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War on Terror PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
07.06.2008

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Wir müssen die Erinnerung bewahren. Wir sollten niemals vergessen.
Damit unsere Kinder aus unseren Fehlern lernen, muss die Wahrheit enthüllt werden...

So beginnen die Aufzeichnungen der Journalisten, die in diesem Spiel als Erzählerin fungiert. Das Intro ist ohne Zweifel sehr stimmungsvoll und spannend, es zieht einen sofort in das Geschehen und man ist mittendrin. Eine zu Anfang noch unbekannte Terrorgruppe ist Drahtzieher verschiedener Anschläge. Ein Krieg gegen die Truppen der World Forces (WOFOR), eine Bombe in LA. Die Terroristen verschanzen sich im Irak und da beginnt auch das Spiel. Mit einer vorgegebenen Anzahl an Soldaten, Panzern und sonstigen Fahrzeugen gilt es nun, diese ausfindig zu machen.

Die Einheiten sind vielfältig und auch vielseitig. Die meisten Fahrzeuge haben besondere Funktionen, so können sie kurzzeitig schneller fahren oder Rauchbomben zünden. Ebenso verhält es sich bei den Truppen, Sanitäter können Injektionen spritzen und so die Kampfeigenschaften temporär verbessern. Sie können Soldaten heilen, andere können Minen auslegen oder Scharfschützen haben die Möglichkeit direkt die Motoren von gegnerischen Fahrzeugen auszuschalten. In Missionen verfügbare Helden haben besondere Eigenschaften und vom Panzer über Artillerie bis zum Hubschrauber ist eine große Anzahl an Gerätschaften dabei. In den Missionen kann man bestimmte Punkte einnehmen und von dort Nachschub ordern – vorausgesetzt, der Gegner hat in dem Gebiet keine Flugabwehr und schießt die ankommenden Transporthubschrauber ab.

Pro Mission gibt es eine Vielzahl an Aufträgen zu erfüllen. Da sind natürlich erstmal die Hauptziele, in denen man bestimmte Gebäude infiltrieren, Gegner festnehmen oder Landungspunkte einnehmen muss. Helden dürfen nicht sterben, sonst ist alles vorbei. Des weiteren sind da noch Bonusmissionen, in denen man z.B. bestimmte Eigenschaften eines Fahrzeuges einsetzt und zuletzt noch geheime Missionen, die man entdeckt oder eben nicht. Hier trifft man auf andere Helden oder man bekommt etwas, was bei erfüllen schon das eine oder andere Hauptziel erleichtern kann. Außerdem hat das Schaffen bestimmter Ziele natürlich Einfluss auf die Wertung nach der Mission und man bekommt noch Missionspunkte, die man in Truppen investieren kann, denn wie auch bei Panzers kann man hier vor dem Start auswählen, auf welche Einheiten man setzt. Kampferfahrene Fahrzeuge und Soldaten haben natürlich noch weitere Vorteile gegenüber völlig neuen Einheiten. Dies kann man manuell wählen – man kann aber natürlich auch einfach auf die Vorauswahl zurückgreifen. Je nach Wahl ändern sich natürlich die taktischen Möglichkeiten, doch im Spiel selbst heißt die Taktik meist eh Augen zu und drauf.

Spielerisch erinnert War on Terror vor allem an Codename Panzers: Phase One. Per Leertaste kann das Geschehen jederzeit pausiert werden um so in Ruhe Befehle zu erteilen. Basisbau gibt es nicht. Das Szenario ist hier nur endlich mal was anderes, Krieg gegen Terrorgruppen, reale, dank der guten Grafik sehr gelungene Schauplätze wie das Brandenburger Tor in Berlin, die Kathedrale von Canterbury oder Paris. Wenn man nahe heranzoomt erkennt man die detaillierte Grafik, was leider teilweise auf die Performance geht. Bei einem PC am Rande der Systemvoraussetzungen muss man da von Mission zu Mission schon mal an den Einstellungen herumspielen.

Eigentlich ist War on Terror ein Spiel ganz nach meinem Geschmack. Die Story ist zwar nicht so originell, dafür aber eben auch nicht so ausgelutscht wie WWII – Szenarien. Besonders gefällt mir die Erzählweise. Durch diese Journalistin wirken Passagen zwischen den Missionen sehr episch, hier hat man gut daran getan, gute, glaubhafte Synchronsprecher zu nehmen. Generell können Musik und Soundeffekte überzeugen.

Insgesamt gibt es 3 Kampagnen, in der ersten geht es um den Kampf gegen den Terrorismus. Hier befehligt man die WOFOR – Truppen, die vor allem auf schwere Geräte setzt: Panzer, Fahrzeuge. In der zweiten Kampagne wechselt das Geschehen in die Sicht der Terrorgruppe. Der Orden nennt sich diese und baut vor allem auf einzelne Soldaten. Hier entführt man Präsidenten und errichtet Straßensperren, man kann alle Fahrzeuge die am Rand stehen benutzen, vom Bagger bis zum Reisebus. Als letztes übernimmt man die Chinesen und hilft ihnen im Kampf gegen den Erzfeind Nordkorea, der mit Krieg droht.

Wie gesagt, eigentlich ist War on Terror ein Spiel für mich. Aber damit man aus Fehlern lernen kann, muss die Wahrheit enthüllt werden...

