-based Shooter war da die Rede. Was dann in den Laden kam, war nichts Halbes und nichts Ganzes.

Wieder übernimmt man die Steuerung von John Mullins. Eine Handlung wäre nett gewesen, kann man aber nicht erwarten und das was man hier präsentiert bekommt ist wirklich nicht der Rede wert. Es geht wohl um einen Virus namens Romulus und einen Computer namens Remus (einfallsreich, nicht?) der Daten vernichtet und beides ist eine große Gefahr. Hinter dem ganzen steht ein böses Unternehmen, das es auf Geld abgesehen hat. Das Ganze ist so abgrundtief belanglos, dass man selbst mitten im Spiel nicht sonderlich darauf achtet, auch wenn es einige Zwischensequenzen gibt, in denen man krampfhaft versucht, die Handlung auszubreiten.

Die meiste Zeit ist man wieder völlig allein unterwegs, hier hat sich im Vergleich zum Vorgänger nichts getan. Wo dieser noch ein netter Arcadeshooter war, setzt sich Double Helix mitten zwischen die Stühle. Auf der einen Seite ist das Spiel einfach total unrealistisch, auf der anderen hat man nun die Waffen unterschiedlicher gemacht und sie haben Recoil. Dieses ist je nach Waffe verschieden stark und einige, wie die USAS-12 werden dadurch unbrauchbar. 14 Waffen gibt es, einige wie die UZIs noch zusätzlich in doppelter Ausführung (auch etwas, das ja eher unrealistisch ist) und dieses Mal hat man nur reale Waffen im Gepäck. Hinzu kommt eine Ansammlung verschiedenster Granaten die man allesamt aber nie brauchen wird. Das Beste ist: Man packt die Shotgun aus und ballert sich so durch, das reicht völlig.

Die künstliche Intelligenz der Gegner, meist Soldaten, liegt ungefähr auf dem der altbekannten Moorhühner. Dümmere Gegner trifft man kaum und auch das zieht dieses Spiel wieder mehr Richtung Arcadeshooteer. Schießt man einen Gegner an, geht er etwas gebückt und schleicht rum. Er sucht nicht mal Deckung. Ich hab mal per Notarget Cheat getestet wie die KI so abläuft. Die Gegner sehen den Spieler nicht, sollten aber trotzdem reagieren wenn direkt neben ihnen ein Kollege getötet zu Boden fällt. Das machen sie aber nicht. Sie reagieren im normalen Spiel nur, weil sie eben die Spielfigur sehen. Trifft man doch mal intelligentes Verhalten, weil Soldaten plötzlich über Tische springen oder Deckung suchen, sind das Scripts. Auch das wird im Notargetmodus sehr deutlich.

Das Ganze bedeutet aber nicht, dass Double Helix ein leichtes Spiel ist. Die Gegner sind extrem treffsicher und viele Scripte vereinfachen das Spiel auch nicht. So fliegt schon mal plötzlich eine Granate an und ehe man sich versieht, ist man tot, denn die Supergranaten ziehen einem gleich den gesamten Energiebalken ab.
Was wirklich nervt sind die Stealthmissionen. So muss man sich in einer Mission in ein Haus schleichen, vom Garten aus der gut bewacht ist. Wird man entdeckt, geht der Alarm los und meist ist man dann auch tot. Was das Ganze wirklich schwer macht, ist, dass ähnlich wie bei Metal Gear Solid, der Alarm sofort los geht wenn man entdeckt wird. Der Soldat muss nicht erst zum Alarmknopf rennen (wo man ihn noch beseitigen könnte) und da man nicht genau weiß, wie weit die Soldaten sehen oder ob sie überhaupt was sehen. ist das einfach nur unglaublich.

Das Leveldesign dagegen ist gut gelungen. Anfangs steht man in Prag und von dort geht es in ein Hotel. Später ist man im Kolumbianischen Dschungel und trifft dort auch mal auf ein paar freundlich gesinnte Soldaten – die aber natürlich in einem Lager dumm rumstehen und nicht mitkommen. Hong Kong und ein großes Frachtschiff folgen und sehr gut hat mir der österreichische Flughafen gefallen. Der überzeugt mit vielen Details und sogar Werbetafeln in deutscher Sprache. Hätte sich Raven doch nur so viel Mühe beim Gameplay gegeben. Allerdings sind die Levels auch sehr linear geraten.

Geblieben ist die exzessive Gewaltdarstellung. Wie gehabt kann man Gegner in handliche Stücke schießen. Von der versprochenen Überarbeitung der Ghoul Engine konnte ich nichts feststellen. Außer einer und auch die ist eher negativ: Das Blut sieht peinlich aus. Ob man das Spiel abschwächen wollte? Jedenfalls sehen die immer gleichen hochroten und glänzenden (!) Blutlachen mehr nach einem Stück Plastik aus, das unter den Soldaten liegt.

Ein nettes Feature ist der Random Mission Generator. Hier gibt man ein, welchen Spielmodi man haben will (Assassination, Infiltration, Demolition, Escape), ob das Ganze bei Tag oder Nacht stattfinden will und in welcher Umgebung (Schnee, Wüste, Dschungel, Berglandschaft) und schon wird man reingeworfen. Natürlich sehen diese Levels bei weitem nicht so gut aus wie die original mitgelieferten von Raven und sehr auffällig ist der extrem nahe Nebel.

Grafisch sieht das Spiel ganz gut aus. Der Detailreichtum konnte damals überzeugen und die einzelnen Gebiete sehen sehr realistisch aus. Wogegen die Soldaten ein wenig zu undetailliert wirken und ihre Animationen sind größtenteils peinlich. Das schlecht aussehende Blut hab ich ja schon angesprochen.
Die Musik ist irgendwie vergessenswert, die Soundeffekte so gut wie beim Vorgänger und die Sprachausgabe nett.

Unbedingt runterladen sollte man sich den Gold Patch. In der Originalversion nervt das Spiel mit zahllosen Bugs und Problemen sowie Abstürzen. Ganz frei von Fehlern ist das Spiel zwar auch nicht nach dem Patch (Gerade die Probleme mit den Scripten nerven, wenn man jemanden tötet der ein Script auslöst, schwebt er tot weiter oder lebt plötzlich wieder) aber man kann es gut spielen.

Raven hätte gut daran getan das Gameplay so wie beim Vorgänger zu belassen, denn das hat funktioniert und es muss ja nicht immer ein Taktikshooter sein und wenn doch, dann sollte man das auch durchziehen. So aber ist Double Helix, wie man so schön sagt, weder Fisch noch Fleisch, sondern ein Hybrid, der auf Dauer einfach keinen großen Spaß macht.

Publisher: Activision
Developer: Raven
Erscheinungsjahr: 2002
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar, trotzdem allgemein hoch

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound6/10
5,5/10
Gameplay 5/10

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