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Metal Gear Solid 3: Snake Eater PDF Drucken
Geschrieben von ShadowAngel   
02.05.2009
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Das insgesamt fünfte Abenteuer der genetisch erstellten Stealthrecken verschlägt uns dieses Mal in die Vergangenheit. Genauer gesagt, in die  60er Jahre, kurz vor dem Vietnamkrieg aber mitten im kalten Krieg. Solid Snake hat hier noch gar nicht richtig gelebt, deshalb spielt man mit Naked Snake, der später The Big Boss wurde. Genau diese Geschichte, wie The Big Boss nicht nur sein Auge verlor, sondern auch den Namen bekam, wird in diesem Abenteuer geklärt.

Es hat sich einiges getan in der Welt von Metal Gear Solid. Hatte man früher nur eine simple Lebensanzeige, hat man nun sowohl diese, als auch eine Energieanzeige. Diese nimmt ab, je länger man sich bewegt und je mehr Sachen mit sich herumschleppt. Zum auffüllen der Energie muss man essen und so findet man haufenweise Nahrung in abgepackter Form oder man geht auf die Jagd. Ratten, Frösche, Schlangen – Snake isst alles und kommentiert das auch noch. So findet er Schlangen recht lecker, Ratten sind in Ordnung – die russische Soldatennahrung reizt ihm aber mehr zum Erbrechen. Je nachdem, wie gut Snake etwas schmeckt, füllt es ihn stärker mit Energie. Ist man gut bei Energie, muss man sich um die Lebensanzeige keine Gedanken machen, die füllt sich nämlich von allein. Ist man doch mal zu schwer angeschlagen und hat auch nichts zu Essen, schaltet man die Playstation 2 einfach ab. Snake „schläft“ dann und erholt sich dadurch.
Ebenfalls neu sind die Verletzungen. Gerät Snake ins Feindfeuer oder fällt einen Baum runter, kann er sich schwere Schäden zufügen – gebrochene Knochen, Verbrennungen, Schusswunden und das ist natürlich nicht so schön. Hier darf man dann Arzt spielen und mit Bandagen, Desinfizierung sowie weiterem Flickzeug hantieren. Lässt man Wunden dagegen unbeachtet, kostet das fortlaufend Energie und kann sich auf die Fähigkeiten Snakes auswirken. Mit einem durchschossenen Arm lässt sich nicht mehr so gut zielen, mit einem gebrochenen Bein ist man sehr langsam unterwegs. Eben so wie in der Realität.  

Das schöne ist, dass all diese Neuerungen direkt im ersten Spielabschnitt erklärt werden. Virtuous Mission nennt sich diese. Hier landet man schon mal in Russland. Es gilt den Wissenschaftler Sokolov  zu finden. Der will nämlich raus aus Russland und in die USA. Was aber nicht so leicht ist, da ihm die GRU auf den Fersen ist. Diese und Sokolov arbeiteten nämlich an Shagohod. Ein riesiges Panzergefährt, das nukleare Raketen abschießen kann.
Da die Virtuous Mission eben praktisch nur ein Tutorial ist, geht sie am Ende natürlich schief.
Sokolov und Snake werden von der Anführerschaft der GRU geschnappt und dann läuft auch noch „The Boss“ nach Russland über.

Nach diesem Intermezzo findet sich Snake im russischen Dschungel wieder. Schwer verletzt darf er mit ansehen, wie die GRU eine amerikanische Nuklearbombe zünden. Snake wird gerettet und notdürftig zusammengeflickt, nur um dann postwendend zurück nach Russland geschickt zu werden. Jetzt gilt es, der GRU und dem Shagohod den Gar auszumachen, Sokolov zu retten und zu verhindern das es zu einem Nuklearkrieg zwischen Russland und den USA kommt...