Und diese Wahrheit ist, dass leider eine Vielzahl von Dingen an War on Terror stören. Vor allem auch das Gefühl, dass hier ein Spiel veröffentlicht wurde, dem einige Monate Entwicklung noch gut getan hätten. Dann wäre es vielleicht der ganz große Hit geworden. So scheitert es schon am großen Vorbild Panzers. War die Wegfindung dort schon nicht gerade eine Stärke, ist sie hier, bei War on Terror, eine Katastrophe. Fahrten durch freie Wüste scheinen begrenzt zu sein, Fahrzeuge verkeilen sich, hindern sich gegenseitig am schießen, obwohl da nur freie Fläche ist und warten manchmal – wie auch in Städten -  nur darauf, abgeschossen zu werden. Die KI greift durch geskriptete Sequenzen immer wieder an den selben Stellen an anstatt nach Schwachpunkten zu suchen, auch diese kann nicht überzeugen.

Doch die Probleme fangen eigentlich schon im Menü an. Die Auswahl der Kampagne ist bereits recht umständlich. Erwischt man dann noch nach Auswahl einer Kampagnenmission den Button „Szenario spielen“ statt „Kampagne starten“, kann man die Mission gleich noch mal neu anfangen, da sie nicht für die Kampagne zählt und man trotz geschaffter Ziele den nächsten Auftrag nicht wählen kann. Zumindest ein Warnfenster hätte man da bringen können, obwohl diese Funktion da eigentlich ohnehin überflüssig bzw. völlig deplatziert ist – man ist doch schließlich im Kampagnenmenü!

Truppen werden nach verkeilen ausgelöscht, Performanceprobleme. Dazu kommen Bugs, wie Fahrzeuge, die man reparieren aber nicht steuern kann oder tote Einheiten, die man heilen kann. Aber ebenfalls nicht mehr benutzen...
 
Selten habe ich so ein klobiges, hässliches Interface gesehen, das fast den ganzen Bildschirm verdeckt. Zwar kann man das fensterweise ausblenden, was nützt das, wenn man die meisten doch ständig braucht? Rechts oben werden die Ziele eingeblendet, diese stürmen meist so sehr auf einen ein, dass man kaum folgen kann. Vieles ist vom Zufall abhängig, ob man ein geheimes Ziel entdeckt oder nicht, manchmal sind Aufträge gescheitert bevor man sie entdeckt.

Im Getümmel geht trotz der Pausenfunktion jegliche Übersicht verloren. In der ersten Mission der Chinesen soll man z.B. eine Person festnehmen. Doch wie soll man das schaffen, wenn sie sich scheinbar deutlich schneller bewegt als die eigenen Truppen und diese noch recht weit entfernt sind? Ähnlich war es mit dem Präsidenten in der ersten Mission des Ordens. Auch wenn ich ihn quasi umstellt hatte, gelang es ihm zu flüchten, weil die Soldaten ja lieber irgendeinen anderen Gegner bekämpft haben und ganz wo anders hingelaufen sind.

Das Speichern von Spielständen dauert sehr lange, bestimmte Hotspots verschwinden nicht immer nach auslösen. So heißt es an der einen Stelle wieder und wieder, dass da gleich ein Auto explodiert.

Im Vergleich mit Panzers ist War on Terror nur bei der Wahl des Szenarios interessanter (was aber natürlich Geschmackssache ist) und die Erzählweise finde ich sehr gelungen. In allen Punkten, die das Spiel selbst betreffen, ist es chancenlos. Missionsdesign, Wegfindung, KI. Dosierte Aufträge wie bei Panzers möchte ich, keinen sinnlosen Bonusmissionenoverkill wie hier.

Gerade bei den Entwicklern, Monte Christo und Digital Reality, wundern mich diese elementaren Mängel schon. Monte Christo hat vieles doch bereits bei Afrika Korps vs. Desert Rats oder D-day besser hinbekommen, und auch Digital Reality ist nicht unerfahren, was RTS angeht, so stammt von ihnen ja das ordentliche Haegemonia. Erklärung dafür kann also eigentlich nur der Zeitmangel sein, schade auch, dass die bisherigen Patches bei vielen Problemen keine wirkliche Abhilfe schaffen.

Bleibt noch was zum Schwierigkeitsgrad zu sagen und ein Fazit. Auf normal finde ich War on Terror ziemlich leicht. Wenn, ja wenn sich die eigenen Truppen nicht gerade selbst schlagen oder man an einer extrem unfairen Stelle scheitert, weil die Soldaten lieber rumstehen anstatt während einer Vielzahl aufpoppender Bonusmissionen auf den Präsidenten zu achten...

Gerade wenn man in großen Momenten erahnt, wie gut War on Terror sein könnte, ist die Enttäuschung über die Vielzahl an größeren und kleineren Schwächen schon sehr groß. Es hätte ein gutes Spiel werden können, vielleicht ein sehr gutes. So versinkt die Lust leider recht schnell im Niemandsland des Frustes...

Publisher: Deep Silver
Developer: Monte Christo / Digital Reality
Erscheinungsjahr: 2006
Erschienen für: PC
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: wählbar und trotzdem schwankend (von leicht bis unfair)

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Grafik4,5/10  Spielspass
Sound8,5/10
7,5/10
Gameplay 4/10
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