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Swat 4 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
29.01.2008

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Sechs Jahre sind seit dem dritten Teil vergangen. 2005 erschien dann Swat 4 und im Gegensatz zur bisherigen Regel dieser Serie, wo jeder Teil ein neues Genre verwendete, ist dieser wie der Vorgänger ein Taktikshooter.
Und damit ist im Prinzip auch schon alles gesagt, denn tatsächlich gibt es kaum wirkliche Unterschiede.

Aber fangen wir trotzdem noch mal von vorne an. Man steuert eine Swat Einheit bestehend aus 4 Männern aufgeteilt in zwei Gruppen. Rot und Blau. Man gibt ihnen Befehle und steuert als Kopf der Truppe  durch die Einsatzorte. Neu ist hier lediglich die Möglichkeit, Befehle über ein aufklappbares Menü zu geben. Wollte man in Teil 3, dass die Truppe eine Tür sprengt und sofort eine Flashbang in den Raum dahinter wirft, musste man eine Zahlenkombination drücken z.B. 1,3,1. Im vierten Teil zielt man stattdessen einfach mit dem Fadenkreuz auf die Tür, drückt die rechte Maustaste und es klappt ein Menü auf, dort steuert man dann den Punkt „Breach, Gas and Clear“ an und der Befehl wird ausgeführt. Nach kurzer Eingewöhnungszeit ist das Ganze auf jeden Fall wesentlich intuitiver und diese simple Steuerung wurde gar im gesamten Spiel angewandt. War es in Teil 3 noch recht schwer auf den ersten Moment festzustellen ob nun ein Verdächtiger tot oder nur benommen am liegt und man so gerne mal die falsche Taste drückte, muss man nun einfach nur auf die Person zielen und die Benutzentaste drücken. Der passende Befehl wird automatisch ausgeführt. Mir persönlich ist das aber schon fast etwas zu simpel.
Sind die Teammitglieder etwas weiter entfernt, kann man kleine Fenster aufklappen, welche die roten und blauen Einheiten zeigen, hier kann man auch direkt in das Fenster eingreifen und Befehle geben. Das einzige was nach wie vor ein Problem ist, ist es einen koordinierten Angriff zu starten. Man hat einen großen Raum mit zwei Türen. Blau steht an der einen, Rot an der anderen. Es zu schaffen das beide Teams gleichzeitig rein stürmen ist fast unmöglich.

