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Der selbsternannte Real Driving Simulator geht in die vierte Runde und nach dem eher schwachen dritten Teil, kann es ja eigentlich nur besser werden. GT3 enttäuschte hauptsächlich durch den sehr geringen Umfang und die wenigen Neuerungen gegenüber Teil 2, da hatte man sich einfach mehr erwartet. Auch bei Gran Turismo 4 erwartet man sich mehr und dieses mal hat sich die sehr lange Wartezeit gelohnt. Getreu dem Motto „Mehr ist besser“ haben die Entwickler den Fuhrpark auf rund 700 Fahrzeuge aufgestockt, dazu gesellen sich 50 Strecken und zahlreiche Neuerungen wie der B-Spec Modus oder das Foto-Shooting, wo man seine Autos vor verschiedenen Hintergründen oder auf der Rennstrecken fotografieren kann. Das wichtigste ist aber nach wie vor das Gameplay und die Langzeitmotivation. Natürlich gibt es wieder den Arcade-Modus in dem man einfach losfährt, ohne vorher viel Zeit in Tuning zu investieren. Diesen kann man auch zu zweit spielen und für Zwischendurch ist das ganz nett. Wesentlich interessanter ist natürlich der GT-Modus. Man startet mit 10.000 Credits und das Ziel ist es, alle Rennen zu gewinnen und viele schöne Wagen in die Garage zu stellen. Das klingt einfacher als es ist, denn vor dem Fahrspaß kommt erst mal wieder die allseits beliebte Fahrschule in der man sich die Lizenzen erfahren muss. Den Sinn davon hab ich bis heute nicht verstanden, zumindest aber sind die Prüfungen seit Teil 1 (Da haben sie mich zwei Gamepads gekostet) aber wesentlich fairer und einfacher geworden. Zumal man sich auch hier die Savegames von Gran Turismo Prologue einladen kann und so die A- und B-Lizenz geschenkt bekommt. Wer dann auch noch Gran Turismo 3 besitzt, kann sich von diesem Savegame Geld überweisen, so startet man mit maximal 100.000 Credits, was zwar alles sehr stark vereinfacht, aber wie ich finde nimmt das dem Ganzen die Herausforderung, weil man sich so sofort eine tolle Kiste kaufen kann – da ist ein gebrauchter klappriger Japaner am Anfang doch viel lustiger zu fahren. Alle namhaften Hersteller, mit Ausnahme von Ferrari, Lamborghini und Porsche sind vertreten, statt letzteren kann man zumindest RUF aufbieten, die ja getunte Porsches anbieten. Neben Serienfahrzeugen gibt es auch Prototypen und zum Teil völlig abgefahrene Sonderautos wie Jay Lenos Tank Car oder das Nike One 2022. Aber auch das erste Auto überhaupt, der Motor Wagen von Mercedes-Benz, mit sagenhaften 1PS ist dabei. Schade, dass man ausgerechnet den nicht tunen kann…mich würde ja schon interessieren was passiert, wenn man da einen Turbolader einbauen würde. Der Tuningbereich ist wieder sehr umfangreich ausgefallen, vom Turbolader bis zum Schwungrad ist alles kaufbar. Hierbei bin ich sehr froh, dass man auf optisches Tuning verzichtet hat, das finde ich doch eher lächerlich, wie man sehr gut bei der NFS Reihe sieht. Es gilt auch zahlreiche Einstellungen vorzunehmen, die sich alle sehr direkt auf das Fahrverhalten auswirken. Wer sein Auto zu tief legt, schrammt nur noch ganz langsam über die Strecke. Hat man sich für ein Auto entschieden und es getunt, geht es zu den ersten Anfängerrennen. Wie immer kann man hierbei Geld verdienen und für abgeschlossene Rennserien gibt es neue Autos, die man meist sehr schnell verkauft, weil sie nichts taugen. Neben den normalen Rennen gibt es natürlich wieder Rallys. Diese finden nun nicht mehr nur auf Schotterpisten statt, sondern z.B. auch im Schnee. Die Steuerung erfordert hierbei sehr viel Einarbeitungszeit, weil sich die Autos recht träge steuern lassen. Man tritt bei den Rallys generell gegen nur einen Gegner an, der größte Feind