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First Person Shooter auf Konsolen sind immer so eine Sache. An sich können das ja richtig nette Spiele sein, aber die Steuerung per Gamepad ist einfach grässlich. Gespielt hab ich trotzdem so einige, das fing mit frühen Versuchen wie Corporation oder Terminator 2 Arcade Game auf dem Mega Drive an, ging über Golden Eye und das geniale Perfect Dark weiter. Perfect Dark war ein Spiel, bei dem ich mir wirklich eine PC Konvertierung gewünscht hätte. Solche Spiele sind mit Maus und Tastatur einfach viel besser zu spielen. Nun sind wir also bei Black. Entwickelt wurde das Spiel von Criterion, die bislang eigentlich nur durch die Burnout Reihe auf sich aufmerksam machten (und seit Criterion zu EA gehört, gab's brav jedes Jahr ein Update…) Lässt man das Spiel eine Weile im Optionsmenü stehen, folgt eine Art Bildschirmschoner, der direkt klar macht, worum es hier geht: Waffen. Die Schießprügel stehen eindeutig im Vordergrund, bei keinem Shooter zuvor oder danach wurden Nachladeszenen so gekonnt in Szene gesetzt. Der Hintergrund wird unscharf, der Fokus liegt auf der Waffe und das Nachladen ist schon fast eine Zelebrierung. Worum geht es? Das ist schwer zu sagen, das ultradünne Handbuch (lässt man Umschlag und Copyright weg, sind es gerade mal 7 Seiten) schweigt sich gekonnt darüber aus. Die Schachtel spricht auch nur davon, dass man die "diejenigen zur Strecke bringen soll, die nicht aufzuhalten sind". Da bot sogar jede A-Team Folge mehr Inhalt. Das Intro bietet schon mehr. Man spielt Jack Kellar (Jack ist auch so ein Standardname…) und man gehört zur CIA, genauer gesagt ist man ein Black Ops. In Russland gab es einige Probleme. Was genau, wird während der Missionen erzählt, alles findet in einem Flashback statt und man darf diverse Missionen nachspielen. Das ist zumindest halbwegs interessant. Die Zwischensequenzen werden mit einer Mischung aus schnell geschnittener Realszenen und Spielszenen präsentiert und so recht gut in Szene gesetzt. Vor dem Spielstart darf man noch den Schwierigkeitsgrad wählen. Von Easy bis Black Ops sorgt der nicht nur dafür, dass man auf mehr oder weniger Gegner trifft, sondern man findet auch mehr Medipacks und Munition. Ebenfalls muss man in den höheren Schwierigkeitsgraden nicht nur die Hauptmission erfüllen, sondern auch Nebenaufgaben. Die Hauptaufgabe ist mehr oder weniger einfach das überleben. Nebenaufgaben umfassen das Finden von Waffen oder das "Blackmailing" und finden von Intel. Da das Spiel recht linear ist, hat man aber keine großen Probleme, diese Nebenmissionen zu bewältigen. Meist recht es, ein wenig abseits des Hauptweges zu gehen und schon findet man alles, was man braucht. Kämpft man sich am Anfang noch durch eine Stadt, samt derer Gebäude, ist man später hauptsächlich in dunklen Wäldern und Höhlen unterwegs und muss sich durch gut bewachte Stützpunkte kämpfen. In einer späteren Mission darf man dann auch beispielsweise einen Bauernhof von bösen Feinden kämpfen. Über Funk wird Verstärkung angekündigt, aber da wir uns in einem FPS befinden, trifft diese natürlich nie ein. Stattdessen rückt der Feind in großer Zahl an und nun heißt es, das Gebiet in bester Rambo Manier zu verteidigen. Schade, dass auch in diesem Spiel mal wieder alle Klischees bestätigt werden. Anfangs hat man tatsächlich ein paar KI Kollegen dabei, später nicht mehr. Gerade bei einer CIA Mission, ist das doch etwas unrealistisch. Wie eingangs erwähnt, mag ich FPS auf Konsolen wegen der Steuerung nicht wirklich und Black macht da leider keine Ausnahme. Gesteuert wird per linkem Analogstick, mit dem rechten wird das Fadenkreuz bewegt und das digitale Steuerkreuz übernimmt von Waffenwechsel bis Medipack einige Funktionen. Mit R1 wird geschossen. L2 dient zum ducken, L1 ist eine Art Sniperfunktion und mit R2 wird man Granaten. Damit das Gamepad auch wirklich komplett belegt ist, dienen die vier Aktionstasten unterschiedlichen Funktionen wie nachladen oder einem Nahangriff mit der Waffe. Wo wir schon bei Waffen sind, hier will Black realistisch