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Fire Pro Wrestling Returns PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
21.09.2008

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Fire Pro Wrestling Returns ist die überraschende Rückkehr der langlebigsten Videospielereihe rund um das Thema Wrestling. 1989 erschien der erste Teil, der letzte sollte eigentlich das 2003 erschienene Fire Pro Wrestling Z auf der Playstation 2 sein. Aber Entwickler Spike entschied sich dann doch dazu, einen weiteren aufzulegen. 2005 folgte FPWR in Japan und 2007 kam dann die überraschende Meldung, dass Agetec das Spiel in die USA bringt. Zuvor erschienen erst zwei der zahllosen Spiele außerhalb Japans, nämlich Fire Pro Wrestling 1 und 2 auf dem Game Boy Advance. 2008 sollte der Titel nach Europa kommen, aber aus irgendeinem Grund ist es nach wie vor nur in Italien erhältlich. Sicher herrscht in Italien nach wie vor ein großer Wrestlingboom und Ligen wie NEW erreichen die Zuschauerzahlen der WWE und haben es zuletzt sogar geschafft, den Ultimate Warrior aus dem Ruhestand zu zerren, aber zumindest Großbritannien und Deutschland hängen dem doch nicht so weit hinterher. Andererseits, muss man ja froh sein, endlich einen Teil dieser Reihe mit englischer Schrift zu bekommen. Nur das Handbuch ist auf Italienisch, allerdings kann man sich das englischsprachige Originalhandbuch als PDF von der Webseite Agetecs runterladen.

 Ein Feature mit dem Fire Pro seit jeher glänzen kann, ist die riesige Anzahl an Wrestlern, die zwar nie lizenziert waren, aber gute Kopien real existierender Stars darstellen. In Fire Pro Returns finden sich 327 Wrestler, der Großteil natürlich Japaner, nebst einigen Legenden und amerikanischen Kämpfern. Die Namen kann man problemlos editieren und es ist auch recht leicht, die Wrestler zu enttarnen. So heißt Vader einfach Saber oder Akira Maeda Akira Saeba. Neben den 327 Wrestlern werden auch 500 Slots bereitgestellt, um eigene Wrestler zu erstellen. Insgesamt also 827 Wrestler, man vergleiche das mal mit der WWE Smackdown Reihe, wo man heutzutage noch 50-60 Wrestler geliefert bekommt und 30 selbst erstellen darf…
Acht Hallen dienen als Austragungsorte, vom Tokyo Dome über eine große amerikanische Halle hin zur kleinen Trainingshalle im schicken Wellblechlook.

