Home arrow Spiele arrow PC arrow The Sims 09 März 2010  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
The Sims PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
26.04.2008

Image 

Ein Spiel sorgt meist dann für Aufsehen und Diskussionen, wenn es unglaublich brutal ist und Gewaltszenen zeigt, die man so zuvor noch nie sah. Die Sims gehören nicht dazu, eigentlich ist das Spiel sehr friedlich und trotzdem entstanden riesige Diskussionen darum.
Ist es nun innovativ? Ist es schlecht? Ein typisches „Frauenspiel“? Langweiliger Mist oder doch genial?

Irgendwas hat Will Wright mit diesem Spiel jedenfalls richtig gemacht, ist es doch das meistverkaufte PC Spiel aller Zeiten. Innovativ ist es vielleicht ebenfalls, auch wenn es Mitte der 80er schon Little Computer People gab. In diesem Spiel betrachtete man ein Haus, in dieses zog ein kleines Männchen ein, das man von nun an beobachten konnte. Es ging seinem Leben nach, schaute fern und ging zur Arbeit. Kleinere Befehle ermöglichten dem Spieler einzugreifen, so konnte man ihm beispielsweise befehlen Klavier zu spielen.
Bei den Sims ist das ähnlich, nur darf man sein Männchen oder gleich eine Familie selbst erstellen. Ihnen einen Namen geben und dann in ein Haus einziehen lassen – oder man baut das Haus selbst. Dann kann man den Sims beim Leben zusehen oder sie selbst steuern und so dafür sorgen, dass sie kein zu großes Chaos anrichten.

Alles beginnt mit der Erstellung der Sims, wie gesagt. Man kann ihnen Namen geben, ihnen Kleidung anziehen und die Hautfarbe sowie Geschlecht bestimmen und ob es ein erwachsener Mensch oder ein Kind sein soll. Dann werden noch Charaktereigenschaften festgelegt, die auch gleich das Sternzeichen wiedergeben. Soll der Sims nett sein? Faul oder aktiv? Mit bösen, faulen Couch-Potatoes, die jeden anderen Sim gleich vertreiben hat man den größten Spaß. Vom Single bis zur Großfamilie ist alles möglich.
Dann startet man mit etwas Geld auf die Suche nach einem Haus. Die große Villa am Berg ist erstmal unerschwinglich und braucht der Sim mehr als 2 Räume? Wohl kaum. Also schnell ein Grundstück gekauft und in den Baumodus gewechselt. Jetzt darf man Mauern und Zäune ziehen, Fenster und Türen anlegen, Wände tapezieren, Teppich auslegen und vielleicht einen kleinen Garten mit Bäumen anlegen. Den Kamin oder einen Pool braucht man wohl erstmal nicht.  
Dann geht es in das Kaufmenü. Vom billigen Plastiktisch bis zum riesigen Mahagoniprotztisch hat man eine recht umfangreiche Auswahl an Einrichtungsgegenständen vom Bett bis zum Fernseher. Die Gegenstände sind natürlich unterschiedlich teuer und je teurer sie sind, desto bessere Eigenschaftswerte stecken in ihnen. In einem Stahlbett Marke Stadelheim schläft es sich eben wesentlich schlechter als im gemütlichen Kingsize Bett, also muss der Sim dort auch länger schlafen um seinen Energiewert zu steigern.
Unser kleiner Mensch hat einige dieser Eigenschaften. Energie, Spaß, Hygiene sind ein paar davon. Duscht er nicht regelmäßig, fängt er an zu müffeln und alle anderen Sims die ihn besuchen verziehen erstmal die Nase. Man kennt das ja von Al Bundy. Hat der Sim keinen Spaß in seinem Leben wird er traurig, also schnell vor den Fernseher oder den PC mit ihm.

