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Seit dem Vorgänger Deadly Alliance ist Mortal Kombat ja ein richtig starkes Beat ’em Up geworden. Vorbei die Zeiten, als mieses Gameplay von bluttriefenden Fatalities überdeckt wurde. Klar, die Fatalities waren schon immer genial, aber bis man zu diesen kam, musste man eine langweilige Prügelei durchstehen. Es hat sich alles geändert. Neue Kämpfer kamen, ein neues Gameplay wurde eingeführt und jeder Fighter verfügt über 3 Kampfstile, wobei einer mit einer Waffe ist. Da erfordert das Spiel ja schon fast taktisches Vorgehen. Natürlich wurde die Gewalt beibehalten. Ist auch gut so. Es gibt ja genug knallbunte Kinderprügler Marke Tekken und wer mag Blut nicht? Normalerweise erzählt man erst mal was über die Story des Spiels. Aber bei Mortal Kombat gab es nie wirklich eine. Gut kämpft gegen Böse, gut gewinnt, Böse kommt zurück und das Spiel beginnt von vorne. Wenden wir uns deshalb besser gleich den Spielmodi zu. Arcade ist der Standardmodus, wo man gegen jede Menge Gegner nacheinander antritt, bis man irgendwann beim Endgegner landet. Das gibt es auch noch für 2 Spieler, hier darf man sogar noch die Arena auswählen. Das verschönert nicht nur den Hintergrund, einige Arenen enthalten zusätzliche Waffen, andere haben offene Grenzen wo man den Gegner runterwerfen kann. Da landet er dann z.B. auf Stacheln oder in einem Säurefluss und taucht wieder als Skelett auf. Kombat Chess ist ein völlig neuer Spielmodus und wie der Name es schon verrät geht es um Schach. Natürlich nicht um langweiliges Schach, man lehnt sich mehr an den Klassiker Battle Chess an. Allerdings hält man sich nicht an die Schachregeln. Man stellt sich anfangs ein Team aus 5 Kämpfern zusammen. Sie alle haben Ränge. Grunts sind quasi die Bauern, dahinter kommen Sorcerer, Shifter, Champion und der Leader, der den König darstellt. Hat man diesen besiegt, hat man gewonnen. Auch das Schachfeld hat sich leicht verändert. Man kann vor Spielstart eine Falle und eine Fake-Falle aufstellen. Tritt der Gegner mit einer Figur in die Falle ist sie sofort tot. Zusätzlich befinden sich auf dem Brett noch 2 Energiefelder, hat man eine erobert, also steht man mit einer Figur drauf, hat man 25% mehr Energie, gehören einem beide, sind es 50. Dann geht es zum Spielstart, die Figuren kann man alle unterschiedlich weit bewegen. Treffen 2 feindliche Figuren aufeinander, kommt es zum Kampf und dann wird wieder Mortal Kombat gespielt. Die Kämpfer stehen sich in der Arena gegenüber, man hat also trotz eines Angriffs noch die Chance, seine Figur und den Platz zu behalten. Im Spiel kann man auch einmal Magie einsetzen, um z.B. einen verlorenen Kämpfer wieder zu erwecken oder einen gegnerischen Grunt sofort zu töten. Das klingt nun komplizierter als es ist, es ist eigentlich ganz einfach und macht mächtig viel Spaß. Genauso spaßig ist der andere neue Modus: Puzzle Kombat. Das erinnert an eine Mischung aus Columns und Puzzlefighter. Man sucht sich einen Kämpfer aus, die sehr verformt dargestellt werden, alle haben einen Special Move. Das Spiel selbst spielt man simultan gegen einen Gegner. Man hat ein Feld und von oben fallen 2 verschiedenfarbige Steine herunter, man muss die nun so anordnen, dass gleichfarbige Steine miteinander verbunden sind. Irgendwann fällt ein so genannter Breaker runter, hat der die gesuchte Farbe, platziert man ihn auf den normalen Steinen und sie verschwinden. Combos tauchen dann beim Gegner auf. Die Specialmoveleiste wird auch dadurch gefüllt oder dass man eine Bombe nicht auf Steinen, sondern auf dem Boden explodieren lässt, ansonsten löscht diese nämlich alle Steine der Farbe, die sie getroffen hat. Special Moves können entweder dem Spieler selbst helfen, in dem sich Steine auflösen, oder den Gegner behindern. Sub-Zero friert dessen Steine einfach mal ein. Als letzten Spielmodus haben wir den Konquest. In Deadly Alliance war das ja mehr oder weniger ein Übungsmodus, in dem man jeden Kämpfer kennenlernen konnte. In Deception wurde das überarbeitet. Man steuert Shujinko, ein Bewohner Earthrealms, der zum größten Kämpfer der Mortal Kombat Welt werden will. Man startet in einem Dorf in Earthrealm und muss hier hauptsächlich Training absolvieren, also die vorgegeben Moves bestehen. Aber man kann sich auch frei im Dorf bewegen: Alle Hütten betreten, die Koins rausklauen