Die erste große Neuerung ist die Möglichkeit Logos, Ringe, Titel und Ringrichter zu erstellen. Logos kann man in einem eingebauten Malprogramm zeichnen oder, wenn man sich damit auskennt, einfach ein Savegame hacken, dort JPGs einbauen und schon hat man perfekt aussehende Ligalogos im Spiel. Diese Logos (leider darf man nur maximal 6 benutzen) dienen zur Gründung eigener Ligen. So darf man insgesamt 50 Organisationen erstellen. Von der WWE über New Japan, Noah, WCW usw. kann man seine Wrestler sortieren, so dass man nicht immer durch eine ellenlange Liste scrollen muss. Neben den Organisationen kann man noch 100 Fraktionen erstellen. So ist es möglich Heavyweights und Jr. Heavyweights der japanischen Ligen zu trennen oder WCW und nWo einzubauen.  Die Logos kann man dann für die Organisationen verwenden oder man macht sie auf die Matte des selbst erstellten Rings. 10 eigene Ringe können erstellt werden, neben unterschiedlich aussehenden Ringpolstern, kann man auch die Farbe der Ringseile, Ringpfosten, der Matte und der Ringschürzen umändern.
Eigene Championgürtel darf man auch erstellen, wobei hier die Möglichkeiten durch nur sehr wenige Vorlagen extrem beschränkt sind.
Das erstellen eines eigenen Ringrichters ist sehr interessant. Man kann das Aussehen selbst bestimmen (Sogar ein Bär ist möglich oder ein Ringrichtiger, der aussieht wie Skeletor) und dann legt man verschiedene Parameter fest. Wie schnell zählt der Ringrichter einen Pinfall? Wie schnell reagiert er auf von außen eingreifende Tag-Team Partner? Wie schnell bewegt er sich allgemein? Diese Parameter haben sehr starke Auswirkungen auf die Matches und sollten nicht unterschätzt werden.
Der Create a Wrestler Modus ist dagegen der reinste Overkill. Es gibt unzählige Kleidungsstücke die man verändern kann, sehr viele verschiedene Gesichter, darunter auch einige gekonnt übertriebene wie typische Mangaköpfe oder Aliens. Man kann eigentlich jeden real existierenden Wrestler ungefähr realistisch nachbauen.
Auch hier kann man durch zahllose Parameter festlegen, wie stark ein Wrestler ist, wie er auf Blut reagiert, wie viel Schaden er nehmen kann. In der CPU Logik hat man nun auch mehr Möglichkeiten, einzustellen wie sich die CPU verhalten soll. Soll sie aggressiv vorgehen oder vorsichtig? Eher darauf aus sein, den Gegner kaputt zu prügeln oder schon sehr früh auf den Pinfall drängen? Als letztes gibt es die Moves. Auch hier wurde geklotzt. Es finden sich nun 1649 verschiedene Wrestlingmoves im Spiel. Man findet alles, was es in der Realität gibt und einige extrem bizarre Dinge. Ich empfehle euch, einfach mal einen Wrestler mit dem Geschlecht „Male?“ festzulegen und diesem die beiden Moves „Buchan Roller“ und „Danshoku Nightmare“ zu geben. Das ist wohl die ultimative Demütigung für den Gegner.

Hat man dann die ersten paar Stunden mit dem erstellen verbracht oder sich diverse Savefiles aus der Community gezogen (Empfehlenswert ist hierbei Fireproclub.com), denn man kann natürlich zwischen Memory Card Logos und Wrestlern frei hin und hertauschen, geht es an das eigentliche Spiel.

Hier zeigt sich auch wieder deutlich, dass Fire Pro Wrestling Returns im Prinzip nur ein großer Editor mit Simulationsmöglichkeit ist, was man dann damit macht, ist der eigenen Fantasie überlassen. Leider gibt es im gegensatz zum Vorgänger keinen Storymodus mehr. Stattdessen hat man wieder die üblichen Optionen: Singles Match, Tag-Team Match, maximal 8 Wrestler im Ring. Ein Tag-Team Match kann auch ein Tornado Match sein oder das Singles Match ein Lumberjack. Man kann aber auch einfach mal den Manager eines Wrestlers spielen und den Ringrichter ablenken, eingreifen oder Waffen in den Ring werfen.
Was darf nicht fehlen? Klar, die Deathmatches. Barbed Wire Deathmatch (Stacheldraht mit C4 statt Ringseilen), wo in den Ecken entweder Barbed Wire Boards oder Lighttube Boards stehen. Ein Landmine Deathmatch, wo nach einer eingestellten Zeit der Ring explodiert und Minen außerhalb des Ringes sind und das Cage Deathmatch. Leider hat man den explodierenden Käfig gegen einen normalen ausgetauscht, aber man kann Waffen wie Kendo Sticks oder Barbed Wire Bats verwenden und vom Käfigrand auf den Gegner springen.  
Dazu gibt es noch die bereits bekannten SWA Rules Match, wo man den Gegner KO schlagen muss, es ähnelt somit ein wenig dem Last Man Standing Match, das S-1 Rules Match, wo alle Grapples verboten sind sowie das Gruesome Fighting im Octagon.
Dazu noch Battle Royale sowie ein Liga- und Turniermodus, in dem bis zu 64 Wrestler teilnehmen. In einem Team Modus erstellt man sich 5er Teams, die dann in Einzelmatches aufeinander treffen. Championgürtel kämpft man in einem separaten Modus aus.
Auch neu ist der Match Maker. Als erstes dachte ich, das wäre die Rückkehr des genialen Management of the Ring Modus aus Final Fire Pro Wrestling (GBA). Dort konnte man eine eigene Liga managen, die Kämpfe festlegen, nach neuen Wrestlern scouten, Verträge aushandeln usw. Leider ist es das nicht.
Im Match Maker wählt man sich eine Liga und kann dann einen oder 12 Events veranstalten, man hat eine bestimmte Geldvorgabe und muss versuchen tolle Events zu erstellen. Natürlich kostet jedes Match Geld, je nach Wrestler und Matchart.
Wobei man natürlich auf die jeweilige Liga achten sollte. Big Japan ist eine Deathmatch Liga, die Fans wollen blutige Kämpfe und kein Technikfest. Wogegen die Fans von Pro Wrestling Noah  genau das wollen und sich von Deathmatch abwenden. Die Matches kann man selbst spielen oder ansehen. Ein sehr interessantes Feature sind Special Events. Bei bestimmten Matchkonstelationen, die teilweise auch auf eine bestimmte Liga beschränkt sind, passiert etwas. So gibt es dann spezielle Nachrichten (z.B. „End of Dream“ wenn man Mitsuharu Misawa und Keiji Mutoh in ein Einzelmatch steckt) oder die Matches werden komplett geändert.  
Der große Nachteil ist, das man hier nur mit den 327 vorgegebenen Wrestlern und Ligen antreten darf. Selbst erstelltes ist nicht erlaubt. Das ist mehr als schade.

