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Revolutionäre Spiele sind meistens recht bekannt und das auch noch nach Jahren. Sagt man etwa First Person Shooter denken die meisten direkt an Doom. Klar, es war dafür verantwortlich dass nach 1993 der PC Markt von First Person Shootern regelrecht überschwemmt wurde. Dass unter diesen großen Masse nicht nur viel Müll dabei war sondern auch andere revolutionäre Spiele wird meist vergessen. Um ein gutes Beispiel dafür dreht es sich nun: Dark Forces, ein First Person Shooter angesiedelt im Star Wars Universum. Der Krieg der Sterne wurde unzählige Male für Computerspiele verwurstet, von der Super Star Wars Trilogie über die ganzen Lucas Arts Simulationen wie X-Wing oder Tie Fighter. Es ist schon erstaunlich, das man nicht irgendwann ein Point & Click Adventure machte. Stattdessen kam 1995 der erste First Person Shooter mit dieser Lizenz auf den Markt. Revolutionär war das Spiel in technischer Hinsicht. Es war das erste Spiel dieses Genres wo man springen konnte, man konnte auch rennen, man konnte nach oben und unten sehen ohne das die Perspektive verzerrt wurde und es gab mehrstöckige Levels. Man spielt Kyle Katarn, ein Charakter der für dieses Spiel erfunden wurde. Ursprünglich kämpfte er für das Imperium, bis er herausfand dass diese Bösewichte für den Tod seiner Eltern verantwortlich sind. Er wechselte die Seiten und ist fortan Söldner für die Rebellen die gern seine Dienste in Anspruch nehmen. Während man am Anfang einzelne Missionen bestreitet wird die Handlung immer dichter und schon bald geht es darum Fabrik- und Forschungsanlagen des Imperiums zu zerstören um die Entwicklung der Dark Trooper zu verhindern. In der ersten Mission weiß man davon aber noch nichts, man hat sich gerade in einen Stützpunkt geschlichen und nun muss man sich dort den Weg freischießen. Dark Forces ist aber mehr als ein reiner „Mach alles platt und finde den Ausgang“-Shooter. Ausgänge gibt es eigentlich gar nicht, stattdessen hat man Aufträge die man erfüllen muss und dann kann man die Mission beenden. In dieser ersten Mission geht es darum die Baupläne des Death Stars zu finden, denn die Rebellen wollen einen Angriff auf diese gefährliche Raumstation starten – was sie dann auch im ersten (oder vierten, je nachdem wie man rechnet) Star Wars Film machen. Hat man diese Mission erfolgreich erledigt folgen noch 13 weitere Aufträge, größtenteils um die Dark Trooper zu stoppen, aber auch um etwa einen Rebellen aus den Fängen des Imperiums zu befreien. Erzählt wird die Handlung in gerenderten Cutscenes und Briefings vor jeder Mission. Das Dark Forces mehr sein will als ein simpler Shooter wird schnell deutlich. Die Levels sind riesig und ohne Map würde man sich wohl sogar verlaufen. Neben den üblichen Schlüsseln zum öffnen von Türen muss man sich auch mit anderen Schaltern und Mechanismen herumschlagen um neue Wege zu öffnen. Meist gilt es irgendwelche Dokumente zu finden oder man muss etwa einen Peilsender an einem Raumschiff befestigen. Bei den Aufträgen zeigt man sich abwechslungsreich, was auch auf die Levels zutrifft. Man ist in Gebäuden zu Gange aber auch auf den offenen Planeten, ob dies nun die Eiswelt Anteevy ist oder die Minen von Gromas, visuell wird viel geboten. Man hat tatsächlich das Gefühl auf einem großen Planeten unterwegs zu sein oder sich durch eine Forschungsanlage zu schießen. Manchmal muss man auch durch Lüftungsschächte kriechen oder man stürzt sich wagemutig in einen Fluss oder lässt sich von einem Förderband durch die Gegend fahren Jeweils zu den Levels passend gibt es unterschiedliche Feinde, auch wenn man sehr oft auf die altbekannten Storm Trooper trifft. Neben diesen gibt es aber auch etwa die schweineartigen Wächter von Gamorrea oder die dreiäugigen Ree-Yees. Echte Bosskämpfe gibt es eigentlich nicht, außer ein Aufeinandertreffen mit Boba Fett, der auch zu den herausforderndsten Gegnern in diesem Spiel zählt. Neben Boba taucht als weiterer bekannter Charakter auch Jabba the Hut auf. Von ihm wird man gefangen genommen und muss dann gegen einen Kell Drachen