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The Simpsons: Hit & Run PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.02.2008

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Die Simpsons sind die wohl populärste Fernsehserie überhaupt. Rekorde, Erfolge und eine unglaubliche Anzahl an Merchandiseprodukten untermauern diese Tatsache. Videospiele mit den Simpsons gab es schon häufiger. Die ersten erschienen Anfang der 90er und man kann wohl problemlos behaupten, dass 95% all dieser Spiele absoluter Müll waren. Man denke nur an Escape from Camp Deadly oder das Simpsons Wrestlingspiel.

Hit & Run will alles besser machen und tatsächlich ist es ein Spiel mit großen Ambitionen. Das Flair der Serie einfangen, daran sind viele Spiele vorher gescheitert, man denke an Bart vs. the Juggernauts, was eine Art American Gladiators mit Simpsonsfiguren war und so reichlich merkwürdig wirkte. Bei diesem Spiel nun wird man gleich mit dem simpsonstypischen Intro begrüßt, welches nahtlos dazu übergeht, die Handlung zu erzählen. Diese ist recht knapp: Fliegende Kameras in Bienenform fliegen in Springfield umher. Was es wohl damit auf sich hat? Das Simpsons Theme ist vorhanden und die Sprecher leihen auch im Spiel den Figuren ihre Stimmen. Hinzu kommt eine Grafik, die technisch nicht spektakulär ist aber das Feeling der Serie einfängt. Rein von Grafik, Sound und Präsentation kann ein Simpsonsspiel gar nicht mehr näher an der Serie sein. Da muss man den Entwickler echt ein großes Lob aussprechen.

Das Spiel selbst enttäuscht dann erstmal ein wenig. Ein Grand Theft Auto Klon.  Das ist nicht spektakulär, das ist nicht revolutionär und passt das überhaupt zu den Simpsons?  Leider muss man sagen, dass Hit & Run auf Dauer etwas an Fahrt verliert. Man hat nicht so viele Freiheiten wie bei GTA. Man kann sich zwar außerhalb der Missionen frei bewegen und Orte erkunden, aber außer, dass es vielleicht ein paar typische Sprüche zu hören gibt oder eine Aktion ausführbar ist, enttäuscht das virtuelle Springfield ein wenig. Es ist sicher witzig, dass man in den Kwik-E-Mart gehen kann und dort Jasper im Eisschrank findet, wie es auch in einer Folge vorkam, aber etwas mehr Interaktivität wäre auf jeden Fall noch besser gewesen. Man muss hierbei einfach einen Vergleich zu dem Programm Virtual Springfield ziehen das 1997 erschien und tatsächlich ein virtuelles Springfield mit tausend Möglichkeiten aufbaute. Warum kann ich bei Hit & Run nicht einfach die Spielautomaten spielen? So wäre man GTA San Andreas mit dieser Idee zuvor gekommen und hätte sich etwas absetzen können. Auch ist es schade, dass man das Haus der Simpsons nicht frei erkunden kann. Schön dagegen ist, dass man alle Simpsonsfiguren steuert. Anfangs ist man mit Homer unterwegs, später auch mit den anderen. Es ist eines der wenigen Simpsonsspiele wo man nicht nur eine Figur steuert.

Stattdessen hat man zwei Hauptaufgaben im Spiel: Missionen und Münzen sammeln. Münzen liegen frei rum oder befinden sich in Kisten. Auch kann man einfach Gegenstände wie Hydranten, Lampenpfosten oder Bewohner umfahren und erhält so Münzen. Das Geld kann man dann in Kostüme wie Homers Teufelsverkleidung investieren oder Fahrzeuge wie den Plow King oder Homers sehr experimentelles Fahrzeug mit dem er seinen Bruder Herb in den Ruin trieb. Leider gibt es zwischen den Fahrzeugen keine allzu großen Steuerungsunterschiede. Ob Truck oder Sportwagen, es lenkt sich praktisch alles gleich. Die Steuerung ist generell bei den Fahrzeugen sehr arcadelastig und simpel. Beschleunigen, Bremse, Handbremse, mehr benötigt man gar nicht. Auch zu Fuß ist die Steuerung recht einfach, hier kann man zusätzlich rumhüpfen um auf höher gelegene Stellen zu kommen oder man kann Passanten umkicken, was zwar keinen Sinn macht aber witzig ist. Das Treten hat eigentlich nur Sinn um beispielsweise Getränkeautomaten zu zerstören und so Münzen einzusammeln.