Am eigentlichen Gameplay hat sich zum Glück nichts verändert. Fire Pro Wrestling hasst Anfänger und macht ihnen das Leben schwer. Das Gameplay ist rein auf Timing ausgelegt, mit wildem Buttondrücken erreicht man nichts (Das macht nur Sinn wenn man gerade gepinnt wird oder in einem Test of Strength steckt), dafür muss man sehr taktisch vorgehen und tatsächlich ein richtiges Wrestlingmatch (Also nicht der WWE „Entertainment“blödsinn) auf  die Beine stellen. Ein paar Schläge und Tritte, schnelle Moves, dann etwas härtere Aktionen und erst am Ende die schweren Moves die riesigen Schaden anrichten. Finisher sollte man wirklich als Finisher verwenden. Ab und zu mal stehen bleiben und Luftholen ist auch hier wieder sehr wichtig.
Versteht man das System, hat man viel Spaß mit dem Spiel, denn es ist einfach unglaublich, was hier für Aktionen möglich sind. Reversals lassen sich ins unendliche fortsetzen und praktisch alle Moves können auf geniale Weise gekontert werden. So ließ ich ein Match zwischen MsChif und Sara del Rey laufen, am Ende gewann MsChif indem sie eine Hurancanrana in eine Boston Crab konterte und Del Rey darin aufgab. Es sah klasse aus.
Selbst das simulieren und ansehen macht hier ganz großen Spaß, zumal Matches mit mehreren Teilnehmern auch mal richtig epische Schlachten werden können.
In epische Länge gehen vor allem 8 Mann Matches. In einer Schlacht trafen die Vertreter von Ring of Honor und Chikara aufeinander, erst nach 80 (realen) Minuten fand sich schlussendlich ein Sieger. Davor gab es unzählige, spannende Near-Falls und Aktionen.