Neben diesen Werten gibt es noch Fähigkeiten. Diese muss man den Sims trainieren lassen. Stellt man ihn vor den Spiegel, kann man ihn reden lassen. Wird er ein besserer Redner und baut so Charisma auf, ist es leichter neue Freunde zu finden oder die Nachbarin auf die er scharf ist doch noch rumzukriegen.
Auch Kochen muss erstmal gelernt werden, dazu liest er Kochbücher. Kann er nicht kochen, passiert es schon mal, dass er die halbe Küche abfackelt, was recht witzig aussieht. Der Sim steht kreischend und tobend daneben und wartet dass der Feuerwehrmann endlich auftaucht. Zum Glück gibt es noch den Pizzaservice…

Diese Fähigkeiten haben auch Auswirkungen auf den Beruf. Ohne Geld geht auch bei den Sims nichts und man kann ja nicht einfach eine Bank ausrauben oder den Nachbarn überfallen.
So sucht man sich eben in Zeitung und Internet etwas. Berufe gibt es viele. Man kann bei der Army anfangen oder als Politiker oder als einfacher Sekretär. In jedem Beruf fängt man erstmal ganz unten an. Die Bezahlung ist mies, die Arbeitszeit auch nicht die beste. Trainiert man aber die Fähigkeiten und geht der Sim immer munter und gutgelaunt zur Arbeit, wird er bald befördert. Mehr Geld, bessere Arbeitszeiten und schon wird die Sache erträglich.
Bei der Arbeit zusehen, darf man leider nicht. Jeden Morgen geht er zur Arbeit, die Zeit wird auf Fast Forward gestellt, bis er wieder zu Hause eintrifft.
Das gleiche auch bei den Kindern, die müssen natürlich in die Schule.

Kriminalität gibt es in der Simswelt aber trotzdem. Nachts kann schon mal ein kleiner gemeiner Dieb ums Haus schleichen. Hat man keine Alarmanlage kann es schon mal passieren, dass er sich mit dem teuer erworbenen Fernseher davon macht. Hat man dagegen eine Alarmanlage kommt sofort die Polizei und man kriegt ein wenig Geld als Belohnung. Witzig ist hierbei, dass die Sims meist nichts davon mitkriegen, weil sie schnarchend im Bett liegen. Hier fehlt eindeutig ein Redneck-Modus wo dieser wütend mit einer Schrotflinte Jagd auf den Ganoven macht.

Ein Ziel hat das Spiel nicht, das ist ja bei allen Simspielen so. Man kann es ewig weiterspielen, bis man stinkreich ist oder der Sim stirbt. Auch das kann passieren, wenn er zu nah an Feuer gerät oder ertrinkt.

Man hat also viel zu tun in diesem Spiel. Zumindest ein wenig Arbeit kann man sich abnehmen lassen. Man kann eine Putzfrau bestellen, die jeden Tag die Wohnung aufräumt. So passiert es nicht, dass in die seit letzter Woche rum stehenden Pizzaschachtel samt schimmelnden Pizzaresten, Schaben und andere Ekeltiere einziehen.
Im Garten welken die Blumen? Schnell den Gärtner bestellt. Beides kostet natürlich auch Geld.

Vorbei kommende andere Sims kann man anlabern. So schließt man Bekanntschaften. Allerdings ist nicht gegeben, dass sich alle Sims untereinander verstehen, hier kommen wieder die Sternzeichen und Charaktereigenschaften sowie die Interessen ins Spiel. Jeder Sim interessiert sich für was andere. Der eine ist Sportfan, der andere hasst Sport. Ein Gespräch zwischen diesen beiden wird also kaum gut ausgehen. Feinde kann man sich auch machen, die darf man dann ärgern. Gespräche führt man durch Mausklick aus. Man klickt auf den anderen Mensch und dann kann man wählen was der eigene Sim machen soll. Soll er ihn kitzeln? Pieksen? Komplimente machen? Umarmen? Ein Gespräch beginnen? Viele Entscheidungen die man richtig treffen muss, vor allem dann, wenn man 2 Sims verkuppeln will.

