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God of War II PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
22.02.2008

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Kratos ist zurück. Nachdem er Ares besiegt hat, wurde er selbst zum Kriegsgott und - wie Ares. Mit harter Brutalität trieb er seine Spartanertruppen voran um ganz Griechenland zu erobern. Das alles wohl nur, weil er, obwohl er ein Gott ist, nach wie vor von den Visionen geplagt wird. Er tötete seine Frau, sein Kind und verkaufte sich an Ares. Dass die Götter ihm diese Visionen nicht nahmen hat er ihnen bis heute nicht verziehen und so reagiert er eben typisch trotzig und schlachtet massenhaft Menschen ab. Die Götter sehen das gar nicht gern und vor allem Zeus ist schon mächtig böse. Also wenden sie sich gegen ihn. Als Kratos’ Truppen in Rhodos für Krawall sorgen, steigt er selbst hinab um die Stadt zu erobern. Aber die Götter sind dagegen und erwecken den Koloss zum Leben…

So beginnt das Spiel und schon der erste große Kampf gegen den Koloss von Rhodos zieht sich über gut eine halbe Stunde. Es ist ein epischer Kampf und ein extrem gelungener Einstieg. Dagegen wirkt der Kampf gegen die Hydra von Teil eins wirklich billig.

God of War war ein geniales Spiel, das muss man so sagen. Es war nicht innovativ aber vom Gameplay bis hin zur unglaublichen Präsentation war es nahezu einzigartig. Die Verbindung von brutalen Kämpfen und gelungenen Videos mit tollen Sprechern hat man so zuvor kaum in Actionspielen gesehen. Der Nachfolger knüpft auch genau an dieses Prinzip an, bringt aber einige Verbesserungen und Veränderungen mit sich.

An der grundlegenden Steuerung hat sich nichts geändert. Wie gehabt steuert man Kratos durch griechische Landschaften und vernichtet tausende Gegner. Nach wie vor sammelt man Orbs ein. Grüne für das Leben, blaue für die Magie und rote, um die Kampffertigkeiten und Magiesprüche zu verstärken. Hinzu kommen jetzt goldene, um die Titanenmacht aufzufüllen. Durch einen Druck auf beide Analogsticks wird Kratos zu einer Art Überheld und kämpft wesentlich stärker und aggressiver gegen seine Feinde.
Natürlich gibt es auch neue Magiesprüche, wobei ich es sehr schade finde, dass die geniale Poseidon’s Rage gestrichen wurde. Dafür gibt es jetzt eine Art Erdbeben wo riesige Erdbälle auf die Gegner fliegen und natürlich noch andere Zaubereien. Auch neu sind die unterschiedlichen Waffen. So nimmt man einem Barbar (Jener, der Kratos im Prolog zu Teil 1 fast besiegt hätte, dann aber von Ares vernichtet wird) einen großen Kriegshammer ab und es gibt z.B. noch das Schwert der Götter. Neue Aktionen gibt es auch. Die Wichtigste ist ein Seil mit Haken, mit diesem kann man sich an vorgegebenen Positionen einhaken und dann z.B. über eine große Klippe gelangen.

Auch das Spiel an sich hat sich ein wenig verändert. Die Rätselaufgaben treten häufiger auf und sind mitunter schon recht kompliziert, was auch ein wenig an den Kameraperspektiven liegt. Denn nach wie vor werden nur statische Ansichten verwendet, man kann nicht selbst die Kameraperspektive verändern. Wie auch schon im ersten Teil führt dies dazu, dass man häufig Wege oder Gegenstände übersieht. Vielleicht ist das aber auch beabsichtigt, damit der Spieler wirklich alle Räume durchsucht.
Einige der Rätsel sind auch wirklich gelungen. So hat man z.B. eine Plattform auf die man eine Statue schieben muss, dann muss man mit einem Hebel die Plattform hochfahren um zu dem Weg zu gelangen, wo es weiter geht. Sobald man allerdings den Hebel loslässt, fährt die Plattform wieder nach unten und man kommt nicht schnell genug nach oben. Die Lösung? Es gibt noch eine zweite Statue, mit der man die Plattform blocken muss, so dass sie nicht vollständig nach unten fahren kann. In einem anderen Bereich muss man Beispielsweise zwei Hebel gleichzeitig betätigen, aber beide springen sofort nach oben wenn kein Gewicht mehr auf ihnen lagert. Einer der Schalter ist dabei zu weit vom Tor entfernt und hinter einem halben Gitter. Was tun? Man findet eine Leiche, die man als Beschwerer  nutzen kann, man kommt aber nicht mit ihr über das Gitter. Schlägt man allerdings die Wände ein, entdeckt man einen Fluss, der im Kreis um den Raum fließt. Man wirft also einfach die Leiche ins Wasser, hüpft zum anderen Button, hebt dort die Leiche aus dem Wasser auf und befördert sie auf den Button. Man selbst springt auf den anderen und kann dann problemlose durch das Tor rollen. Das Ganze raus zu finden macht auf jeden Fall Spaß.
Zur weiteren Auflockerung gibt es dann Fluglevel. Hier reitet man auf einem Pegasus durch die Luft und muss Adler und Greifen abwehren und deren Geschütze ausweichen. Das erinnert schon mehr an Spiele wie After Burner.