Die Missionen sind wie gehabt zusammenhangslos, eine Story rund um die Missionen gibt es nicht. Für mich ist das aber kein Kritikpunkt, da das einfach realistisch ist und Swat will ja ein realistisches Erlebnis sein. Die Missionen werden in Form von Texten und Bildern der Verdächtigen vorgetragen. Bei einigen Missionen kann man sich noch den Anruf der Polizei anhören, der auch Aufschluss darüber geben kann wie viele Bösewichte am Einsatzort warten. Dann rüstet man sein Team aus. Hier tat sich einiges und es gibt endlich mehr Waffen mit jeweils zwei Munitionstypen. Von der Shotgun über die MP5 zu einer M4 geht es zu den nicht tödlichen Waffen, die auf jeden Fall vorzuziehen sind. Dann noch eine der Pistolen, Granaten (Flashbang, CS, und eine die Spikes abfeuert), ein Pfefferspray und Werkzeug zum Türen sprengen. Haben wir alles eingepackt, müssen wir eine längere Ladezeit erleben und stehen dann schon am Einsatzort. Auch hier kann man wieder bei manchen Maps zwischen zwei Startpunkten wählen, auch wenn das meiner Meinung nach keinen großen Unterschied macht.
Zwar kann man einen Schwierigkeitsgrad wählen, dieser bezieht sich meines Erachtens aber hauptsächlich darauf, wie viele Punkte man erreichen muss, damit eine Mission erfolgreich abgeschlossen ist. Punkte gibt es für das einsammeln von Waffen, das gefangen nehmen von Verdächtigen und Opfern und z.B. auch wenn man unverletzt aus der Sache rauskommt. Maximal 100 Punkte gibt es, auf dem einfachsten muss man nur 50 erreichen. Abzüge gibt es dann eben wenn man Verdächtige tötet, angeschossen wird oder Waffen übersieht.
Hier liegt auch der einzige wirkliche Kritikpunkt: Die Punkteberechnung ist reichlich unfair. Sobald man eine Waffe übersieht, gibt es Abzug. Das Problem ist hier in erster Linie die Grafik. Die ist so detailliert und die Orte sind so stark mit Details und Gegenständen ausgestattet, dass es quasi der Such nach der Nadel im Heuhaufen gleich kommt. Man rennt durch die Räume und sucht und sucht, aber findet erstmal nichts. Das nervt.
Auch Abzüge für das Töten von Tatverdächtigen, sind recht merkwürdig. Dass es Abzug gibt, wenn ich einem bereits in Handschellen liegenden Gangster töte, ist klar. Aber bei Notwehr? Eine dieser Situationen ereignete sich im A-Bomb Club. Ich steh in einem Raum und kümmere mich gerade um zwei Bösewichte, die ich mit meinen letzten Kugeln der Nichttödlichen Waffe überreden konnte, aufzugeben. Plötzlich fliegt von hinten eine Tür auf und mit einem lauten „Dance, Cop, Dance“ werde ich angeschossen. In einer schnellen Drehung ziehe ich meine Pistole und schieß dem Typ in den Kopf. Trotz Notwehr wurden mir Punkte abgezogen…

Entschädigt wird man dafür mit vielen spannenden Missionen. Auffällig ist hierbei vor allem, dass es relativ düster und „krank“ zugeht.
Es gibt normale Missionen. So muss man in der ersten ein China Restaurant stürmen oder später eine Bank. Aber schon in der zweiten Mission der Kampagne verschlägt es uns in ein Haus in dem eine alte Frau und ihr Sohn wohnen. Der Typ soll Frauen entführen, so weit nicht ungewöhnlich und das Haus sieht erstmal auch normal aus. Aber dann betritt man den Keller, stolpert auf Räume und ausgebaute Tunnel. Alles ist dreckig und verkommen, dann sieht man die ersten merkwürdigen Gesichtsmasken und Körperabbildungen, das Ganze kommt in Verbindung mit einem auf einer dreckigen Matratze liegenden, gefesselten Kind recht bizarr daher.
In einer anderen Mission betritt man ein größeres Wohnhaus in dem eine Sekte liegt. Merkwürdige und verdrehte Sprüche sowie Symbole an den Wänden. Auch die dort lebenden Sektenmitglieder faseln schräge Sachen. Dann betritt man den Keller und stolpert über einige Kindergräber. Da die Musik sich auch noch dynamisch an das Spielgeschehen anpasst, von im Hintergrund bleibender Ambientsound bis zu schnellen, harten Klängen in Gefechten wirkt das schon ein wenig gruselig. Hier fällt auch eine weitere Stärke des Spiels auf: Realistisches Verhalten der Teamkollegen. Die sind nämlich auch erstmal ein wenig schockiert und kommentieren diese Szene.
Der Schwierigkeitsgrad schwankt mitunter meist extrem. Die ersten zwei Missionen sind simpel und schnell gelöst. Dann kommt der A-Bomb Club und das ist eine der schwersten Aufgaben. Viele Räume, viele Türen, viele Gegner. Auch später gibt es Missionen durch die man quasi durchrennt und andere wo man verzweifelt. Trotzdem ist das Spiel nicht unfair, sondern eben nur sehr herausfordernd.

