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WWF European Rampage Tour PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
08.07.2006

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Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie sich mein Bruder irgendwann 1993 dieses Spiel kaufte. Zur damaligen Zeit, war in Europa der ganz große Wrestlingboom. Die WWF absolvierte 1992 ihre ersten Shows in Deutschland, unter dem Titel European Rampage (Again) Tour und angesagt war alles, was mit Wrestling zu tun hatte. Selbst Eurosport übertrug damals New Japan Wrestling.

Dass der Publisher Ocean ist, hätte eigentlich Warnung genug sein sollen, denn dieser hatte seinen schlechten Ruf zu Recht, gerade was die Lizenzprodukte anging. Aber egal, Bret Hart und der Ultimate Warrior sind auf dem Cover, das reicht als Kaufgrund. 2 Disketten wollen installiert werden und ich kann schon verraten, dass die Installation fast länger als das Spiel dauert.

Startet man das Spiel, hat man im Menü die Möglichkeit zwischen 1 Spieler und 2 Spieler Modus und einem sinnlosen Übungsmodus. Gering ist die Auswahl auch bei den Matcharten: Es gibt nur Tag-Team Kämpfe. Es gibt auch keine Einzelmatches, sondern eben lediglich die Tour. Das Team muss man sich aus 4 Wrestlern aussuchen. Ja es gibt nur 4: Hulk Hogan, Ultimate Warrior, Bret Hart und den Macho Man. Alles nicht gerade Tag-Team Kämpfer, wenn man wenigstens Jim Neidhart dabei hätte, könnte man die Hart Foundation bilden. Aber so kann man eigentlich nur 3 eins realexistierende Teams nachbilden: Die Mega-Powers (Hulk Hogan und Randy Savage), die Ultimate Maniacs (Ultimate Warrior & Randy Savage) sowie Hulk Hogan und Ultimate Warrior. Klasse! Hat man seine 2 Wrestler beisamen, wobei sich alle 4 in absolut keinster Weise unterscheiden, geht es los.
Nach einer Einführung von Sean Mooney, trifft man in London auf den ersten Gegner in Form der Nasty Boys. Peinlich ist hierbei, dass die Entwickler, sowohl die Namen vertauscht haben, als auch Jerry Saggs falsch geschrieben haben. Gab es niemanden für eine Fehlerkorrektur?
Hat man diese besiegt, geht es gegen die Natural Disasters und als letztes kommt Money Inc.
Dann geht es nach Paris. Neue Gegner? Fehlanzeige, obwohl es zu jener Zeit viele andere Teams wie die Beverly Brothers, die Headshrinkers usw. gegeben hat, kommen wieder die Nasty Boys, dann die Money Inc. und die Natural Disasters. Es geht nach München. Übrigens ist es immer die gleiche Halle, lediglich die 3 Banner die darin hängen, sehen anders aus. Ihr kennt den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“? Gut, so wie Phil im Film fühlt man sich bei diesem Spiel, denn es kommen schon wieder die Nasty Boys, die Money Inc. und dann Natural Disasters. Spannende Sache nicht wahr?

Aber dann hat man die Katastrophe namens European Rampage Tour endlich überstanden und es geht nach New York, in den Madison Square Garden, der natürlich genauso aussieht die drei Hallen zuvor. Als Gegner geben sich  die Road Warriors aka Legion of Doom die Ehre. Hat man die besiegt, hat man die Tag-Team Championship gewonnen und das Spiel endet mit einem öden Standbild nach ungefähr 30 Minuten.

Genauso enttäuschend wie das Spiel an sich ist die Grafik. Das hübscheste sind noch die Wrestlerportraits die im Intro eingeblendet werden. Die Arenen sind undetalliert, die Wrestler extrem klein und pixelig und die Animationen extrem peinlich.
Musik gibt es nur im Titelbildschirm und in den Zwischensequenzen, wenn Sean Money die nächsten Gegner ankündigt. Die Soundeffekte sind minimal. Schlag- und Trittgeräusche der dünnen Sorte, das war es auch schon. Vom Publikum hört man überhaupt nichts.

Die Steuerung ist katastrophal. Mit der Tastatur steuert man seinen Wrestler mit den Tasten Q,A,O,P und geschlagen wird mit Space. Wrestlingmoves? Es gibt 2 Arten von Gorilla Press Slam sowie einen Gutbuster, einen Elbow Drop, Schläge, Tritte, Dropkick, Splash und man kann durch den Ring rollen. Ich habe noch nie gesehen, das ein Wrestler seinen Gegner durch rumrollen attackiert. Aber tatsächlich ist dies der effektivste Move (und gleichzeitig reinigt man den Ringboden). Man hat nicht mal die Finishing Moves der Wrestler eingebaut und so rollt man sich ständig über den Gegner, bis dessen Energieanzeige leer ist und man ihn pinnen kann. Vorher sollte man nicht pinnen, weil der Gegner immer bei 2 rauskommt und dies dazu führt, dass der eigene Kämpfer durch den Ring kugelt und meist aus selbigem rausfliegt.
Die KI der Gegner ist ein schlechter Witz. Sie rennen konfus in der Gegend herum, versuchen mal einen Lariat oder ein paar Schläge, aber wirklich gefährlich sind sie nicht. Der Schwierigkeitsgrad ändert sich nicht, auch beim dritten Aufeinandertreffen sind die Nasty Boys noch so blöd wie beim ersten Mal.

WWF European Rampage ist Bullshit. Typischer Ocean Bullshit, also hat es zumindest die „Erwartungen“ erfüllt. Bedenkt man das knapp 1 Jahr später das sehr viel bessere WWF Royal Rumble auf dem Mega Drive/SNES erschien, kann man über dieses „Spiel“ hier nur lachen. Selbst härteste Wrestlingfans sollten um diesen Softwaremüll einen ganz großen Bogen machen, denn auch wenn das Spiel nur 30 Minuten dauert, ist es eine Qual.

Publisher: Ocean
Developer: Arc Development
Erscheinungsjahr: 1992
Erschienen für: PC, Amiga, C64
Anzahl Spieler: 1-2
Schwierigkeitsgrad: Sehr leicht

 

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Grafik3/10  Spielspass
Sound2/10
1,5/10
Gameplay 1,5/10

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Letzte Aktualisierung ( 10.05.2011 )
 
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