Ansonsten ist eigentlich alles wie gehabt. Grafisch sieht das Spiel nach wie vor spektakulär aus. Man hat die Grafik sogar noch etwas verbessert, durch eine Tastenkombination kann man einen High Definition Modus einschalten. Aber zumindest bei mir kamen einige unschöne Bildfehler vor und das Kantenflimmern ist nach wie vor sehr exzessiv, aber das liegt einfach an der Playstation. Trotzdem werden die griechischen Städte, die Tempel, die Unterwelt von Hades und selbst einfachste Sümpfe spektakulär in Szene gesetzt.
Die Musik ist gelungen, die altbekannten Stücken kommen vor und ein paar neue, die sich nahtlos anpassen. Die Soundeffekte sind bombastisch und die Sprachausgabe ist auch sehr gelungen.

Müsste man an God of War II Kritik üben, so wäre das wohl am drum herum. Das Handbuch ist sehr knapp ausgefallen und nicht mal mehr halb so umfangreich wie das zu Teil 1. Auch die Extras nach dem Beenden des Spiels sind mager ausgefallen. Es gibt einen Extramodus, verschiedene Kostüme, die besondere Fähigkeiten mit sich bringen und man kann sich die Videos ansehen. Verglichen mit dem, was es zu Teil 1 gab (Charakterfriedhof, Making of, Leveldesign) ist das schon arg enttäuschend. Aber so ist das wohl immer, mit dem ersten Teil gibt man sich Mühe, hat man damit Erfolg, geht es nur noch darum die Kuh zu melken bis sie tot umfällt… Natürlich können auch die Kameraperspektiven für Frust sorgen, weil man plötzlich in den Abgrund springt oder einen Fehler macht, weil man etwas nicht sieht. Auf der anderen Seite erhält man dann das ungeheuer befriedigende Gefühl etwas erreicht zu haben wenn man eine der Geschicklichkeitsübungen meistert oder einfach gegen einen der zahlreichen Zwischengegner überlebt hat.
Auch das zweimalige Durchspielen lohnt sich. Einerseits, weil man den höchsten Schwierigkeitsgrad erst nach dem durchspielen freischaltet, weil die Kostüme viel Spaß machen und andererseits, weil es natürlich wieder viel zu entdecken gibt. Zahlreiche Geheimverstecke mit Kisten die Gorgonenaugen oder Federn zur Erweiterung der Lebens- und Magieenergie warten darauf, gefunden zu werden..

Da wir in Deutschland leben, natürlich noch ein Wort zur Zensur. Scheinbar ist God of War II tatsächlich komplett unzensiert. Wirklich unglaublich, wenn man bedenkt, dass sich die USK bei Teil 1 noch darüber aufgeregt hat, dass man einen Soldaten in einem Feuer opfert. Bei Teil Zwei dagegen wirft man fröhlich Untote ins Feuer, aber man befördert auch einen  lebenden Soldaten beispielsweise unter eine Walze, wobei er vorher noch „Safe me“ ruft und dann kreischt, während er zerquetscht wird und das Blut rausspritzt. So wirklich versteh ich das nun nicht, aber wer versteht den „Jugendschutz“ in Deutschland schon?

Egal. Auch ohne Bonusmaterial ist God of War II einfach Pflicht, wenn man den Vorgänger mochte - und den sollte man auf jeden Fall zuvor gespielt haben.

Publisher: Sony
Developer: Sony
Erscheinungsjahr: 2007
Erschienen für: Playstation 2
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

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Grafik9,5/10  Spielspass
Sound10/10
10/10
Gameplay 9,5/10

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