sein. In klassischen First Person Shootern trägt man meist einen ganzen Sack Waffen mit sich herum, in Black darf man nur eine Pistole und eine weitere Waffe sowie Granaten dabei haben. An der Auswahl wurde nicht gespart: Glock 19, Desert Eagle, MP5, MAC-10, AK-47, FN P90, Remington 870 oder RPG-7 finden sich hier wieder. Wobei gerade die MGs erstaunlich effektlos sind. Man muss fast ein halbes Magazin der AK-47 in einen Gegner feuern, bis dieser sich endlich mal dazu entschließt tot umzufallen. Zum Glück gibt es gerade bei den Stützpunkten viele Hilfsmittel wie Öltanks oder Laster, die man durch Beschuss zur Explosion überreden kann. Stehen Gegner in der Nähe sind sie schon bald Geschichte. Viele weitere Gegenstände wie Bäume und Holzkisten können zerstört werden. Da man Gebäude nicht durch die Tür betreten kann (warum auch immer…) muss man auch hier mit Granaten oder Explosionen für Löcher im Mauerwerk sorgen. Die Missionen sind absolut linear, die Missionen gar nicht zu verfehlen, aber trotzdem macht dass ganze Spaß, wenn man sich an die Steuerung gewöhnt hat. Die KI der Gegner ist insgesamt recht gut. Sie laufen vor Granaten davon, suchen Deckung und sind recht treffsicher, was das Spiel schon nicht so ganz einfach macht. Diese Herausforderung ist allerdings auch vonnöten, denn Black ist sehr schnell durchgespielt. Insgesamt bietet es gerade mal 8 Missionen und man ist in unter 10 Stunden durch das Spiel. Leider gibt es danach keinen wirklichen Grund, das Spiel noch mal zu starten. Auch auf einen Onlinemodus wurde verzichtet und so ist das Ganze eine eher kurze Angelegenheit. Wo wir schon bei der Kritik sind, muss auch das Speichersystem erwähnt werden. Man selbst darf nicht speichern, stattdessen wird nach jeder Mission gespeichert und es gibt Quicksaves nach bestimmten Checkpoints, wobei diese verschwinden sobald man die Playstation ausschaltet. Ist man also z.B. beim 3. Checkpoint der 3. Mission und muss das Spiel beenden, darf man beim nächsten Mal die komplette 3. Mission von Beginn an starten. Eine elegantere Lösung wäre hier wirklich angebracht gewesen, denn so toll sind die Level auch wieder nicht designed, dass man sie öfter spielen will. Alles vermeidbare Fehler, die aber direkt zeigen, dass der Publisher EA heißt. Man bekommt während dem Spiel ständig den Eindruck, EA hätte Criterion gezwungen, das Spiel zu einem bestimmten Termin zu veröffentlichen. Das zeigt sich vor allem auch an einigen Bugs. Waffen können durch eine Wand aufgenommen werden, kleinere Grafikfehler gibt es und ab und an bleibt man auch mal stecken. Passiert ist mir dies, vor allem vor Mauern bzw. an den Sandsäcken die vor kleinen Stützpunkten aufgetürmt sind. Man bleibt hängen und da man nicht springen kann, kommt man nicht mehr frei. Grafisch passt dagegen alles. Die Level sind schön abwechslungsreich designed, der Wald sieht nach Wald aus und die Stadt nach Stadt. Auch die Effekte sind gut in Szene gesetzt, vor allem die Explosionen sehen toll aus. Wie eingangs erwähnt, wurde aber eben der Hauptfokus auf die Waffen gelegt und die sehen einfach phänomenal aus. Zum Glück klingen sie auch verdammt gut. Die AK rattert recht böse klingend aus den Boxen. Glücklich ist der Spieler, der mehr als nur die Lautsprecher des Fernsehers zur Verfügung hat, denn Black bietet einfach geniale Soundeffekte und recht gute Sprachausgabe. Black hätte ein tolles Spiel werden können. Etwas mehr Entwicklungszeit und vielleicht auch mehr Erfahrung in dem Genre hätte Criterion gut getan, um all die Bugs und Ungereimtheiten auszubessern. So ist Black aber ein sehr kurzes Spiel, das vor allem mit dem Speichersystem nervt und allenfalls für Genrefreunde noch einen Blick wert ist. Alle anderen haben hoffentlich einen PC und können dort richtige First Person Shooter (samt Multi Player) genießen. Publisher: Electronic Arts Developer: Criterion Erscheinungsjahr: 2006 Erschienen für: PS2, Xbox Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 8/10 | 5,5/10 | | Gameplay | 6,5/10 |
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