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In Bridge Commander darf man mal selbst Picard oder Kirk sein und ein Raumschiff kommandieren und das Ganze auch noch in First Person Perspektive, wodurch sich das Spiel schon etwas von Starfleet Command abhebt.
Das Spiel beginnt erstmal mit einer Einführungsmission an Bord eines Raumschiffs der Galaxy Klasse, es sieht also aus wie die Next Generation Enterprise. In dieser ersten Mission wird man erstmal in die Steuerung eingeführt und geleitet wird dieses Tutorial von Picard persönlich, zum Glück auch gesprochen von Patrick Stewart. Später übernimmt man dann die USS Sovereign. Die Handlung des Spiels findet im Maelstrom kurz nach dem Dominion Krieg statt und man hat es mit den Cardassians zu tun, diese nach Echsenmutanten aussehenden Aliens planen mal wieder Böses und man muss sie natürlich stoppen. Sieben Missionen, die allerdings noch in jeweils 3 Abschnitte unterteilt sind, müssen dafür bewältigt werden und man merkt schnell, dass es hier arg linear zugeht. Praktisch wird man von Mission zu Mission gescheucht und für jede gibt es nur einen einzigen Lösungsweg. Sehr enttäuschend ist vor allem, dass man nicht selbst Entscheidungen treffen darf. Wie oft hat man in den Serien und Filmen schon erlebt, dass die Kapitäne eigene Entscheidungen trafen und sich über Starfleet einfach hinweg gesetzt haben, weil es vielleicht bessere Lösungswege gab? Hier darf man das nicht. Fliegt man in einen anderen Sektor als in den, wo man hin muss, wird man von seinem ersten Offizier angekeift. „Versagt“ man in einer Mission (Was schon passiert, wenn man nicht rechzeitig ein Raumschiff abscannt, während man unter schwerem Beschuss steht), heißt es sofort Game Over und man muss das Ganze noch mal spielen. Inklusive aller bereits gesehener Zwischensequenzen, denn diese lassen sich nicht abbrechen. Leider darf man auch nur auf Seiten von Starfleet spielen.
Noch weiter eingeschränkt wird man durch den ersten Offizier. Praktisch macht dieser alles allein. In den Zwischensequenzen übernimmt der praktisch alle Gespräche, man selbst darf zusehen. Hier wäre es besser gewesen, die Gespräche vielleicht durch Multiple-Choice Verfahren zumindest ein wenig Adventure Charakter zu geben. Wie gut und diplomatisch verhält man sich? Selbst Stark Trek 25th Anniversary hat das geschafft. Auch sonst wäre der Titel Bridge Visitor wohl um ein vielfaches passender gewesen. Es erinnert an die Situation in Flugzeugen, wenn ein kleines Kind mal nach vorn zum Pilot darf. Dann darf das Kind auf einen Knopf drücken und freut sich. Das gleiche erlebt man hier. Ab und an darf man mal roten Alarm geben oder den Warp Befehl um in den nächsten Sektor zu gelangen. Das einzige, das man wirklich selbst machen darf, sind die Weltraumkämpfe. Andere Raumschiffe angreifen und zerstören, das macht Spaß. Zumal sich das Ganze nicht wie etwa Wing Commander spielt, da die Raumschiffe riesig und behäbig sind und man immer nur stoßweise feuern darf. Feuert man seine Phaser, muss man erst etwas warten bis sie wieder aufgeladen sind. Das gleiche gilt für die Torpedos. Kämpft dann mal mitunter gegen 4-5 Gegner wird es schon recht spannend und herausfordernd.
Die Steuerung per Maus ist zum Glück recht einfach, da man meist auch auf Textfelder klickt. Auch die Kämpfe gestalten sich einfach, diese kann man auch in einer Third Person Perspektive bestreiten, wo man sein Raumschiff von hinten sieht und so etwas mehr Übersicht hat. Das Kampfmenü bleibt dabei zum Glück auch im Bild und so kann man problemlos Raumschiffe anvisieren und sogar vorgeben was die Phaser anvisieren sollen, etwa die gegnerischen Schildgeneratoren oder den Warpantrieb.
Und das ist eigentlich auch schon alles, was man in dem Spiel macht. Warpbefehle geben, zwischen Grünem und Rotem Alarm wechseln und Kämpfe austragen. Man ist auf seinen Sessel gefesselt, man darf nicht durch das Raumschiff wandern, man darf nicht auf Planeten und Raumstationen beamen. Das übernimmt ein Landungstrupp, den man nicht mal selbst auswählen darf. Um also noch mal zurück zu kommen: Es spielt sich praktisch wie Star Trek 25th Anniversary ohne den Adventurepart. Spaß macht das ganze schon, da die Handlung des Einzelspielermodus durchaus gelungen ist, aber die hohen Wertungen die das Spiel in Magazinen und bei Fans abräumte, kann ich nicht nachvollziehen. Dafür fehlt einfach die Freiheit und das Gefühlt wirklich Captain zu sein, da ja der erste Offizier ständig reinquakt und alles übernimmt.
Neben dem Storymodus gibt es noch den Quick Battle. Da kann man sich seine ganz eigenen Kämpfe erstellen und darf aus einer Liste von Raumschiffen Gegner und Freunde auswählen. Das macht Spaß und zum Glück gibt es das ganze auch noch im Mehrspielermodus für Netzwerk und Online. Auch hier noch mal Kritik: Als Spieler darf man nur im Galaxy oder Sovereign Raumschiff zum Kampf antreten. Warum das so ist, versteh ich nicht, denn die Klingonischen oder Romulanischen Raumschiffe sind ja alle vorhanden und die Programmierer hätten sich sicher nicht überarbeitet, wenn sie dafür noch passende Brücken und Crewmitglieder designed hätten…
Grafisch ist das Spiel ganz in Ordnung. Die Brücken der zwei Raumschiffe sehen überzeugend aus. Der Weltraum ist in Ordnung und die Raumschiffe kann man gut erkennen und den verschiedenen Faktionen zuordnen. Richtig hässlich dagegen die Charaktere. Auf der Brücke bewegt sich kaum was, am schlimmsten sind aber die Gesichtsanimationen der Charaktere, wenn man sie zu einem Gespräch auf der Videowand hat. Das erinnert dann eher an 1992 als an 2002 bzw. hat das sogar Wing Commander 2 besser hingebracht. Die Musik ist recht unscheinbar und unspektakulär. Da hätte man gerade bei den Kämpfen doch etwas dynamischeres bringen können. Die Soundeffekte klingen so wie in Film und Serie, können also mehr als überzeugen. Auch die Sprachausgabe ist sehr gut. Neben Patrick Stewart und Brent Spinner, der Data spricht, hat man auch andere Sprecher, die in den Serien meist Nebenrollen übernahmen.
Die Kämpfe machen Spaß, die Technik ist in Ordnung und trotzdem ist Bridge Commander im Storymodus enttäuschend schwach. Im Mehrspieler- und Quick Battle Modus dagegen macht die Sache schon mehr Spaß. Allerdings: Das Spiel hat nach wie vor eine recht große Community, die zahlreiche Mods erstellt hat, durch die man nicht nur andere Brücken oder Raumschiffe bekommt, sondern auch das Spiel an sich verändert wird. Dadurch kann unter Umständen auch der Spielspaß vergrößert werden.
Publisher: Activision Developer: Totally Games Erscheinungsjahr: 2002 Erschienen für: PC Anzahl Spieler: 1-8 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 9,5/10 | 6,5/10 | | Gameplay | 8/10 |
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