Veteranen der Reihe werden schnell feststellen, das etwas im Spiel fehlt. Nämlich der kleine Radar, der die eigene Position, sowie die der Feinde samt deren Sichtbereich darstellt. In den 60er Jahren gab es solches High-Tech Spielzeug eben noch nicht. So muss man hier schon deutlich vorsichtiger vorgehen und hat als einzige Hilfe einen Personenmelder, der fies piepst, sobald ein Feind in der Nähe ist.
Trotz dem Stealththema hat sich Solid Snake nie um Tarnungen gekümmert. Sein Vorfahre ist da schon vorsichtiger. Mit unzähligen Tarnanzügen und Gesichtsbemalungen ist er ausgestattet und findet im weiteren Spielverlauf noch andere. Diese passen zu den jeweiligen Schauplätzen, ob man nun im Wald, im Wasser oder einer Forschungsanlage unterwegs ist. Eine praktische Prozentanzeige, gibt an, wie gut getarnt man ist. Lediglich auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad ist das ganze egal. Denn solange man dort die Betäubungspistole (mit unendlicher Munition) trägt, ist man immer zu 80% und damit ausreichend gut getarnt.

Die Schauplätze sind sehr abwechslungsreich, wenn man erst mal den Wald hinter sich gelassen hat. Dann geht es in Militärstützpunkte, Forschungsstationen, Abwasserkanäle, Flüsse und andere Orte. Manche sind schwer bewacht, in anderen kann man sich recht leicht bewegen. In anderen, muss man schon trickreich vorgehen und sich beispielsweise als Wissenschaftler verkleiden. Hier muss man aufpassen, das man von anderen Wissenschaftlern nicht enttarnt wird und immer brav die Wachsoldaten grüßt. Dies sind die schwersten Abschnitte, da ein falscher Schritt quasi direkt einen Alarm auslöst und schon flitzen unzählige Soldaten an. Zwar ist man selbst recht gut ausgestattet (Diverse Pistolen wie eine 1911er Colt, Maschinengewehre wie die AK-47 bis hin zu einem Raketenwerfer) aber die Soldaten sind eben eindeutig in der Überzahl und sterben nicht so schnell.
Das töten sollte man schon in den Vorgängern möglichst vermeiden, Metal Gear Solid 3 geht hier aber noch einen Schritt weiter. Denn bei einem der Zwischengegner wird man direkt bestraft, wenn man viele Menschen auf dem Gewissen hat. The Sorror heißt dieser und ist der Geist eines verstorbenen Soldaten. Dieser „Zwischenkampf“ ist einer der Höhepunkte des Spiels. Während man bei Regen und Gewitter durch einen düsteren Fluss stapft, sendet The Sorrow die Geister der ermordeten Soldaten und Zwischengegner auf den Spieler zu. Je mehr man getötet hat, desto länger und schwerer wird dieser Spielabschnitt.
Auch einige andere Zwischengegner fallen ab vom Schema des „Schieß einfach bis er tot ist“-Standardgeplänkels ab. The End ist der Vater aller Scharfschützen und auch wenn er über 100 Jahre alt ist, ist er noch recht fit unterwegs. The End will Snake gar nicht töten, sondern nur einen großen Kampf, nach welchem er zufrieden abtreten kann. Man muss ihn aufspüren und töten, was sich als nicht so leicht erweist, denn The End kann man mit dem Wald verschmelzen und der Kampf findet gleich in 3 großen Bereichen statt. Hier zeigt Hideo Kojima mal wieder seine ganze Genialität, denn solche Endkämpfe hat man zuvor wohl selten in Spielen erlebt.

Ebenfalls neu ist der waffenlose Kampf, Close-Quarter Combat genannt. Hier kann Snake Gegner in die Mangel nehmen, sie entweder (wie schon aus den Vorgänger bekannt) erwürgen oder andere Aktionen ausführen, beispielsweise sie bedrohen um so an Informationen zu gelangen. Auf diese Weise kann man Hintergrundinformationen zur Handlung erhalten.
Die Steuerung ist aber trotzdem gewohnt einfach und auch das schießen aus der First Person Perspektive ist recht gelungen. Anders als in First Person Shootern, liegt man ja meist im Busch oder steht an einer Ecke und hat so mit dem zielen keine Probleme – trotz Gamepadsteuerung.

