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Starbyte Super Soccer PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
20.11.2010

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Starbyte war einst ein deutscher Publisher der vor allem durch mittelprächtige bis richtig schlechte Spiele auffiel. Wirklich gut war nichts, was sie veröffentlichten, trotzdem hielten sie sich einige Jahre am Markt, aber wohl auch nur, weil Wirtschaftssimulationen besonders populär waren und trotz meist mittelmäßiger Qualität ein Verkaufshit waren. Mit Starbyte Super Soccer wollten sie wohl einen Frontalangriff auf den Bundesliga Manager Professional starten.

Super Soccer ist dabei ein Amateurspiel, welches seinerzeit unter dem Titel Kicker in der Mikrowelle der seligen ASM erschien. Starbyte fand es wohl gut, kaufte es auf und brachte es kommerziell auf den Markt.

Vom Start weg macht dieser Fußballmanager erstmal einen positiven Eindruck.  Bis zu sechs Spieler können teilnehmen. Danach folgt die Erstellung der Fußballwelt. Will man das Ligensystem der damals aktuellen Saison 1991/92 nehmen? Die verworfene Ligenreformierung? Man darf sogar selbst tätig werden und komplett eigene Regeln erstellen. Die Bundesliga mit 3 Punkte Regel und Playoffs um die Meisterschaft sind hier möglich. 

Zusätzlich gibt es noch zwei Fantaspielmodi namens TC World League, wo man mit Nationalmannschaften antritt und  eine All Star Liga, wo die besten europäischen Vereine wählbar sind. Nur hier darf man mit ausländischen Vereinen wie Juventus Turin oder Manchester United spielen. Die Vereine haben alle Originalnamen (Bis auf Unterhaching, das hier Unterhachingen heißt) und auch die Spieler haben ihre richtigen Namen. Sie werden allerdings recht willkürlich den Vereinen zugelost, so das Jürgen Klinsmann schon mal bei 1860 München kickt und Reiner Maurer beim VfB Helmbrechts.

Im normalen Ligabetrieb dagegen, fängt man stets in der untersten vierten Liga an und muss sich hoch kämpfen.

Nach der Wahl des Vereins (Man darf die Vereinsnamen auch editieren), des Trikotnamen und dem Spielernamen landet man in einem grafisch unspektakulären Menü. Dieses besteht aus lauter anklickbaren Feldern: Aufstellung, Taktik, Stadion, Werbung, Verträge, Statistiken, Transfermarkt. Auf den ersten Blick ist alles vorhanden.

Auf den zweiten Blick stellt man fest, dass es kein Training gibt. Die Spieler trainieren nicht. Stattdessen kann man sie ins Trainingslager schicken, beliebig viele auf einmal aber insgesamt nur sechs Mal pro Saison. Da es keine richtige Winterpause gibt, ist man hier schnell aufgeschmissen. Starke Spieler spielen, die schwachen kommen ins Trainingslager, was dazu führt das man nach 5-6 Spieltagen mit einer völlig kaputten 11 antritt, die unter Konditions- und Formschwächen leidet. Es scheint auch kein automatisiertes Training zu geben und von den Konditionswerten bis hin zur Spielerstärke steigen und fallen alle Werte sehr willkürlich.

In den restlichen Bereichen ist alles unspektakulär simpel. Bei den Sponsoren hat man Trikotwerbung und 4 Banden, Verträge kommen und man kann sie annehmen oder nicht, um die Beträge verhandeln ist nicht möglich. Ein wenig merkwürdig, sowohl bei Spielerverträgen als Sponsoren ist die Tatsache, dass die Laufzeiten nicht über Jahre sondern über Spiele gehen und bei den Spielern die Beträge fest vorgegeben sind. Das Stadion wird beispielsweise auch nicht grafisch dargestellt und Verhandlungen mit den Spielern laufen sehr simpel ab.
Beim Transfermarkt kauft man dann auch die Katze im Sack. Jede Woche werden unterschiedliche Spieler angeboten, über man die man sich nicht informieren kann. Stattdessen sieht man nur den Namen, die Summe die verlangt wird und eine Bewertung die von Schwach bis Sehr gut reicht. Im eigentlichen Spiel aber, werden die Spielerstärken in Zahlen angegeben und ein Spieler mit „Sehr Gut“ kann nun eine Stärke zwischen 7 und 10 haben. Lediglich über Spieler, die im eigenen Verein spielen, erhält man ausführlichere Informationen.

