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The Hidden Below PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
16.04.2011

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Irgendwie schon witzig, da schwang sich 1994 ausgerechnet im Zensur- und Anti-Gewalt Land Nr. 1 ein Entwicklungsstudio auf, es dem „Staatsfeind Nr. 1“, id Software, mal so richtig zu zeigen. So geschehen 1994 mit dem hessischen Entwickler Soft Enterprises und ihrem First Person Shooter The Hidden Below.

Und was versteckt sich im Untergrund? Fiese Aliens natürlich, denn zu einer kreativen Story hat es schon mal nicht gereicht. Stattdessen eben mal wieder die Alieninvasion und wie immer, gibt es nur einen Menschen der die Welt retten kann und wie immer ist dieser jemand, dessen Namen nie genannt, verdammt schlecht ausgerüstet. So steht man nach Spielstart im ersten Raum und hat ein kleines Messer.
Man rennt also aus dem Raum und stellt schnell fest, dass in Sachen Leveldesign auch hier auf Labyrinthe gesetzt wird. Links ein Weg, rechts ein Weg, vorne ist eine verschlossene Tür. Man weiß sofort, dass hier der Ausgang wartet und man mal wieder einen Schalter finden muss. Mutig stürmt man die linke Treppe runter und trifft auf mehr Türen. Hinter Tür Nr. 1 finden sich ein Kompass und eine Mini-Map (sogar die Gegner werden angezeigt). Hinter Tür Nr. 2 eine Pistole, Munition und ein pixeliges Monster, das ganz träge reagiert und tot ist, ehe es überhaupt etwas machen kann. Ich wusste nicht, worüber ich mich mehr wundern sollte: Die stupide KI oder die merkwürdigen Soundeffekte. Sammelt man einen Gegenstand ein, klingt das so als würde man auf eine Blechdose treten. Sammelt man die Pistole ein, erklingt ein lautes „Yeah“. Und auch im weiteren Verlauf sind die Soundeffekte höchst bizarr. Wassertropfen die von der Decke kommen klingen wie ein Geigerzähler, tappst man durch Wasser, klingt das so als würde jemand mit Papier rascheln. Man kann natürlich sagen, dass Sound und Musik bis dahin noch nie die große Stärke des PCs waren, aber selbst das alte Wolfenstein 3D hat da besseres zu Stande gebracht. 
Die Musik ist auch aus der Kategorie „Dudelt gekonnt belanglos vor sich hin“.

Zurück zur Labyrinthhatz. Ich renne die Treppe zurück, jetzt etwas besser bewaffnet und die rechte runter. Mehr Türen, mehr Tunnels, aber dank der ständig eingeblendeten Karte ist das alles halb so verwirrend. Hier trifft man auf weitere Monster und die Schwächen des Spiels offenbaren sich. Teilweise ist das Spiel so dunkel, das man die schwarzen Monster die von der Decke hängen gar nicht erst sieht. Auch die Viecher die sich im Wasser oder wie Ratten am Boden befinden sorgen für Probleme. Ich renne um die Ecke, sehe das Monster nicht, das unten an meiner Spielfigur rumwuselt und sie dadurch ermordet. Grandios.
Irgendwann findet man einen Schalter, den man flugs umlegt. Dann trifft man noch auf einen Aufzug und dann trifft man noch in einen Bereich mit Wasser. Der erste Level wirkt fast wie eine Tech-Demo, so viele unterschiedliche Texturen, Levelfeatures und anderen Sachen wurde hier reingeworfen. Leider lässt sich das von den 19 anderen Levels nicht sagen. Hier gibt es mehr Labyrinth nach Schema F, was sehr schnell anödet. Da können auch einige schräge Monster nichts retten. Neben pixeligen Spinnen und anderen Wuslern trifft man auch auf grüne Fellknäuel (Tribbles?) oder etwa ein muskulöses lilafarbenes Alien mit Lendenschurz. Alle haben sie die gleiche nicht vorhandene Intelligenz. Gäbe es nicht das Problem, das man manchmal Monster vom Hintergrund nicht unterscheiden könnte und eben die am Boden rumwuselnden und schwer zu treffenden Viecher, wäre das Spiel auch auf dem höchsten der drei wählbaren Schwierigkeitsgrad ein Spaziergang. Zumal man später noch ein ganzes Arsenal an besseren Waffen findet. Das typische Repertoir von der Maschinenpistole bis zum Flammenwerfer wird aufgeboten.  Daneben gibt es noch Healthpacks und etwa ein Nachtsichtgerät mit dem man die dunklen Aliens etwas besser sieht, aber das muss man eben auch erstmal finden.

Bei der Indizierungsproblematik erwiesen sich die Entwickler als sehr schlau, sie stellten nämlich direkt eine zensierte Version in die Läden. Über eine Registrierkarte und nach Altersnachweis, bekam man dann die Möglichkeit das Spiel in der unzensierten Fassung zu spielen. Da spritzt dann das Pixelblut und Leichenteile liegen lustig herum.

Insgesamt muss man sagen, das The Hidden Below schon damals niemanden vom Hocker gehauen hat, auch wenn man einige neue Features einbaute, wie etwa die Möglichkeit nach oben und unten zu sehen. Grafisch ist das aber auch das einzige Highlight, denn die Pixel sind riesig und die Texturen einfallslos. Auch die Animationen der Bitmap Monster sind sehr holprig.
Spielerisch wird aber einfach zu wenig Neues geboten und dafür mehr vom alten. Labyrinthrennerei war irgendwie schon damals Out. Immerhin erschien System Shock nur zwei Monate später. Es ist nicht ganz so katastrophal wie etwa Corridor 7 oder Operation Body Count aber höchstens Shooterfreunde die alles aus dem FPS-Bereich spielen wollte, sollten diesem Spiel Zeit widmen, alle anderen verpassen einfach nichts.

Publisher: Soft Enterprises
Developer: Soft Enterprises
Erscheinungsjahr: 1994
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

Grafik6,5/10  Spielspass
Sound4,5/10
4/10
Gameplay 4/10

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