Langweilig wird das Spiel dann, wenn man es geschafft hat. Man steht auf der höchsten Stufe im Beruf, verdient viel Geld und die Villa am Berg hat man auch schon. Dann gibt es nichts mehr zu tun und man kann dem Sim höchstens im „Freier Wille“ Modus zusehen. Hier macht der Sim alles selbst und hört nicht mehr unbedingt auf die Befehle des Spielers. Wobei er sich nicht sonderlich intelligent verhält. Er bestaunt alle Gegenstände bis zum Mülleimer und befördert sich dann meist vor den Fernseher.

Etwas schade ist, dass man Häuser nur mit maximal 2 Stockwerken bauen kann. Einen Keller gibt es nicht, so müssen die Heffernans bei mir eben leider ohne Arthur leben.  

Grafisch ist das Spiel schlicht. Eine isometrische Ansicht, die man in 4 Richtungen drehen kann und 2 Zoomstufen werden geboten. Für das Jahr 2000 war die Grafik noch in Ordnung. Aber mehr eben nicht.
Dafür sind die Animationen erstklassig. Die Sims springen rum, fuchteln mit den Armen und gestikulieren bei Gesprächen ganz wild mit.
Die Musik ist in Ordnung, man kann für die Radios auch eigene Songs verwenden. Die Soundeffekte sind größtenteils realistisch.
Die Sprachausgabe ist etwas ganz eigenes. Die Sims sprechen Simlish, eine Fantasiesprache die kaum beschreibbar ist und irgendwo zwischen besoffenem Gebrabbel und klingonisch liegt.

EA hat schnell erkannt, dass Maxis hier ein Spiel mit Potential veröffentlicht hat und so brach eine Welle der Add-Ons über die Spieler herein. Insgesamt 7 offizielle sind erschienen. Sie brachten neue Gegenstände, Funktionen, Nachbarschaften, Haustiere, Magie und anderen Kram in das Spiel ein. Ob man alle braucht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Die ersten beiden sind aus meiner Sicht die besten. Livin’ Large und House Party bringen viele Gegenstände mit sich. Unleashed bringt Haustiere mit sich, nett aber unbrauchbar. Hot Date, Vacation, Superstar und Makin’ Magic bringen neue Orte mit sich. Musik- und Filmstudios, Restaurants, Einkaufszentren und das Urlaubsparadies sind nette Features.
Das meistverkaufte PC Spiel hat natürlich auch eine riesige Community. Diese hat tausende Skins, Häuser und Objekte bis hin zu aufeinander abgestimmte Einrichtungssets erstellt.
Und man muss ganz klar sagen, am meisten macht das Spiel Spaß wenn man in der Nachbarstadt keine No-Names sondern Berühmtheiten hat. Wenn Alice Cooper der Nachbar von Slash ist, der sich mit Axl Rose von der anderen Straßenseite verkracht hat und Tim Taylor das Wohnzimmer anzündet, weil er den Kamin nicht bedienen kann, ist das einfach witziger.  

Die Sims ist mit Sicherheit kein Spiel für jeden. Steht man auf Ego-Shooter und braucht Action, ist man schnell gelangweilt. Auch ich bleibe nie lang im Leben von nur einem Sim. Mir macht es den größten Spaß, Häuser zu bauen und eben solche Nachbarschaften wie oben beschrieben zu erstellen und dann überall mal reinzuschauen. Trotzdem halte ich die Sims für ein außergewöhnlich interessantes Spiel mit tollem Konzept, das dem Spieler kaum Grenzen aufzwingt. Dann aber am besten mit ein paar der Add-Ons und runter geladenen Sachen, denn im Originalspiel ist einfach auf Dauer etwas zu wenig Abwechslung drin.

Publisher: Electronic Arts
Developer: Maxis
Erscheinungsjahr: 2000
Erschienen für: PC, Mac, Playstation 2, XBox, Gamecube
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Leicht-Mittel

ImageImage

Grafik7/10  Spielspass
Sound8/10
7,5/10
Gameplay 8/10

Im Forum kommentieren
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page