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Geschrieben wurde über God of War ja viel, reichlich Auszeichnungen bekam es auch und es macht den Anschein als wäre es das genialste Spiel, das je entwickelt wurde.
Im Prinzip aber ist GoW ein stink normales Spiel, dass es so auch schon vor 20 Jahren in 2D Form hätte geben können. Wirkliche Innovationen sucht man vergebens, das fängt ja schon bei der Handlung an. Rache steht auf dem Programm. Kratos ist ein Kriegsführer der sich in höchster Not an den griechischen Kriegsgott Ares verkauft hat und ehe sich Kratos über seine neuen übermenschlichen Kräfte freuen konnte, wurde er schon von schrecklichen Visionen geplagt die ihm seine bestialischen Morde noch mal deutlich vor Augen führen und dass er seine eigene Familie auslöscht hat auch nicht so toll. Also sinnt er auf Rache am Kriegsgott, denn wenn er den besiegt, verschwinden seine Visionen. Sehr zu Gute kommt ihm die Hilfe aller anderen Götter der griechischen Mythologie, die gerade mal stinksauer auf Ares sind, weil er Athen platt macht. Was man sagen muss: Die Präsentation ist atemberaubend und genial. Die Handlung, mag sie auch noch so dünn sein, wird pompös inszeniert und von einer unglaublich gut passenden Sprecherin erzählt, während man kurze Videos und Standbilder dazu betrachtet. Das ist alles ganz groß.
Rund um diesen Film gibt es noch ein Spiel. Das präsentiert sich als Mischung aus Hack & Slash, Jump n’ Run und Adventure. In erster Linie beseitigt man einige hundert Gegner, diese reichen vom billigen Untoten über einen Zyklopen bis hin zu einer riesigen Hydra. Man bekämpft sie mit den beiden Brotmessern Kratos' und später lernt man noch von den Göttern magische Sprüche, einer Meduse klaut man ihren Versteinerungsspruch, von Zeus lernt man wie man Blitze schleudert und die beste Magie von allen ist Poseidon’s Rage, ein dicker Blitz, der alles grillt (Auch hier kann man wieder Combos machen und mehr Schaden anrichten wenn man fleißig die Kreistaste bearbeitet, dadurch richtet man größeren Schaden an und bei einer bestimmten Anzahl Hits gibt es rote Orbs, das Ganze geht bis 1000 Hits und danach kann man seinen Daumen wegwerfen). Diese Magiesprüche aber auch seine normale Waffe kann man aufleveln, so dass sie mehr Schaden anrichten oder man bessere Combos bekommt. Mit den Messern kann man später einige geniale Moves vollführen. Damit das Aufleveln klappt, braucht man rote Orbs. Diese liegen in zerstörbaren Gefäsen, in Kisten oder werden von Gegnern hinterlassen. Neben den roten Orbs gibt es auch blaue und grüne um die Magie- bzw. Lebensenergie aufzufüllen. Manchmal findet man auch Gorgonenaugen oder Federn, welche die Lebensenergie bzw. Magieleiste auffüllen und erweitern. Diese sind meist gut versteckt, es lohnt sich alle Level komplett zu durchsuchen, man kann einiges entdecken. Bei Zwischengegner muss man meist noch andere Taktiken anwenden. Hat man so einen Gegner platt geprügelt, erscheint ein Tastensymbol über ihm. Drückt man das leitet man eine Sequenz ein, die meist erst zum endgültigen Tod des Gegners führt. Manchmal gilt es richtige Tasten zu drücken, meist allerdings muss man den Analogstick in Kreisen und Halbkreisen drehen. Das gestaltet sich etwas komplizierter als gedacht, zumindest dann wenn der Analogstick nicht mehr fabrikneu ist und es zum Glücksspiel wird, ob das Spiel die Bewegungen punktgenau wahr nimmt oder nicht.
Darunter leiden dann auch gern mal ein paar Geschicklichkeitsübungen. Meist muss man über knappe Holzträger balancieren, was große Genauigkeit verlangt, vor allem später im Spiel wenn man auch noch über Messer springen muss. Andere Sprungübungen sind da wesentlich einfacher, hier wird das geboten was man in tausend anderen Jump n’ Runs schon gesehen hat, bewegende Plattformen, Seile zum Tarzan spielen oder große rollende Kugeln denen man ausweichen muss. Hier darf man auch die Kritik anführen, das Ganze ist meist so voraussehbar, dass es anödet. Ein Beispiel: Man kommt in einen Raum und da ist ein Knopf, dann folgt ein großes Loch wo abwechselnd eine Plattform und ein Sägeblatt darüber gleitet. Am anderen Ende ist eine Tür die man aufmachen muss und zwar sind dort auch 2 Knöpfe, der richtige ist aber natürlich jener ganz am Anfang, so das man unter größtem Zeitdruck rumhüpfen muss. Was hier erschwerend hinzukommt und für kleine Frustmomente sorgt ist die Kamera. Diese ist fest vorgegeben und ändert sich an bestimmten Punkten. Zumeist ist das sehr gut gelöst und sorgt für Filmfeeling. Bei einigen Rätseln allerdings hätte man anders vorgehen müssen. Ein Beispiel: Man landet in einem Raum und die Tür fällt zu, der Weg zum Ziel führt über eine Wand die man so nicht hochspringen kann, aber es gibt eine kleine Kiste die man hinziehen muss. Das Ganze natürlich unter Zeitdruck, braucht man zu lang wird man aufgespießt. Das ziehen der Kiste wäre an sich kein Problem, allerdings werden die Räume in unterschiedlichen Kameraansichten gezeigt, was dazu führt das man seine Kiste zieht und plötzlich ist die Kameraperspektive anders, die Steuerungsrichtungen ändern sich und man hängt an einer Kante, was Zeit kostet und zum Tod führt. Auch wenn das Spiel relativ fair bleibt, wenn man stirbt (Man startet meist direkt vor dem Rätsel oder an einem der vielen Checkpoints und muss nicht kilometerweit laufen) kommt es eben trotzdem zu kleinen Frustmomenten. Allerdings ist die Freude dafür dann groß, wenn man ein Hindernis endlich überwunden hat.