Für viele Spieler dürfte der erste Kritikpunkt klar sein: Wie immer gibt es zahllose Zwischensequenzen, viel Gelaber und noch mehr Videos. In MGS3 wird wohl ein neuer Rekord für die Reihe aufgestellt, denn selbst vor manchen Zwischengegnerkämpfen wird ewig gelabert und man sitzt nur da und denkt sich “Geht’s mal los?“. Es gehört zur Serie, ist hier aber schon fast etwas zu übertrieben, zumal man selbst wenn man nur speichern will, von der „Speicherfrau“ über diverse Filme aus dieser Zeit vollgelabert wird.
Vielleicht hätte Kojima doch besser Regisseur werden sollen.

Der andere Kritikpunkt betrifft das letzte Stück des Spiels, nachdem man Shagohod zerstört hat. Dann gilt es, mit einer verletzten Eva (Eine Geheimagentin, der man sich während des Spiels anschließt) durch den Wald zu marschieren. Da sie verletzt ist, bewegt sie sich langsam und hat auch noch großen Hunger, so das man eine Tonne an Nahrungsmittel in diesem Abschnitt braucht, damit sie nicht umkippt. Da einem auch noch unzählige Soldaten auf den Fersen sind, hat mich das schon nach kurzer Zeit recht genervt.

Grafisch gibt es dagegen nichts auszusetzen. Vor allem die Wälder sind sehr schön in Szene gesetzt. Kriecht man durch hohes Gras bewegt sich dieses realistisch. Vögel fliegen davon, Frösche hüpfen rum und Krokodile liegen an Seeufern faul in der Sonne. Auch die Gebäude sind sehr realistisch und glaubwürdig eingerichtet. Auch wenn die Poster japanischer Models, die zu der Zeit noch gar nicht lebten, etwas merkwürdig aussehen.
Die Zwischensequenzen in Spielgrafik sehen ebenfalls gut aus, hier hat man an einigen Stellen die Möglichkeit durch Druck auf die R1 Taste durch die Augen Snakes’ zu blicken und so mehr zu sehen als in der normalen Kameraperspektive.
Die Musik ist dramatisch, wobei vor allem das Titellied mitsamt der Titelsequenz verdammt stark an klassische James Bond Filme erinnert. Die Sprachausgabe ist in Ordnung, die Soundeffekte wie immer realistisch.

Als Bonus gibt es noch ein Minispiel wo man Jagd auf Affen macht. In diesem kann man wieder Bonusdinge freischalten. Ebenso lohnt es sich im Hautspiel Jagd auf die Frösche zu machen. Tötet man alle, erhält man nach dem durchspielen den altbekannten Stealthanzug. Diesen kann man aber auch erhalten, wenn man im Spiel keinen Alarm auslöst. Ebenso wird der Spieler wieder mit einem Rang bewertet. Mehrmaliges durchspielen, um alle Secrets und bessere Ränge zu erreichen, lohnt sich also.

Metal Gear Solid 3: Snake Eater wurde mit Auszeichnungen und Bestwertungen überschüttet. Das beste Playstation 2 Spiel? Für mich nicht ganz. Da mich eben der letzte Abschnitt im Wald sehr nervt und auch der Endkampf gegen The Boss nach dem Intermezzo mit Shagohog etwas zu konventionell ist. Bis dahin hat mich das Spiel aber – trotz der langen Zwischensequenzen – sehr gut unterhalten. Das Schleichen macht dank der Tarnanzüge nun noch mehr Spaß und die Action stimmt auch. Am Ende bleibt ein sehr gutes, aber eben nicht geniales Spiel, das aber zumindest besser als Metal Gear Solid 2 ist.  

Publisher: Konami
Developer: Konami
Erscheinungsjahr: 2005
Erschienen für: Playstation 2
Anzahl Spieler: 1
Schwierigkeitsgrad: Wählbar
Grafik9,5/10  Spielspass
Sound9/10
8,5/10
Gameplay 8,5/10

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