und die Bewohner verprügeln. Bei einigen sollte man dies nicht, die halten Quests bereit. Diese gehen von „Hol 'nen Eimer Wasser“ bis zu „Finde meinen Hund“, letzteres war die lustigste Quest, der Hund landete nämlich zwischenzeitlich beim Metzger… Später verlässt man das Dorf und ist nun in Earthrealm, hier startet das eigentliche Abenteuer, jede Menge Kämpfer aus MK sind anzutreffen, gegen die man kämpft oder von denen man ihre Moves lernt. Später betritt man auch die anderen Welten wie Outworld oder Netherrealm. Der Modus frisst recht viel Zeit, wenn man wirklich alle Quests macht und die ganzen Koins und Schatztruhen (die enthalten Koins oder Schlüssel) finden will. 20-30 Stunden kann man dafür einplanen. Das Ganze ist auch nett inszeniert, es gibt Tag- und Nachtwechsel und die Bewohner haben sogar ein halbwegs eigenes Leben. Der einzige Kritikpunkt ist hier die etwas misslungene Steuerung. Es ist sehr hakelig und mitunter braucht man schon 2 Minuten um Shujinko ordnungsgemäß vor einer Schatztruhe zu parken. Grafisch wirkt das auch nicht so beeindruckend. Die Landschaften sind zwar recht groß und in ihnen gibt es keine Ladezeiten, aber dafür recht viel Nebel und die Grafik ist einfach 2 Klassen schlechter. Vor allem die Lava sieht recht peinlich aus. Koins und Schlüssel will man natürlich auch verwenden. Dies macht man in der Krypt, einer Halle mit rund 400 Särgen. Sie alle kosten unterschiedlich viele und verschiedene Koins (Jade, Ruby, Platinum usw.). Dafür erhält man entweder neue Kämpfer, Arenen oder Entwicklungs- und Promo Videos, Artworks und Fotos der Macher des Spiels. Auch dies trägt zur Langzeitmotivation bei, man weiß ja nicht was sich in welchem Sarg verbirgt und bis man genug Koins zusammen hat, um alles öffnen zu können, vergehen einige Stunden. Man merkt schon, an Features mangelt es Deception keineswegs und durch die Krypt ist die Langzeitmotivation auch mehr als gegeben. Der 2-Spielermodus macht auch Spaß und man kann das alles auch online spielen. Kämpfer gibt es jede Menge, wobei anfangs nur 12 frei geschaltet sind. Natürlich gibt es alte Helden wie Sub-Zero und Scorpion und einige neue Kämpfer. Aber schade ist, dass sonst aus der Originaltruppe kaum noch jemand da ist und dass Kitana fehlt, geht ja mal gar nicht. An der Steuerung muss etwas Kritik geübt werden, obwohl das Kampfsystem recht einfach ist und Combos meist nur aus einer Kombination von 2-4 Tasten und einer Richtung bestehen, reagiert das Spiel nicht so schnell, wie man es sich wünscht. Man drückt die Tasten und stellt fest, das Spiel hat die mittlere Taste nicht registriert und der Move ist versaut. Das kennt man von Tekken und vor allem Virtua Fighter wesentlich besser. Schade, aber das Spiel wird dadurch zum Glück nicht unspielbar. Ansonsten ist alles beim alten geblieben. Neu ist nur der Breaker. Mit diesem kann man gegnerische Combos abblocken und auch komplett abbrechen. Meiner Meinung nach ein recht sinnloses Features, dass man sich hätte sparen können. Grafisch sieht das Spiel sehr gut aus. Die Kämpfer sind hübsch modelliert, die Arenen recht groß und da bewegt sich auch einiges. Wabernde Lava oder Wolken und bei einigen Arenen sind Menschen am Rand unterwegs, die vom Kampf aber kaum Notiz nehmen. Die Fatalities sind auch klasse animiert, allerdings scheint es so, dass man von Spiel zu Spiel den Gewaltgrad herunterschraubt. Es gibt zwar wieder Stage Fatalities und Hara-Kiri aber irgendwie war das früher ausgefallener, brutaler und teilweise auch lustiger. Wenn man den Gegner den Oberschenkelknochen rausreißt und diesen ihm dann in den Hals stößt, wirkt das einfach lahm. Die Musik ist in Ordnung, die Soundeffekte krachen gut aus den Boxen und die altbekannte MK-Stimme ist auch wieder mit dabei. Aus technischer Seite stimmt also wieder alles. Mortal Kombat: Deception ist ein gelungener Nachfolger zu Deadly Alliance und spielerisch sehr abwechslungsreich. Sieht man über die nicht perfekte Steuerung hinweg, passt hier eigentlich alles und dank der Krypt wird man auch lange beschäftigt sein. Publisher: Midway Developer: Midway Erscheinungsjahr: 2004 Erschienen für: Playstation 2, Gamecube Spieler: 1-2 Schwierigkeitsgrad: Wählbar
 
| Grafik | 8,5/10 | | Spielspass | | Sound | 8.5/10 | 9/10 | | Gameplay | 8/10 | | Multiplayer | 8,5/10 |
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