Wesentlich besser sind da die Rätsel gelungen. In einem Raum muss man beispielsweise tetrismäßig eine Wand mit Steinen auffüllen, diese stehen in unterschiedlichen Formen da, allerdings muss man sie einerseits in die richtige Position drehen und dann noch passend anordnen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Spaß macht God of War auf jeden Fall. Die Kämpfe sind klasse und erfordern meist taktisches Vorgehen. Gegner haben beispielsweise magische Schilde, die man zuerst zerstören muss, was aber nur mit einer Schlagcombo geht, bei anderen Gegnern wie den Medusen mit ihrem Todesblick muss man aufpassen das man nicht zu Stein wird und die großen Zyklopen sind eine unglaubliche Herausforderung. Durch die große Anzahl an Schlagcombos hat man auch immer was auszuprobieren und man kann es meist gar nicht erwarten bis endlich die nächste Gegnerhorde ankommt. Und die unglaubliche Brutalität des Spiels trägt noch zum Spaß bei. Wenn man eine Mauer hochklettert und Kratos einen Gegner einfach packt und ein paar Mal wie einen Sack Kartoffeln gegen die Mauer, schlägt nur um ihn dann achtlos fallen zu lassen, muss man einfach lachen. Es sieht so herrlich übertrieben aus. Nebenbei gesagt ist der Gewaltgrad exzessiv hoch. Blut fließt in Mengen und die Zwischensequenzen sind unglaublich krass, nicht nur, dass hier noch mehr Blut fließt und Gegner geköpft oder zerteilt werden, das Ganze wird auch noch mit den passenden Soundeffekten untermalt. Es ist direkt ein Wunder, das God of War nicht indiziert ist, sondern nahezu ungeschnitten in Deutschland veröffentlicht wurde. Es gibt nur eine Änderung, die ich persönlich komisch finde: An einer Stelle muss man einen Menschen opfern, in der deutschen Fassung ist es ein Untoter den man ins Feuer schiebt. Verwunderlich, zumal man auch gar nicht sieht, wie er verbrennt, das Ganze läuft überraschend harmlos ab.
Woran sich alle Publisher unbedingt ein Beispiel nehmen sollten, ist die Treasures Abteilung des Spiels. Im Spiel gibt es unzählige Dinge zu entdecken, nicht nur Verstecke mit Orbs und ähnlichen sondern auch geheime Botschaften der Entwickler. Je nach gewähltem Schwierigkeitsgrad schaltet man nach dem Durchspielen Inhalte frei. Auf dem höchsten natürlich alle und da kriegt man wahnsinnig viel geboten. Making Ofs wo man auch erklärt bekommt, wie sich das Spiel entwickelt hat, wie es in der Beta aussah und später, einen Charakterfriedhof mit verworfenen Designs und unzählige andere Dinge. Darunter sind auch Kostüme, die man Kratos bei einem Neustart anziehen darf. So läuft er beispielsweise in einem Kuhkostüm rum und attackiert die Gegner mit 2 Milchpackungen, nebenbei hat man auch unendlich Magie. Auch die anderen Kostüme wie die Kampfrüstung oder der „Bürohengst“ Anzug haben solche Features. Mehrmaliges Durchspielen lohnt sich also absolut. Neue Spielmodi wie die Challenge of Gods gibt es dann auch noch. Man kriegt viel fürs Geld.
Technisch kann man über das Spiel nichts Negatives sagen. Dafür, dass die Playstation 2 mittlerweile richtig alt ist, sieht die Grafik bombastisch aus. Die Entwickler haben sich größtenteils unglaubliche Mühe gegeben. Riesige Städte und Gebiete mit vielen Details, selbst Wandmalereien findet man. Die Charaktere sehen auch fast alle toll aus, lediglich normale Stadtbewohner sehen etwas undetailliert aus. Dafür überzeugen aber vor allem die Monster und spätestens wenn man die Stufen nach Athen hoch rennt und das erste Mal Ares sieht, kann man nur noch Staunen. Das gleiche bei Musik und Sound. Die Musik passt gut zum Spiel und ist schön bombastisch und die Soundeffekte schließen sich dem. Sehr genial ist auch die Sprachausgabe. Kratos klingt wie das absolute Bad-Ass, Ares klingt einfach nur Böse und die Götter klingen göttlich und ihre Stimmen sagen direkt „Leg dich nicht mit mir an“.
God of War ist kein Spiel das Innovationen bringt, es ist auch nicht gänzlich perfekt und hat eben seine Frustmomente, aber trotzdem macht es unglaublichen Spaß mit Kratos durch Griechenland zu rennen. Hier hat man endlich mal wieder das Gefühl, das sich die Programmierer wirklich Mühe gaben und nicht einfach nur Fließbandware produzieren wollten. Der Abwechslungsreichtum bei den Levels, das gute Gameplay, der Spaß einfach mal für Chaos zu sorgen, die atemberaubende Präsentation sowie das umfangreiche Bonusmaterial zum Freispielen sorgen dafür, dass dieses Spiel nicht so schnell aus der Playstation 2 verschwindet.
Publisher: Sony Developer: SCEA Erscheinungsjahr: 2005 Erschienen für: Playstation 2 Anzahl Spieler: 1 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 9,5/10 | | Spielspass | | Sound | 10/10 | 9,5/10 | | Gameplay | 9,5/10 |
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