Bei den Missionen (Insgesamt sind es ca. 50, das erste ist ein kleines Tutorial) herrscht meist nicht viel Abwechslung. Im Prinzip gibt es nur fünf unterschiedliche Typen und sie haben alle mit Fahrzeugen zu tun.
So gibt es Missionen wo man einfach von A nach B fahren muss, z.B. um Lisa ein Schulexperiment zu bringen, ehe Direktor Skinner in der Schule ist) oder man muss unter Zeitdruck Bart und Lisa ins Krankenhaus befördern. Zeitlimits werden wohl bei gut 60% aller Missionen angewandt, in allen anderen muss man eben vor dem Gegner im Ziel sein. Die Zeitlimitis sind relativ knapp gesetzt.
Andere Aufgabentypen sind das zerstören von Fahrzeugen. So muss man die Limousine von Mr. Burns zerstören, ehe jener beim Kraftwerk ankommt. Man muss vor der Polizei flüchten oder sich an ein bestimmtes Auto heften, hierbei wird eine Anzeige angezeigt, die sich füllt, je weiter man von dem Zielvehikel entfernt ist. Zwischendrin gibt es dann noch Autorennen, wo man dann unter anderem gegen Martin Princes Seifenkiste antreten muss. Autos kann man auch einfach klauen, wem das Simpsonauto zu langweilig ist, sucht sich einfach ein anderes. Die Polizei wird natürlich auf illegale Machenschaften aufmerksam und so muss man vor dieser fliehen. Wird man erwischt, kostet es Geld. Allerdings liegen in Springfield so viele Münzen rum, dass dies kaum stört.

Der einzige Kritikpunkt an diesem Spiel ist eben die fehlende Abwechslung. Immer die gleichen Missionstypen und das unter einem enorm fiesen Zeitdruck. Nicht nur dadurch wird der Schwierigkeitsgrad in die Höhe getrieben sondern auch durch die Kameraprobleme. Die meiste Zeit, vor allem wenn man mal zu Fuß unterwegs ist, ist man damit beschäftig, die Kamera zu steuern damit man überhaupt sieht wo es lang geht. Auf Dauer nervt das ein wenig. Gerade weil das Spiel bei meinem Gamepad den zweiten Analogstick nicht  erkennen wollte und die Kamerasteuerung so nur mit der Maus zu handhaben war. Gamepadsteuerung und Maus gleichzeitig? Unmöglich.

Von der Präsentation her gibt es wie gesagt nichts zu meckern. Die Grafik passt sehr gut und fängt den Look der Serie nahezu perfekt ein. Auch Springfield ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet, auch wenn einige Gebäudeanordnungen nicht der Serie ansprechend aber dort wandert ja auch z.B. Moes Taverne öfter mal durch die Gegend.
Die Animationen der Figuren sind auch recht gut gelungen und bei den Fahrzeugen gibt es sogar ein sehr gutes Schadensmodell.
Die Musik ist genial. Vom Theme über die In-Game Musik passt das alles und die Musik passt sich sogar an die Figuren an. Bei Homer gibt es die Simpsonsmusik, steuert man Lisa hört man Saxophonmusik und bei Apu wird es gar leicht indisch.
Soundeffekte sind ebenfalls gut gelungen und die Originalsprecher tragen viel zum Spaß bei. Überfährt man einige Passanten singt Homer z.B. „I am Evil Homer“, überfährt man einige Lampenpfosten kommt „It was already like that when I arrived here“. Man sollte auf jeden Fall die Originalfassung verwenden, denn es gibt eine deutsche Synchro und die ist genauso beschissen wie in der Serie selbst. Die deutschen Sprecher taugen einfach nichts.

Man merkt von der ersten Sekunde an, dass die Entwickler Simpsonsfans sein müssen, denn sie gaben sich große Mühe die Serie in ein Spiel zu verpacken und das ist ihnen ausnahmslos gut gelungen. Ganz ohne Kritik geht es aber dann eben doch nicht. Auf Dauer sind die Missionen einfach ein wenig zu öde, da leider auch mit einigen Scripten gearbeitet wurde und es praktisch immer nur einen Weg ans Ziel gibt. Zwar gibt es bei einigen Rennen Abkürzungen, aber es hätte wohl auf jeden Fall mehr drin sein können. GTA hat das ja schon besser vorgemacht. Etwas mehr Interaktivität und Freiraum wäre auch schön gewesen, aber trotzdem muss man einfach sagen, dass Hit & Run neben dem alten Konamiklassiker aus der Spielhalle das bis heute beste Simpsonsspiel überhaupt ist. Für Fans Pflicht, für GTA Fans empfehlenswert, alle anderen sollten auch einen Blick riskieren.

Publisher: Vivendi Universal Games
Developer: Radical Entertainment
Erscheinungsjahr: 2003
Erschienen für: PC, Xbox, PS2, Gamecube
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Mittel - Hoch

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Grafik8/10  Spielspass
Sound9,5/10
8/10
Gameplay 8/10

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