Es gibt einige neue Moves, vor allem der Post to Center Move ist sehr genial und wer nicht weiß, was das ist, denkt einfach an Shawn Michaels Finisher, die Sweet Chin Music. Der Gegner liegt benommen ungefähr in der Mitte des Rings. Shawn Michaels geht in eine Ringecke und startet dann seine Aktion wenn der Gegner gerade aufsteht.
Eine Rückkehr feiert auch das Post-Match. Hat man das Match gewonnen, darf man noch ca. eine Minute lang auf seinen Gegner einprügeln oder man feiert, aber das macht nicht so viel Spaß. Vor allem im Landmine Match ergeben sich dann einige neue Möglichkeiten, denn eigentlich darf man dort den Ring nicht verlassen. Nach dem Match aber ist es möglich, seinen Gegner raus auf die Minen zu werfen und dann mit einem Suicide Dive hinter her zu springen.

Leider hat Spike es abermals versäumt die Tasten des Playstationcontrollers zu nutzen. Im Match sind die hinteren L- und R-Tasten nicht benötigt. Ich hätte es schön gefunden, wenn man das Aufheben der Waffen auf R2 gelegt hätte. So liegt es nach wie vor auf der Rennentaste, was dazu führt das man eher rum rennt als die Waffe aufzuheben, was vor allem im Barb Wire Deathmatch geradezu tödlich ist.
Wo wir schon bei der Kritik sind: Mich stört es auch, dass man bei den Editiermodi nur so wenige Speicherplätze hat. Sechs Logos, 10 Ringe sowie 10 Ringrichter sind einfach viel zu wenig, vor allem mehr Logos wären toll gewesen. Ich hab 30 Ligen in meinem Spiel, kann aber nur 6 davon ein Logo geben…Schade.
Und der letzte Punkt: Die KI ist durchaus gut und man wird einige Zeit investieren, bis man gegen sie auch auf Stufe 10 gewinnt. Leider ist der neue Cage Modus allerdings völlig unbrauchbar im Einzelspielermodus. Hier hat die KI nämlich die nervige Angewohnheit, das kämpfen einzustellen, sobald man das erste Mal versucht, aus dem Käfig zu klettern. Meist wird man selbst heruntergeschüttelt. Die CPU versucht nun unentwegt selbst hinauf zu klettern, nach dem 3. oder 4. Mal kann man dann nicht mal mehr den Gegner vom Käfig schütteln und verliert.

Grafisch wird auf 2D gesetzt, die Grafik ist ein wenig überarbeitet worden. Die Wrestler sind nun etwas größer und die Animationen etwas flüssiger. Die Kämpfer sehen recht gut aus, man erkennt defintiv wen sie darstellen sollen. Auch die Explosionen in den Deathmatches sehen gut aus.
Bei der Musik gibt es das legendär schlechte Gedudel in den Menüs. Wieder finden sich einige Coverversionen bekannter Entrancethemes. Diese klingen teilweise richtig gut (Triple Hs Time to play the Game oder Hulk Hogans Real American), teilweise auch richtig mies (Survivors Eye of the Tiger (Hogans erstes Team) ist grausam)
Daneben gibt es die üblichen Schlag- und Aktionsgeräusche, ein Publikum das wieder sehr leise ist und nur bei großen Aktionen aufwacht. Immerhin klingt es je nach Halle unterschiedlich laut. Aber auch hier hätte man mal überarbeiten können und ein aufgeweckteres Publikum bringen können.

Fire Pro Wrestling Returns zu bewerten ist schwer. Es gibt einige Kritikpunkte, auf der anderen Seite macht das Spiel höllisch viel Spaß, vor allem im Multiplayer ist es (mit den richtigen Mitspielern) kaum zu überbieten. Von den Features, Möglichkeiten und dem anspruchsvollen Gameplay her, ist es ganz klar das beste Wrestlingspiel derzeit.
Aber das alles gilt eben nur für Spieler, welche die nötige Geduld zur Erlernung der Steuerung mitbringen und nicht gerade Grafikfetischisten sind.

Publisher: Spike/Agetec/505 Games
Developer: Spike/Agetec
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: Playstation 2
Anzahl Spieler: 1-8
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik7/10  Spielspass
Sound6,5/10
8,5/10
Gameplay 9,5/10
Multiplayer 10/10
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Letzte Aktualisierung ( 21.09.2008 )
 
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