Hat man dann seine 11 aufgestellt, wählt man noch die Taktik (Dies beschränkt sich auf die Ausrichtung von sehr defensiv bis sehr offensiv) und klickt zum Spieltag. Dort kann man wählen, ob man sich das Ergebnis sofort anzeigen lässt oder ob man die Highlights des Spiels sehen will. Diese erinnern grafisch sehr an Microprose Soccer, sehen größtenteils unspektakulär aus und können definitiv nicht mit dem gar nicht so schlechten Szenenmodus vom Bundesliga Manager Professional mithalten. Auswechslungen, Taktikänderungen oder sonstiges, kann man während den Szenen auch nicht vornehmen. So klickt man besser gleich zum Ergebnis. Diese machen mitunter auch nicht viel Sinn. Man kann dem Gegner stärkemäßig absolut überlegen sein und trotzdem verliert man 3:0. Dann gewinnt man gegen den stärkeren Tabellenführer plötzlich mal 5:1. Man bekommt leider zu keiner Zeit ein Feedback über die Mannschaft. Zwar gibt es eine Auflistung über die Kondition und wie stark die einzelnen Mannschaftsteile sind, aber da heißt es schlicht „Masse statt Klasse“, ein 4-4-2 sorgt dafür, das der Sturm schwach ist auch wenn man da 2 extrem starke Spieler aufgestellt hat. Man ist praktisch gezwungen immer 4-4-2 zu spielen. Eine manuelle Aufstellung der Spieler, wie etwa beim BMP, wo man die Spieler frei auf dem Spielfeld positionieren kann,  gibt es nicht.

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel, so sagt man. Bei Starbyte Super Soccer müsste es eher heißen „Nach dem Spiel ist vor der Verletzung“. Ich habe ja nun schon viele Fußballmanager gespielt, aber so etwas ist mir bislang noch nie passiert. Praktisch vor jedem Wochenstart verletzt sich mindestens ein Spieler. Mir ist es sogar passiert, dass ich plötzlich 7 verletzte Spieler in einer Woche hatte. Warum die sich verletzen oder was sie haben wird nicht mitgeteilt, nur wie lang es dauert. Das Ganze nimmt teilweise absolut groteske Züge an und mitunter hat man Probleme noch 11 gesunde Spieler aufs Feld zu bringen. Entweder ist das eine Art Bestrafung sobald man zu erfolgreich ist oder schlicht ein Bug.

Natürlich könnte man nun sagen, dass man einfach genug Spieler kauft, so dass 6-7 Verletzte  gar nicht mehr stören. Nö, ist nicht, denn die Entwickler kamen auf die „wunderbare“ Idee den Kader auf 18(!) Spieler zu limitieren. Persönlich kenne ich nun keine Mannschaft, welche mit so wenigen Spielern durch eine Saison kommt. Die meisten Vereine haben ja doch eher 20-30 Spieler. So ist das eben ein absoluter Spielspaßzerstörer.

Grafisch ist das Spiel wie gesagt extrem unspektakulär. Außer bei den Spielszenen und kleinen Zwischenbildern, wenn man etwa den DFB Pokal gewonnen hat, ist alles in Text- und Diagrammform präsentiert. 

Musikalisch sieht es gleich noch schlimmer aus. Musik gibt es im Titelbild, das war es, es kommt einem schon fast wie Hohn vor, das man vor dem Spiel noch wählen soll ob man PC Speaker, Adlib oder Soundblaster will, denn ab dem ersten Menü passiert nichts mehr und selbst bei den Spielszenen fehlen Geräusche. 

Starbyte Super Soccer hat durchaus einige nette Ansätze und wäre wohl kein schlechtes Spiel, aber allein das Problem mit den Verletzungen sorgt dafür, dass der Spielspaß sehr schnell verschwindet. Allenfalls Fans von Fußballmanagern, die jeden Titel aus diesem Genre kennen wollen, sollten hier einen Blick riskieren.

Publisher: Starbyte
Developers: Masters Design Group
Erscheinungsjahr: 1991
Erschienen für: PC, Amiga, Atari ST, C64
Anzahl Spieler: 1-6
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik3/10  Spielspass
Sound2/10
4/10
Gameplay 6/10
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