Die künstliche Intelligenz ist generell sehr gut. Die eigenen Leute führen die Befehle aus, handeln aber auch mal selbstständig. Wenn sie also unter Beschuss stehen, feuern sie zurück und gucken nicht nur doof bevor sie sterben. Die Wegfindung der virtuellen Kollegen ist auch ausgezeichnet. Man kann sie an einem Ende der Map abstellen, dann zum anderen durch ein Haus gehen und ihnen befehlen herzukommen. Nach wenigen Sekunden sind sie schon da.
Auch die KI der Bösewichte ist gelungen. Sie gehen in Deckung, verstecken sich mitunter sogar, stürmen durch Türen wenn sie merken dass auf der anderen Seite der Arm des Gesetzes steht. Sie geben nicht so leicht auf und versuchen teilweise sogar Pistolen vom Boden aufzuheben um noch eine Chance zu haben. In einer Mission relativ am Ende kann es sogar passieren, dass sie Geiseln erschießen.
Neben den Teamkollegen hat man zur Unterstützung meist auch einen oder sogar zwei Sniper. Auch diese kann man über ein kleines Fenster selbst steuern und so schon mal einige Verdächtige ausschalten. Diese werden dann auch nicht bei der finalen Bewertung abgezogen.
Sehr toll ist auch nach wie vor, dass sich eine Mission immer anders spielt. Die Personen befinden sich immer an anderen Orten, sind mal mehr und mal weniger aggressiv und so macht das Ganze auch beim zweiten oder dritten Mal noch viel Spaß.
Die große Community sorgt aber auch dafür, dass es unzählige Maps und Mods gibt. Die meisten davon sind sehr gelungen und mit dem mitgelieferten Editor kann auch jeder selbst aktiv werden. Daneben gibt es noch die Möglichkeit, die mitgelieferten Missionen zu editieren. Was für Gegner mit welchen Waffen? Was für Geiseln? Die Möglichkeiten sind toll.

Einen Mehrspielermodus gibt es natürlich auch noch. Natürlich ein Co-op Modus in dem man zusammen gegen die Terroristen spielt. Etwas störend ist hier die Tatsache, dass man am besten mit 5 Spielern antritt, denn freie Plätze werden leider nicht von Bots aufgefüllt.
Hinzu gibt es noch Spielmodi die ein wenig an andere Taktikshooter erinnern. So muss man als Swat Team mal Bomben entschärfen, während die Bösen das verhindern. Die VIP-Eskorte kennt man z.B. schon aus Counter-Strike und dann gibt es noch eine Art Deathmatch Modus.

Grafisch basiert das ganze auf der Unreal 2 Engine. Diese war zwar beim Erscheinungsdatum des Spiels nicht mehr ganz frisch, aber dafür läuft das Spiel auch auf schwächeren Systemen sehr gut. Mir gefällt die Grafik auch, die Orte sind abwechslungsreich und realistisch gestaltet. Vor allem Licht- und Spiegeleffekte sehen gut aus und der Effekt, wenn man direkt in eine Flashbang sieht (Bild wird weiß, dann sieht man das alte Bild vor der Explosion und erst so langsam legt sich darüber das aktuelle Bild) oder von den Spikes der Granate getroffen wird sehen extrem gelungen aus.
Die Musik ist wie gesagt eher unspektakulär, dafür schön dynamisch. Die Soundeffekte der Waffen sind realistisch. Highlight ist aber die Sprachausgabe, die zumindest in der Originalfassung absolut gelungen ist. Die Polizisten brüllen ihre Befehle, die sachlichen Kommentare der Einsatzleitung, das Gemotze der Gangster, die weinenden und verstörten Zivilisten. Wirklich sehr stark.

Swat 4 ist ein gelungenes Sequel auch wenn es im Prinzip nur eine technische Verbesserung ist. Aber Swat 3 war ja schon ein tolles Spiel und so muss man auch diesen Teil haben, wenn man sich auch nur ein wenig für Taktikshooter begeistern kann.

Publisher: Vivendi-Universal
Developer: Irrational Games
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1-5
Schwierigkeitsgrad: Wählbar, Missionsabhängig

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound8/10
9/10
Gameplay 9/10
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