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Auch die Wolfensteinreihe hat mittlerweile einige Jahre auf dem Buckel und bereits zum fünften Mal darf sich William B.J. Blazkowicz in diesem Sequel zu Return to Castle Wolfenstein in den Kampf gegen die Nazis stürzen. Während id selbst noch fleißig an ihrem neuen Spiel Rage bastelt, hat der langjährige Partner von id, Raven, dieses Wolfenstein gebastelt, während der Vorgänger noch von Gray Matter stammte. Wenig Neues gibt es bei der Handlung. Im zweiten Weltkrieg sind die Nazis immer noch nicht nur mit Krieg und Zerstörung beschäftigt, sondern auch mit okkulten Spielereien. Im Intro sehen wir Blazkowicz auf dem Kriegsschiff Tirpitz ein paar Nazis abschlachten, als er in den Besitz eines Medaillons kommt, das magische Kräfte hat, durch diese überlebt er einen Angriff der verbleibenden Feinde und kann sich in Sicherheit bringen. Blazkowicz ist an dem Medaillon interessiert und findet heraus das es nur mit bestimmten Kristallen funktioniert, die man in einer Stadt namens Isenstadt findet. Das sich die Nazis dort aufhalten und ebenfalls diese geheimnisvollen Mächte erforschen ist klar. Es wird also wieder schön trashig mit Okkultismus, Übersoldaten und Monstern aus einer anderen Dimension. Da ist es fast schon verwunderlich, das nicht auch Reichsflugscheiben über Isenstadt hinweg fliegen, aber dafür gibt es immerhin Nazis mit Jetpacks. Die deutsche Version des Spiels ist wieder mal stark zensiert. Neben Schadenstexturen und Blut wurden auch abtrennbare Körperteile entfernt und die Handlung ist mal wieder anders. Auch die Nazis findet man nicht mehr sondern den altbekannten Clan der Wölfe. Man kommt also in Isenstadt an und das Spiel startet schon fast wie ein normaler 2. Weltkriegsshooter. Der Kampf am Bahnhof könnte so auch etwa in einem alten Call of Duty Teil sein. Schnell ändert es sich aber, als ein Zug gesprengt wird, der merkwürdig leuchtet und die Gravitation außer Kraft setzt. Herumfliegende, kreischende Nazis die wild um sich ballern sind witzig. Hat man sich durch den Bahnhof gekämpft, landet man in der Stadt und trifft auf die Verbündeten des Kreisau Circle. Das sind die typischen Untergrundkämpfer, die Unterstützung von Golden Dawn, die ebenso wie die Nazis die Vorgänge entschlüsseln wollen. Von ihnen bekommt man Aufträge. Wolfenstein ist nicht in Levels unterteilt sondern folgt dem nichtlinearen Weg. Man kann sich durch die Stadt kämpfen, dann nimmt man Missionen an die man frei wählen kann. Neben der Hauptstory, gibt es optional einige Missionen. So muss man in einer Türme vernichten oder sich durch das Nazihauptquartier kämpfen. Auch in der Hauptstory geht es sehr abwechslungsreich zu bei den Schauplätzen: Krankenhaus, Untergrundbasis, riesiger Zeppelin und eine alte Burg darf natürlich auch nicht fehlen. Zwar ist man die meiste Zeit als Einzelkämpfer unterwegs, ab und zu gibt es aber doch Widerstandskämpfer die ein wenig Unterstützung bieten, bis sie dann am Ende doch ins Gras beißen. Nicht nur geht es darum, möglichst viele Feinde über den Haufen zu schießen sondern es gibt auch überall verstecktes Gold und Informationsmaterial, das man einsammeln kann. Das Informationsmaterial verleiht der Handlung etwas mehr Tiefe, klärt über Charaktere auf oder manchmal sind es nur Blaupausen für Waffen. Man wird in jedem Fall belohnt, wenn man nicht in Rekordzeit durch das Spiel rennt und dann jammert, dass es schnell vorbei wäre. Das Gold ist in jedem Fall wichtig, denn damit kann man bei Händlern nicht nur Munition kaufen sondern auch die Waffen aufwerten und verbessern. So kann man dafür sorgen, dass der Panzerschreck Raketenwerfer nicht nur eine Rakete sondern mehrere auf einmal hält. Auch die Treffsicherheit der Waffen kann erhöht werden oder man vergrößert den Sprengradius der Handgranaten. Neun Hauptwaffen gibt es insgesamt: MP40 und MP43, die Sniperwaffe K98, ein schicker Flammenwerfer, die Handgranaten und fiktives Spielzeug wie die Tesla Gun, die Particle Gun und die Leichenfaust. Letztere hat den wunderlichen verdient, lösen sich getroffene Feinde damit sofort bis auf ihre Knochen (die dann in der Gegend rumfliegen) auf. Aber man kann auch jederzeit stationäre Geschütze übernehmen, wie die Flaks und wenn mal ein Hammer oder eine Axt rumliegt, kann man die aufnehmen. Keine richtige Waffe aber verdammt hilfreich ist das Veil, durch das man verschiedene Kräfte bekommt. Man kann die Zeit verlangsamen, kann