Home arrow Spiele arrow Sony arrow Playstation 2 arrow Killer7 05 Februar 2012  
Kingdom of Desire
HomeForumImpressum
Spiele
Bücher
Filme
Hardware
Musik
Konzerte
Artikel
Wrestling
 
Killer7 PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.09.2006

Image 

Merkwürdig. Das ist eigentlich das Einzige, was mir zu diesem Spiel einfällt. Killer7 ist mal etwas ganz anderes. Kein einfaches Mainstreamspiel mit narrensicherem Gameplay und einer öden Story. Wobei die Story hier recht merkwürdig und wirr erscheinen mag. Es geht um Harman Smith, der unter einer extremen Art von Schizophrenie zu leiden scheint. Denn in seinem Kopf hausen gleich 7 verschiedene Charaktere, alle völlig unterschiedlich und doch haben sie eines gemeinsam: Allesamt sind sie Auftragsmörder. Natürlich gibt es auch den obligatorischen Bösewicht. Dieser heißt Kun Lan und hat einen Virus entwickelt, der Menschen in Monster verwandelt. Genauer gesagt sind es dämlich kichernde Selbstmordattentäter, die sich gerne mal in die Luft sprengen. Sie nennen sich Heaven's smile. Im Spielverlauf trifft man noch auf weitere, ebenso merkwürdige Charaktere, die aber mitunter recht hilfreich sind. So wie Iwazaru, der meist von der Decke runterhängt und Tipps für den weiteren Spielverlauf gibt. Das ist aber noch nicht alles in Sachen Story, im Folgenden gibt es viele Gespräche und Zwischensequenzen, die die Geschichte wesentlich erweitern und nicht nur Verschwörungstheorien ins Spiel bringen, sondern auch noch einen Konflikt zwischen den USA und Japan. Es ist also auf jeden Fall ratsam, sich alle Videos anzusehen. Die normalen Gegner wirken recht unspektakulär, ganz anders dagegen die Endgegner, die wirklich abgefahrener nicht sein könnten. Da gibt es Engel, Klischee-Texaner oder einen alten Mann, der Gehirne hustet. Wie das nun alles zusammenpassen soll, darf jeder für sich selbst herausfinden.

Man hat im Spielverlauf nun die Wahl zwischen den 7 Killern, jeder hat andere Fähigkeiten. So kann Mask de Smith Wrestlingmoves einsetzen, um leichter durch Hindernisse zu kommen und Kevin Smith kann sich unsichtbar machen. Man sollte sich bei Spielbeginn aber auf einen Charakter festlegen, da man im Spielverlauf die Fähigkeitswerte ganz im RPG-Stil verbessern kann.

Das Gameplay an sich besteht aus Action und erinnert größtenteils an Lightgun Shooter, wie Virtual Cop. Es gibt einen vorgegebenen Weg, den man abläuft. Zwischendurch kommt man an Abzweigungen, an denen man den weiteren Verlauf wählen darf. Natürlich leidet darunter die Bewegungsfreiheit und das Spiel ist sehr linear, aber anders könnte ich mir das Spiel gar nicht vorstellen. Die Gegner sieht man anfangs nicht wirklich, weil sie halbwegs unsichtbar sind, aber man hört sie und dann schaltet man in die Ego-Perspektive um. Im leichtesten Schwierigkeitsgrad kann man sich den so genannten Weak-Spot jedes Gegners anzeigen lassen. Schießt man da hin, erledigt man den Gegner mit einem Schuss, ansonsten dauert es länger und die Attentäter der Heaven’s smile laufen auf den Spieler zu und sprengen sich dann in die Luft. Damit das nicht zu eintönig wird, kommt man hin und wieder zu kleinen Rätseleinlagen, wie das öffnen von Türen oder Zahlenspielereien. Das ist eine wirklich gute Abwechslung und lässt Killer7 nicht ganz so eintönig wirken.

Grafisch präsentiert sich das Ganze in einer Art Cel-Shading-Look. Texturen gibt es eigentlich keine. Gebäude sind meist in einem zweifarbigen Farbverlauf angepinselt und Menschen erinnern irgendwie ein bisschen an Virtua Fighter 1. Die Grafik ist auf jeden Fall interessant und unterstreicht den abgedrehten Charakter dieses Spiels. Beim Sound geht es auch recht seltsam zu. Anfangs kriegt man nur ein paar wenige, leise sphärische Klänge zu hören. Unterlegt natürlich von allerhand Störgeräuschen, dem Kichern der Heaven’s Smile und Schussgeräuschen. Je weiter man im Spiel allerdings vordringt, desto mehr Musik gibt zu hören und die ist wirklich gelungen. Sprachausgabe ist auch vorhanden, allerdings sprechen alle Personen mit einer verstellten Roboterstimme. Das erinnert dann schon ein wenig an die Sims.

Noch ein kurzes Wort der Kritik zur Steuerung. Wie schon oben geschrieben, schießt man aus der Ego-Perspektive und man zielt natürlich mit dem Analogstick. Das ist recht hakelig und unkomfortabel, vor allem wenn man auf den Weak-Spot zielen will. Hier hilft nur üben, um das in den Griff zu kriegen. Aber zumindest eine Sensitivity-Einstellung für den Analogstick hätte es geben sollen. Das Ding bewegt sich eindeutig zu langsam.

Dazu muss man noch die recht langen Ladezeiten kritisieren. An jeder Abzweigung wird geladen und das kann mitunter schon mal 10 Sekunden dauern. Das klingt jetzt nicht so lang, aber es gibt sehr viele Abzweigungen in dem Spiel. Bei Zwischensequenzen wird noch mal deutlich länger geladen.

Insgesamt ist Killer7 ein reichlich abgedrehtes Spiel, das viele abgefahrene Dinge präsentiert, eingepackt in einer merkwürdigen Geschichte. Wer für so etwas offen ist, wird mit Killer7 ein unterhaltsames Spiel finden, alle anderen die lieber den 1000. 08/15 Ego-Shooter spielen, rate ich aber ab, für die ist das Spiel nichts.

Publisher: Capcom
Developer: Grasshopper Company
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: Playstation 2, Gamecube
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar

ImageImage
Grafik8,5/10  Spielspass
Sound8,5/10
7,5/10
Gameplay 8/10
Im Forum kommentieren
Letzte Aktualisierung ( 25.02.2007 )
 
< Zurück   Weiter >
Top of Page