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XIII PDF Drucken
Geschrieben von Minsc   
02.11.2007

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Eine Comicvorlage wird zum Shooter: Verschwörung, Cel Shading, Tatata. Das wäre die Kurzzusammenfassung in Schlagworten. Dazu wurde das Spiel mit guten Wertungen überschüttet, trotzdem verkaufte es sich nicht wirklich gut. Die Käufer wollen eben immer das selbe spielen, Abweichungen davon bleiben in den Regalen liegen. Wie Blei, die Welt ist manchmal so einfach.
Aber manchmal vielleicht auch doch nicht, denn Verkaufszahlen lügen nicht immer. Tata.

Der zunächst erinnerungs- und namenlose Held, Agent XIII zumindest seine Bezeichnung, schleppt sich verletzt an den Strand und wird von einer Frau aufgelesen, die so eben bei Baywatch aus dem Casting geflogen ist. Nach einer kurzen Rückblende auf eine Yacht, erwacht man in einem Haus am Strand, die Frau spricht mit jemandem, wird erschossen, man selbst springt so schnell wie möglich auf, schnappt sich Waffen und rettet seine Haut. Scheinbar heißt man Rowland, der Weg führt zur Winslow-Bank, man erinnert sich an nichts, bis auf das, was in sehr stimmigen und mysteriösen Rückblenden präsentiert wird. Immer wieder gibt es kurze Überblendungen, Zwischenspiele zwischen den Leveln, die an Serien wie 24 erinnern. Überhaupt ist das grafisch alles sehr stimmungsvoll, die Musik ist gut dem Spiel angepasst, die Synchronisation kann überzeugen (außer Agent XIII selbst finde ich irgendwie unpassend, der spricht, als würde er alles Elend der Welt mit sich herumschleppen, allein sein ewiges Schnaufen). Ach ja, der Präsident fiel auch noch einem Attentat zum Opfer – letztlich ging damit ja die ganze Misere los.

Mal nimmt man eine Geisel, um sich zu retten, dann schleicht man in ein Militärcamp, dann muss man ein Flugzeug finden und schleicht zu einem U-Boot, durch ein U-Boot, dann rettet man sich durch einen Torpedoschacht, schaltet als Zwischengegner ab und an andere Agenten aus, bekommt wieder einen Häppchen der Geschichte und die eigene Identität ist dann doch recht früh klar. Danach geht es also die fiesen SPADS ausfindig machen, in ein Hotel schleichen, Leute abhören, in ein Kloster schleichen, sich umschauen, in ein anderes Lager schleichen...

Und irgendwann reicht es dann einfach. XIII macht immer dann viel Spaß, wenn man nicht schleichen muss, mal ein Schleichlevel, ok, aber das ist mir zu viel. Ist ja nicht Splinter Cel(l) Shading- ein mieses Wortspiel wird erlaubt sein. Dazu kommt, das selbst nach Patch völlig misslungene Checkpointsystem, denn warum muss und kann ich nur am letzten Checkpoint speichern, obwohl ich aber jederzeit abspeichern kann? Das ist nervig, weil man nämlich Zwischensequenzen nicht abbrechen kann und diese im Zweifel wieder und wieder sieht.

Außerdem kommt die Story eben mehr verwirrend und konstruiert daher, als wirklich gut durchdacht, letztlich wirkt nur die Grafik wie aus einem Guss, es spielt sich alles abgehackt und auch unoriginell – gerade auch, wenn ich mir das viel bessere No One lives forever dagegen ansehe. XIII ist also an sich ein Spiel, das man sich mal ansehen kann, wenn man sich für Agenten – oder Verschwörungsgeschichten begeistern kann. Aber man kann nicht behaupten, dass es zu Unrecht gefloppt ist, denn wenn ich Verwirrung will, schaue ich Lost Highway, wenn ich Agentenspiele will, ziehe ich NOLF vor.

Hinter der originellen Idee steht also doch ein eher gewöhnliches Spiel, bei dem viele Chancen verschenkt wurden. Sehr schade, denn recht viele Waffen und die ordentliche Spiellänge hätten Raum geboten, ein wirklich gutes Spiel zu inszenieren. Aber Checkpoints, nicht abbrechbare Zwischensequenzen und manchmal dazu noch Zeitlimits hätten absolut nicht sein müssen.
Trotz allem: Gerade die erste Hälfte des Spiels kann durchaus überzeugen und ist sehr spannend. Außerdem verfügt das Spiel noch über einen recht umfangreichen Multiplayer Modus mit 14 Maps und originell klingenden Modi wie Sabotage oder klassischen wie Death Match.  

Publisher: Ubisoft
Developer: Ubisoft
Erscheinungsjahr: 2003
Erschienen für: PC, GameCube, Xbox, Playstation 2
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: von leicht bis nervig

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Grafik7,5/10  Spielspass
Sound8/10
6,5/10
Gameplay 8/10
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