kämpfen. Jabbas Dialoge wurden augenscheinlich direkt aus dem Film Return of the Jedi übernommen und leider hat man nicht die Chance ihm mal aufs Maul zu hauen. Schade. Damit man gegen diese eine Chance hat, braucht man natürlich Waffen. Man kann natürlich auch mit der bloßen Faust auf alles prügeln, aber dann wird man schnell sterben. Insgesamt gibt es neun Waffen von der altbekannten Storm Trooper Laserwaffe zur Imperial Repeater Gun, handlichen Granaten und Minen wird einiges geboten. Das Lichtschwert fehlt natürlich, da Kyle Katarn ein einfacher Mensch und kein Jedi ist. Aber es ist sowieso spaßiger wenn ein Storm Trooper zerplatzt nachdem er Kontakt mit der Granate hatte. Fehlen dürfen natürlich auch andere Gegenstände nicht. Munition für die Waffen, Healthpacks, Schildeinheiten um dieses zu stärken und Extraleben. In manchen Levels benötigt man auch spezielle Ausrüstung wie Gasmasken, Nachtsichtgerät oder Stiefel damit man auf dem Eis nicht ausrutscht. Manche Gegenstände liegen offen rum, andere finden sich in Geheimräumen und diese sind mitunter gut versteckt, so muss man etwa eine Kiste aufsprengen oder durch einen Schalter öffnet sich irgendwo eine Nische. Die 14 Levels sind sehr lang und so muss man als Kritikpunkt erwähnen, dass man nicht während den Missionen speichern darf. Lediglich wenn man eine Mission erfolgreich beendet hat, wird automatisch ein Speicherstand angelegt, so dass man diesen Level jederzeit neu starten kann. Da man auch nur eine limitierte Anzahl an Leben hat, wird das Spiel so natürlich recht herausfordernd. Aber selbst auf dem höchsten der drei Schwierigkeitsgrade wird es nie wirklich unfair. Was auch daran liegt, das die Gegner nun nicht gerade zu den intelligentesten gehören. Klar, die Storm Trooper waren auch in den Filmen nur Kanonenfutter und dümmer als Brot, bei einem Spiel wünscht man sich aber doch etwas mehr. Man wird zwar schnell entdeckt und unter Beschuss genommen, die computergesteuerten Feinde gehen aber nie in Deckung, weichen nie aus und rennen manchmal stupide auf den Spieler zu. Was dazu führt, das sie sich schon mal an einer Energiebarriere selbst braten oder unter einem großen Tor stehen, das man per Beschuss dann schnell schließt. Aber zur damaligen Zeit war wohl einfach nicht mehr möglich. Eine Unterstützung für Multiplayer fehlt vollständig, kein Death-Match, kein Co-op, hier darf man nur als Einzelkrieger starten. Das ist schade. Grafisch entspricht das Spiel dem damaligen Stand. Aus heutiger Sicht ist es natürlich sehr pixelig und grob aufgelöst, trotzdem muss man sagen das für 1995 einige gute grafische Effekte geboten werden, so ist der Eisplanet fast schon blendend weiß durch den Schnee während die Minen von rötlch-braunem Staub durchzogen sind. Die Zwischensequenzen sind ganz nett gemacht, auch wenn Lucas Arts etwas arg faul, Darth Vader übernahm mitsamt allen Animationen aus den Spielen X-Wing und Tie-Fighter. Die Musik ist in Ordnung, ohne dass die Qualität der Stücke an die „echten“ Star Wars Stücke herankommt. Schade auch das es nur Midi-Gedudel und kein echtes CD-Audio ist. Dafür sind die Soundeffekte absolut erstklassig und man die Waffen machen schön viel Krach. Die Sprachausgabe ist gut gelungen, selbst Darth Vader klingt klasse, auch wenn er nicht von James Earl Jones sondern von Scott Lawrence gesprochen wird. Während den Missionen wird man immer wieder von den Storm Troopers und anderen Feinden entweder dumm angemacht („Die Rebel scumm!“) or angegrunzt im Falle der schweinischen Wachen. Insgesamt ist Star Wars: Dark Forces ein sehr gelungener First Person Shooter, der durch tolles, herausforderndes Leveldesign und reichlich Abwechslung überzeugen kann. Schwächen bei der Grafik und der KI muss man allerdings hinnehmen und gerade die stupiden Gegner nerven doch etwas. Aber sei es darum, das Spiel macht Spaß, vor allem dann, wenn man Star Wars mag. Publisher: Lucas Arts Developer: LucasArts Erscheinungsjahr: 1995 Erschienen für: PC, Mac, Playstation Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 |
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