ist jedoch die Zeitstrafe, denn wenn man die Strecke verlässt oder in die Abgrenzung fährt, darf man einige Sekunden lang nur 50km/h fahren. Die Strafe tritt auch dann auf, wenn man in den Gegner rein fährt, das kann auch schon die kleinste Berührung sein und das nervt wirklich, da der Gegner scheinbar nicht bestraft wird. Neu sind die Fahr-Missionen. Hierbei muss man Strecken oder Streckenteile abfahren und tritt dabei gegen einen Gegner an. Meistens hat man ein unterlegenes Auto und so ist das wirklich eine große Herausforderung, dafür winken bei Erfolg auch wirklich gute Fahrzeuge wie der DeLorean. Insgesamt gibt es 34 dieser Missionen. Ausdauerrennen gibt es natürlich auch wieder, diese reichen von 300km Grand Valley über 4-Stunden Rennen und dann gibt es noch drei 24-Stunden (Echtzeit) Rennen in Le-Mans und auf dem Nürburgring. Das Problem hierbei ist, das man die 24 Stunden tatsächlich am Stück abfahren muss, eine Speicherfunktion gibt es unverständlicherweise nicht. Wahrscheinlich hat man für diese Rennen den neuen B-Spec Modus eingeführt. Hier ist man der Rennmanager und die CPU fährt das Auto, man kann lediglich noch Anweisungen geben, wie aggressiv er fahren soll, ob er Autos überholen darf und wann er in die Box soll, da bei den Ausdauerrennen der Reifenverschleiß und Benzinverbrauch eine große Rolle spielt. In der Box kann man auch wieder in den A-Spec Modus wechseln, so dass man wieder selber fährt. Das einzige Problem beim B-Spec Modus ist die KI. Der Fahrer stellt sich größtenteils sehr dämlich an und bleibt sehr oft an Kurven hängen, bei einigen Strecken gibt es Abschnitte wo er immer von der Strecke fliegt und so macht das keinen großen Spaß. Den versprochenen Lerneffekt konnte ich jedenfalls nicht feststellen, egal ob man im B-Spec Modus 1 oder 10.000 Punkte hat, es traten immer wieder die gleichen Fahrfehler auf. Generell ist die KI mal wieder sehr ärgerlich. Die 6 KI Gegner fahren meistens sehr perfekt, immer auf der Ideallinie und nehmen absolut keine Rücksicht auf die anderen Autos, da kann man direkt froh sein, dass es kein Schadensmodell gibt. Die KI ist aber auch der einzig größere Kritikpunkt an Gran Turismo 4. Grafisch kann das Spiel mehr als überzeugen, die Autos sehen sehr gut aus, die Strecken sind schön detailliert, einzig dass immer mal wieder recht stark auftretende Kantenflimmern nervt etwas. Der Sound überzeugt, die Fahrzeuge klingen alle recht unterschiedlich, auch wenn ein etwas lauterer Motorensound vielleicht noch besser gewesen wäre, vor allem in der Cockpitperspektive hört man so gut wie gar nichts. Die Musik ist recht gut, man hat sehr viele bekannte Songs von Bands lizensiert. Gefällt mir aber größtenteils nicht wirklich. Da hätten sie doch lieber gute Renntaugliche Songs wie Highway Star von Deep Purple lizenzieren sollen. Noch ein Wort zur Steuerung: Diese ist mit dem Gamepad, solange man auf die Analogsticks zurückgreift ganz gut, richtig viel Spaß macht es aber erst mit dem Driving Force Pro von Logitech. Da hat man dann wirklich das Gefühl echte Wagen zu steuern und ich kann das nur jedem empfehlen. Bleibt abschließend noch zu sagen, das Gran Turismo 4 einerseits der beste Teil der GT Reihe ist und andererseits das wohl beste und realistischste Rennspiel. Ein Titel, den man auf jeden Fall besitzen sollte. Publisher: Sony Developer: Polyphony Digital Erschienen für: Playstation 2 Erscheinungsjahr: 2005 Anzahl Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: mittel

| Grafik | 9,5/10 | | Spielspass | | Sound | 8,5/10 | 9,5/10 | | Gameplay | 9,5/10 | | Multiplayer | 8/10 |
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