dafür sorgen, dass die Waffen stärker werden oder sich von einem Schutzschild umgeben. Hat man dieses dann beispielsweise aufgerüstet, reflektiert es feindliche Schüsse auf jene zurück die sie abgaben. Das beste Feature ist allerdings die alternative Sicht. Dann leuchtet alles Grün, man sieht Schwachpunkte stärkerer Feinde aber auch versteckte Leitern und Wege durch Wände. Teilweise ist das erforderlich, um überhaupt im Spiel weiterzukommen, manchmal findet man so aber auch nur Geheimräume mit noch mehr Gold. Da sich das Veil natürlich durch die Verwendung der Mächte entlädt, muss man sich immer zu Ladestationen begeben. Das können Fässer sein oder Stellen im Boden. Bei den Feinden war man auch kreativ. Neben den normalen Nazisoldaten gibt es untote Nazisoldaten, die Veil Troopers, Flammenwerfersoldaten, die Scribes die nicht nur sehr schnell sind sondern auch sich und verbündete mit einem Schutzschild umgeben, die weiblichen Elite Guards und die Veil Assassins, die sich unsichtbar machen können. Dazu dann natürlich noch einige Zwischenbosse wie ein großes Monster, General Zetta und der aus Wolfenstein 3D bekannte Hans Grosse. Gerade bei den Endgegnern ließ man sich einiges einfallen. So kann man sich bei dem mutierten Monster im Krankenhaus die Munition fast gänzlich sparen, in dem man das Monster immer wieder so anlockt, das er blindlings gegen Säulen rennt. Die künstliche Intelligenz ist ganz in Ordnung, da die Feinde meist zumindest in Decken gehen und nicht blindlings auf den Spieler zulaufen. Sie werfen auch mal Granaten oder ziehen sich zurück. Einzig die Naziwissenschaftler lassen sich praktisch freiwillig töten. Sehr lustig ist auch immer der Flammenwerfersoldat. Schießt man diesen an, gerät er außer Kontrolle und flambiert alles, auch eigene Verbündete. Schön ist auch, dass man viele Easter Eggs und Überraschungen für Spieler, welche die Vorgänger kennen, eingebaut haben. Nicht nur Hans Grosse ist zurück sondern auch Wilhelm „Deathshead“ Strasse. Im Nazihauptquartier schreien die Nazis wenn sie töten „Mein Leben“ und bei einigen Ladebildschirmen taucht die altbekannte „Get Psyched!“ Meldung auf. Propagandaposter und Warnhinweise in furchtbar krudem deutsch gibt es natürlich auch zu sehen. Ein Multiplayermodus fand auch den Weg ins Spiel, aber man merkt, dass dieser allerhöchstens eine untergeordnete Rolle spielte. Es ähnelt Enemy Terroritory mit verschiedenen Charakterklassen. Leider laggt das Ganze und wirklich Spaß macht das nicht. Grafisch sieht man dem Spiel an, dass es auf der alten IdTech4 Engine basiert (Doom 3 war der erste Titel mit dieser Engine). Zwar sind die Level alle toll designed und vor allem die Burg oder der Zeppelin sehen beeindruckend aus, aber die Texturen sind doch größtenteils eher verwaschen. Auch die Animationen sind mitunter etwas misslungen. Abseits davon sieht das Spiel auf der höchsten Detailsstufe aber immer noch recht in Ordnung aus. Sehr gut in Szene gesetzt sind auch die zahlreichen Zwischensequenzen, die beispielsweise zeigen, wie Blazkowicz an den Ort einer neuen Mission gelangt. Die Musik ist dagegen recht unspektakulär und schnell vergessen, aber sie wird sowieso von den wuchtigen Soundeffekten übertont. Die Waffen klingen alle gut, am spektakulärsten und lautesten war ein Panzer der seine Schüsse abgab. Bei der Sprachausgabe finde ich es schon fast schade, dass man die Nazis nicht einfach komplett deutsch sprechen ließ. So reden sie englisch, wobei sie alle wie Arnold Schwarzenegger („Get tu da Choppah“) klingen was auch sehr lustig ist. Einige deutsche Phrasen fanden dann aber doch den Weg ins Spiel. Wolfenstein erfindet das Rad nicht neu, ist auch nicht modern, sondern eher ein First Person Shooter ganz klassischer Machart, dem man lediglich ein halbgares Open World Prinzip aufgedrückt hat. Mir hat das gut gefallen, außer einiger Schaltergeschichten gibt es keine Rätsel, Pazifismus sucht man zum Glück auch vergeblich und so gibt es Action bis die Maus zerfällt. Wer klassische Shooter mag oder die Vorgänger mochte, wird mit Wolfenstein also glücklich, auch wenn die Spielzeit etwas kurz geraten ist. Publisher: Activision Developer: Raven Software Erscheinungsjahr: 2009 Erschienen für: PC, Xbox 360, Playstation 3 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar 
| Grafik | 7,5/10 | | Spielspass | | Sound | 7,5/10 | 8/10 | | Gameplay | 8/10 | | Multiplayer | 5,5/10 |
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